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Full text: 65, 1937

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1937, 
Man wird sogleich bemerken, daß es im Prinzip dasselbe Bild ist wie im 
erstbehandelten Falle: Die Zuordnung der beiden Fronten zum Strömungs- 
und Druckänderungsfelde unterstützt die Verschärfung einer Frontal- 
zone im Südostsektor des festländischen Druckwellentales. Sie kommt 
diesmal wegen der südlicheren Lage der Tropikluftgrenze, weiter südöstlich als 
im ersten Falle zu liegen, nämlich in die Gegend des Schnittpunktes des 70. Meri- 
dians mit dem 35, Breitenkreis. In der gedachten Verlängerung dieser 
Frontalzone, an der Südküste Neuschottlands, tritt bis zum nächsten 
Morgen (17. November) der stärkste Luftdruckfall ein und gibt zur Ent- 
stehung der Sturmzyklone Anlaß, deren Bahn (siehe Abb. 2) über den St, Lorenz- 
golf nach Südlabrador geht. 
Wir finden wieder, daß diese Bahn in scharfem Winkel zu der der alten 
festländischen Druckwelle geht und können aus neuem Kurs und neuer Ver- 
tiefung des (vorher schon in Abschwächung befindlichen) Druckwellentals den 
Schluß ziehen, daß neue Faktoren den Prozeß des Druckfalls bestimmen: Ein 
junges Tochter-Druckfallgebiet mit anderer Gesetzlichkeit ist ent- 
standen. 
In diesem zweiten Falle wird die Frontalzone, wegen der geringeren Kaltluft- 
advektion vom Festlandinnern her, zweifellos schwächer ausgebildet worden 
sein als in dem Fall vom Novemberanfang; dafür aber unterstützt das maritime 
Strömungs- und Druckänderungsfeld — mit dem Druckanstieg und Kaltluft- 
ausfluß südöstlich Neufundland (vgl. Wetterskizze Nr. 8) — besser die Aus- 
bildung des Frontalzonendeltas. So bekommt zwar das neue Druckfallgebiet 
nicht die Intensität desjenigen vom Novemberbeginn, ruft aber doch auch eine 
tiefe Sturmzyklone ins Leben, — 
Zusammenfassend läßt sich hiernach sagen, daß bei der Zyklonen- 
verjüngung bzw. -neubildung am Ostrand der Kontinente den sich 
verschärfenden horizontalen Temperaturgegensätzen vertikal mäch- 
tiger Luftschichten (Frontogenese) das Hauptgewicht zuzukommen 
scheint, daß sie aber nicht an, sondern vor den so charakterisierten Frontal- 
zonen stattfindet und daß dies mit der Scherhagschen Divergenztheorie der 
Zyklonen einstweilen am besten gedeutet werden kann. 
Martin Rodewald, Hamburg. 
2. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 91: Ehemal. Deutsch- 
Ostafrika. — Aus der Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der 
Deutschen Seewarte. — Witterungsverlauf am Ende der großen Regenzeit 
in Kibuku'). Tag der Beobachtung: 15. Mai 1936. 
Die Nacht vom 14. zum 15. Mai war sternklar. Um 6h beträgt die Himmels- 
bedeckung etwa 3. Es weht ein sanfter Wind aus SE. In der Nacht muß es 
stärker geweht haben, wenigstens rauschten die Bäume stark, Das Minimum- 
Thermometer zeigt 15° Der Lukwangule ist noch klar, aber im Mbakana-Tal 
und in den Ebenen im S und W lagert dichter Nebel, der jede Aus- und Fern- 
sicht verhindert, Der nördliche Himmelsabschnitt dagegen erscheint klar mit 
vereinzelten Cu. 
7b; Die an klaren Tagen gewöhnlich gegen 61h über dem Lukwangule 
erscheinende Sonne hat sich auch heute für kurze Augenblicke gezeigt, aber 
schon ziehen aus S und W die Nebel herauf und verhüllen sie. Zur Zeit der 
Beobachtung sind wir bereits im Nebel, der jedoch beim Blick in die Höhe oder 
in Richtung auf die Sonne noch durchscheinend ist. Wind SE 3. 
9b; Der Nebel hat sich verdichtet, auf 100 m Entfernung sind Einzelheiten 
nicht mehr zu erkennen. Die Temperatur ist auf 17.,5° gestiegen. Der Wind 
weht mit Stärke 5 aus W. Es beginnt ganz fein zu rieseln. Das Steinpflaster 
vor dem Haus ist feucht. Es tropft stark von den Bäumen. 
1) Wegen der Lage der Pflanzung Kibuku und weiterer klimatogr. Wittrgsschildrg. des Ver- 
Jassers s. Ann, d. Hydr. usw. 1936, S, 118 ff. u. 319. — Vgl. auch Klimatogr. Wittrgsschildrg, Nr. 23 
Blitz], Ann, d. Hydr, usw. 1934, S. 304 ff.
	        
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