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Full text: 65, 1937

IV. Die chemischen Arbeiten auf der „Metecor“= Fahrt Februar bis Mai 1937, 21 
reste entsteht. Ebenso kennt man, vor allem durch die Analysen des „Meteor“ 
und der „Atlantis“, ein entsprechendes Phosphatmaximum, hervorgerufen durch 
Freiwerden des organischen Phosphors aus organischer Bindung. Im west- 
afrikanischen Auftriebsgebiet konnte nunmehr dank der Genauigkeit des Pulfrich- 
photometers das Kieselsäureanalogon in Gestalt eines, oft allerdings schwachen, 
intermediären Maximums der vertikalen SiO,- Verteilung festgestellt 
werden. Das absolute Maximum liegt bei der Kieselsäure — im Gegensatz 
zum Sauerstoffdefizit und zum Phosphat — in den größeren Tiefen bei etwa 
4000 bis 5000 m (vgl. Abb. 12 auf S, 20). 
Beim Vergleich der Vertikalkurven des Silikats, Phosphats und des Sauer- 
stoffdefizits fällt nun auf, daß die Maxima keineswegs, wie man zunächst an- 
nehmen sollte, in gleicher Tiefe liegen, sondern daß ihre Tiefenlage um mehrere 
100 m verschieden ist. Die Ursache kann unserer Meinung nach nur in der 
verschiedenen Regenerationsgeschwindigkeit von Phosphat, Silikat und Kohlen- 
säure zu suchen sein. 
Wenn wir die Geschehnisse unterhalb der Sprungschicht, also unterhalb 
der Produktionsschicht betrachten, so werden während des Absinkens der ab- 
gestorbenen Planktonten zunächst die leicht oxydierbaren C-Verbindungen zu 
Kohlensäure verbrannt, während die organischen P- Verbindungen offenbar 
längere Zeit zur Mineralisierung gebrauchen. Erst nach Freilegung des Kiesel- 
gerüstes kann dann auch die Lösung der SiO, einsetzen, wobei das intermediäre 
Maximum zum Teil dadurch bedingt sein dürfte, daß die zartesten SiO,-Bestand- 
teile verhältnismäßig schnell zerstört werden, während die derberen Schalen 
weiter absinken und bis auf den Boden gelangen. 
Der Abstand der Maxima voneinander ist örtlich sehr verschieden; so betrug 
die Differenz zwischen P-Maximum und O,-Minimum auf 16° N 300 bis 600 m, 
auf 23° N dagegen nur 0 bis 200 m. Der Unterschied in der Tiefenlage hängt 
naturgemäß von einer Reihe von Faktoren ab, so von der Menge und Art des 
Planktons, von der Tiefenlage und dem Gradienten der Sprungschicht u, a. 
Für das Kap Verden-Gebiet kann man die Verhältnisse schematisch etwa 
in folgender Weise darstellen, wenn man annimmt, daß die Maxima die Schichten 
stärkster Regeneration vorstellen: 
Da demnach die Tiefen- 
lage der verschiedenen Maxima 
bzw. Minima teilweise, häufig 
sogar vorwiegend, durch die 
biologisch -chemischen Eigen- 
arten des jeweiligen Meeres- 
gebietes bestimmt wird, ist 
es angezeigt, bei der Ver- 
wendung z.B. des O,-Mini- 
mums als Indikator für 
horizontale Stromgrenz- 
flächen großeVorsicht walten 
zu lassen. Aus obigen Über- 
legungen geht ferner hervor, 
daß diese Minima bzw. Maxima 
auch auftreten können, wenn 
die gesamte Wasserschicht sich 
in gleichgerichteter Bewegung befindet, oder wenn in geschichtetem Wasser 
längere Zeit Ruhe herrscht. 
Das intermediäre Silikatmaximum ist oft nur sehr schwach ausgeprägt, weil 
nur ein kleiner Teil der Kieselsäure in dieser Schicht aufgelöst wird. Während 
des ganzen Weges durch die mehrere 1000 m mächtige Wassersäule geht die 
Auflösung weiter und der Si-Gehalt des Wassers nimmt — im Gegensatz zum 
Phosphat und Nitrat — mit der Tiefe weiter zu, 
Merkwürdigerweise hört nun aber diese Zunahme bei den sehr tiefen 
Stationen von etwa 5000 m Tiefe in den letzten paar hundert Metern über dem 
<<.
	        
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