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Full text: 65, 1937

18 Bericht üb, d. erste Teilfahrt d. D. Nordatl. Exped. d. Forschungs- u, Vermessungsschiffes „Meteor“. 
Tiefenwasser mit den geringen Unterschieden in vertikaler und horizontaler Rich- 
tung bei hoher absoluter Konzentration sind Prä zisionsbestimmungen erforderlich, 
besonders wenn man die Ergebnisse für hydrograpbhische Zwecke ausnutzen will, 
Daß aber auch in der Nordsee bei Einhaltung gewisser Vorsichtsmaßregeln, wie 
Filtration des Wassers, dauernde Kontrolle des Kennwertes, das Pulfrichphoto- 
meter zur Differenzierung von Wassermassen selbst bei geringen Unterschieden 
im Nährstoffgehalt wertvolle Dienste leistet, ist von K. Kalle!) gezeigt worden, 
Beim Ansatz der Wasserproben zur Kolorimetrierung konnte viel Zeit gespart 
werden durch Verwendung von Spritzpipetten‘ für die Reagenzien [nach einem 
Vorschlag von A. Krogh“‘)), Gewöhnliche medizinische 1 oder 2 ccm Ganz- 
Glasspritzen wurden mit einem Bügel versehen, in dem eine lange Schraube als 
Anschlag für den Kolben eingeschraubt war (vgl, Abb. 10). Am bequemsten sind 
Spritzen, bei denen die Kanüle aus Glas angeschmolzen ist. Andernfalls muß man 
eine aufgeschliffene Glaskapillare, evt. mit weißem Siegellack auf- 
gekittet, an der Spritze befestigen. Solche Spritzpipetten wurden 
benutzt für die Abmessung der Ammonmolybdat-Schwefelsäure (Phos- 
phatbestimmung), des Indolreagenz (Nitritbestimmung) und der Molybdat- 
lösung (Silikatbestimmung). Bei der P’hosphatbestimmung würde ferner 
nach einem Vorschlag von Rakestraw®) für die ganze Zeit von drei 
Monaten eine Zinnchlorürlösung hergestellt, die über granuliertem Zinn 
unter Paraffinöl aufbewahrt wurde und sich unverändert hielt, Durch 
einen Heber mit Glashahn konnten zum Gebrauch kleine Portionen 
abgefüllt werden. 
Für die Nitritbestimmung wurde mit sehr gutem Erfolg die von 
K. Kalle‘) in die Meereskunde eingeführte Indol-Methode verwendet. 
Zur Ergänzung der chemischen Untersuchungen war ferner be- 
absichtigt, Durchsichtigkeit und Farbe des Meerwassers in situ mit 
Photozellen zu bestimmen. Für diese Zwecke hatte sich eine ein- 
gekapselte Sperrschicht-Photozelle (für die Messung der Beleuchtung 
in der Tiefe) und ein Durchsichtigkeitsmesser (nach dem Prinzip von 
H, Pettersson) bei Untersuchungen in der Ostsee sehr bewährt. Die 
Versuche auf der „Meteor“-Fahrt zeigten jedoch, daß bei dem im west- 
afrikanischen Küstengebiet voll entwickelten Passat (Beaufort 4 bis 7) 
und der entsprechenden Dünung das Arbeiten mit diesen Instrumenten 
zu ungenau war. Außerdem war wegen gleichzeitiger anderer Arbeiten 
der Schiffsschatten oft nicht zu vermeiden, 
Abb. 26. Die Lichtdurchlässigkeit des Wassers wurde daher an den ge- 
Speitspipette. SChöpften Wasserproben mit Hilfe des FPulfrichphotometers in 25 cm 
langen Rohren bestimmt (bei 720 mze). Zugleich wurde die die Farbe 
des Wasser hauptsächlich bestimmende Gelbfärbung durch gleichzeitige Messung 
der Durchlässigkeit im Violett (430 my) ermittelt, eine Messung, die schon wegen 
der im gleichen Spektralbereich ausgeführten Bestimmung der Kieselsäure not- 
wendig war. Aber auch um ihrer selbst willen verdient die Absorption im Violett 
Beachtung; sie wird zum Teil durch gelöste Substanzen“), zum Teil durch die 
festen Partikel hervorgerufen, bei welchen wieder zu trennen ist zwischen der 
selektiven Absorption infolge der Teilchengröße (stärkere Beugung des kurz- 
welligen Lichts) und der Eigenfarbe der Teilchen. 
Bemerkungen zur Verteilung und Regeneration der Minimumstoffe. 
Im folgenden soll über einige typische Fälle der vertikalen Verteilung von 
Minimumstoffen berichtet werden, die wahrscheinlich geeignet sind, einiges Licht 
auf den Mechanismus der Regeneration der Nährstoffe im Ozean zu werfen. 
Dabei wird auch die Frage der Verwendung des Sauerstoffminimums zur Ermitt- 
lung von stromlosen Schichten angeschnitten werden, 
4) K. Kalle, Nährstoffuntersuchungen als hydrographisches Hilfsmittel zur Unterscheidung von 
Wasserkörpern. Ann, d, Hydr. usw. 1937, S, 1. — *) A. Krogh, Syringe-Pipettes. Industr. and Engin, 
Chem, Anal. Ed. Bd. 7, S, 130 (1935). — 3) Briefliche Mitteilung. — *) K. Kalle, Meereskundliche 
zhemische Untersuchungen mit Hilfe des Zeißschen Pulfrich-Photometera, VI[. Die Bestimmung des 
Nitrits und des „Gelbstoffs“, Ann. d. Hydr. usw. 1937 VI, 5.276. — *) K, Kalle (Ann. d. Hydr. usw. 
1937. 8. 281) nennt den Anteil der gelösten Stoffe au der Absorption bei 430 mu den „Gelbstoff“ 
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