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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1937,
Die Schnittpunkte der fehlerhaften Funkstrahlen liegen jedoch nicht senk-
recht zur Tangente an die Azimutgleiche a, sondern mehr und mehr seitlich, je
mehr man sich einem der Punkte B und C nähert. Die Verschiebung muß sich
demnach aus den Gleichungen (2) berechnen, indem man einsetzt Aß=2Ay=42
und Aa=-—2A. Es ist also
AX= € /\ cosec a (— sin f sin 7 + cos 5 cos y + 2 cos ß sin y cotg a)
AY= e/\ cosec a (cos # sin 7 + sin 8 cos y + 2 sin f ein 4 cotg a)
{/\X = 8(— 08a + 2 cos ß sin y cotg a)
Ay =5s(ein a + 2 sin # sin y cotg a)
AA = 8cosec a (siD f cos ß — sin y cos v)
Ay = 8COsec a (sin f sin $ + siny sin y),
woraus sich nach einigen Umformungen findet
p=sV1-+48inßsinycotgacoseea, 2... 2.
Der Zwischenwinkel zwischen p und 8 berechnet sich zu
cotg (p, 8) == */g (cotg » — cotg ß). 2... .. « « + (6)
Das ist aber derselbe Winkel, den die Verbindungsgerade des Punktes P mit
dem Basismittelpunkt gegenüber der Basis selbst einschließt (Abb. 6). Damit
ergibt sich eine einfach geometrische Konstruktion. Die Richtung von s ist als
Tangente an den Kreis gleichen Azimutunterschiedes an Ort und Stelle ohne
weiteres bekannt. Will man also die Richtung von p erfahren, so verbindet
man den Beobachtungsort P mit dem Basismittelpunkt und trägt den dort
erscheinenden Winkel im Punkte P an 8 an. Die Linien konstanter Zwischen-
richtung zwischen s und p sind also Strahlen durch den Basismittelpunkt.
Senkrecht stehen s und p nur auf der Mittelachse selbst. Je seitlicher man
steht und je mehr man in den Bereich des einen Senders kommt, desto größer
wird dieser Winkel. Die Linien gleicher Winkel zwischen s und der Mittelachse
werden Hyperbelbüschel, die durch die Sender hindurchgehen. Auf den Punkten
der Mittelachse selbst und auf der Basis steht s senkrecht zur Mittelachse. Die
Linien gleicher Winkel der p gegen die Mittelachse sind Linien 3. Ordnung. Sie
lassen sich aber verhältnismäßig leicht zeichnen, wenn man in Abständen von
5° zu 5° die Linien gleicher Richtung von s und das Strahlenbündel durch den
Basismittelpunkt als Linien gleicher Winkel zwischen s und p einzeichnet und
deren Durchkreuzungspunkte miteinander verbindet. Die Richtung von p ist
parallel (Richtungswinkel = 0°) zur Mittelachse (also senkrecht zur Basis) auf
der Mittelachse selbst, daneben aber auch auf dem Halbkreise a==90°. Im
Innenfeld dieses Halbkreises werden die Richtungswinkel von p negativ und
wachsen mit der Annäherung an die Basis auf 90°, Im Außenfeld sind sie positiv
und wachsen bis 90° an, wenn der Empfänger die Sender in Deckung peilt,
In der Tab. 1 (s. S, 463) findet sich eine Übersicht über die prozentualen Fehler s
und p bei verschiedenen Peilungen. Sie sind geordnet nach Azimutunterschieden a
und schreiten mit dem Winkel 3 fort. Die Felder gleicher y ergeben sich aus
der Gleichung y=180°— a — 8 und sind daher auf den schiefen Linien von
rechts oben nach links unten zu suchen und fallen beim Übergang von einer
3-Spalte in die vorhergehende um eine Zeile, Die eingerahmten Werte ent-
sprechen dem Fall g=»%, sind also Werte auf dem Mittellot zur Basis e. Die
Tabelle gilt für den Fall A==1°. Die Zahlen vervielfältigen sich mit diesem
Fehler. Für irgendeine andere Basis als e==100 sind die Zahlwerte mit dem
Faktor 5 zu multiplizieren. In der beigegebenen Tafel sind die Werte graphisch
aufgetragen. Die Zeichnung enthält die Basis und die Funkstrahlen aus den
Sendern in Intervallen von 5° zu 5°, Gleichzeitig sind die Azimutgleichen als
Kreise durch die Sender in 10“-Intervallen eingetragen. Die rechte Seite gilt
zur Veranschaulichung der Tiefenfehler, die linke für die seitlichen Fehler. Die
stark ausgezugenen Linien sind Linien gleicher s bzw. p; die Zahlwerte stehen
in eingeklammerten Zahlen daneben. Die Linien gleicher s sind Kreise durch
die Sender, die Linien gleicher p sind algebraische Kurven 8. Ordnung.
PO
Kr.