16 Bericht üb, d, erste Teilfahrt d. D. Nordatl. Exped. d. Forschungs- u. Vermessungsschiffes „Meteor“,
(Rahmenrichtung) registriert. Der Rahmen hängt parallel zur Schiffsachse.
Seine Richtung ist also durch den Schiffskurs gegeben, Dieser Schiffskurs und
die vom Gerät angezeigte Abweichung vom Aufhängerahmen geben die Strom-
richtung an, die unabhängig vom magnetischen Feld des Schiffes ist. In größerer
Tiefe, also auch größerer Entfernung vom Schiff, wird das Gerät an einem
Draht aufgehängt und besitzt zur Feststellung der Richtung einen Kompaß, Die
Verbindung der aus der gleichzeitig registrierten Rahmen- und Kompaßrichtung
entnommenen Stromrichtungen gibt zugleich die Möglichkeit, die Deviation des
Strommesserkompasses, der bei der eindrähtigen Aufhängung benutzt wird, zu
ermitteln.
Die Anzeigeelemente für die Umdrehungen des Propellers (Abb. 7, S. 15), die
Rahmenrichtung und Kompaßrichtung bestehen aus horizontal gelagerten Scheiben,
die auf ihrem Außenrand erhabene Ziffern (ähn-
lich den Typen einer Schreibmaschine) tragen.
An diesen Scheiben wird durch das Gangwerk
sin Streifen Zinnfolie vorbeigezogen, der in wahl-
weise einzustellenden Abständen von 2, 5 oder
(0 Minuten durch Schlaghämmer auf die Scheibe
gedrückt wird. Durch diesen Schlag der Hämmer,
die in einer Kassette untergebracht sind, werden
die Ziffern der Scheiben, die die Umdrehungen
les Propellers in einem der oben genannten Zeit-
abstände bezeichnen, sowie die Ziffern der Rahmen-
richtungs- und Kompaßscheibe auf den Zinnstreifen
zedruckt, Die Zahl der Schläge bzw. der Re-
gistrierungen ist das Maß für die Zeit. Ein Muster
siner Registrierung zeigt Abb. 8. Die eingehende
Beschreibung des Gerätes muß dem endgültigen
Bericht vorbehalten bleiben.
Zur Erprobung des Strommessers und zur
Vornahme der Messungen standen der Expedition
zwei Instrumente zur Verfügung. Das eine
dieser Geräte -— auf Backbordseite — war an
zwei Drähten nebst Rahmen aufgehängt; es
wurde mittels Handwinden betätigt und für Tiefen
zwischen Oberfläche und 50 m benutzt. Der
zweite Strommesser hing auf Steuerbordseite an einem Draht, wurde mittels
ainer elektrischen Winde gefiert und gehievt und diente für Messungen zwischen
100 und 800 m Tiefe,
Die Messungen selbst waren so angelegt, daß für die Tiefenstufen von 5,
15, 30 und 50 m in jeder Stunde eine Registrierung von etwa 15 Minuten Dauer
erhalten wurde. Für die Meßtiefen von 100, 300, 500 und 800 m Tiefe konnte
infolge der langen Zeit, die zum Fieren und Hieven erforderlich war, nur alle
zwei Stunden eine Registrierung von etwa 135 Minuten Dauer erzielt werden.
Eine Übersicht über die Meßzeiten und die Ergebnisse der ersten 12 Stunden
ist in Abb, 9 (Anhangstafel) niedergelegt, in der die horizontalen Striche die Zeit
und die Meßdauer, die Ziffern über dem Strich die Geschwindigkeit in em/sec und
die Ziffern unter dem Strich die rechtweisende Richtung in Graden als Mittelwert
für die jeweilige Registrierung angeben. Die gelegentlichen Lücken in diesem
Beobachtungsnetz sind entstanden durch Kassettenwechsel und Erneuerung des
Registrierstreifens, die durchschnittlich auf jeder Wache einmal, also etwa alle
4 Stunden, vorgenommen wurden. Dieser relativ häufige Wechsel wurde zunächst
noch aus Sicherheitsgründen durchgeführt, dürfte in Zukunft aber überflüssig
sein, da der Strommesser bei einer 2 Minuten-Registrierung über 10 Stunden
and bei 5 Minuten-Registrierung schon über 12 Stunden läuft.
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