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Full text: 65, 1937

14 Bericht üb. d. erste Teilfahrt d. D, Nordatl. Exped, d. Forachungs- u. Vermessungsschiffes „Meteor“, 
vor allem im Zusammenhang mit den chemischen und hydrographischen Ergeb- 
nissen. Es wurden daher für Prof. Hentschel (Zoologisches Institut und Museum 
Hamburg) Planktonproben nach der von ihm ausgearbeiteten Siebmethode ge- 
sammelt und konserviert, An allen hydrographischen Stationen und an einer 
großen Zahl von Zwischenstationen wurden 5 Liter Seewasser von der Oberfläche 
geschöpft, durch ein Bronzesieb filtriert und das Plankton in mit Formalin 
versetztem Seewasser gesammelt. Insgesamt wurden 80 128 Proben gewonnen 
und an Prof. Hentschel zur Verarbeitung geschickt. 
Die erste Teilfahrt der Deutschen Noxdatlantischen Expedition hat in 
31/, Monaten die programmäßigen ozeanographischen Aufgaben vollkommen er- 
ledigt und dadurch einen neuen Beweis für die schon traditionelle Zusammen- 
arbeit zwischen Kriegsmarine und Wissenschaft erbracht. An der Auswertung 
des Beobachtungsmaterials dieser Fahrt ist Aank der Mittel, die die Deutsche 
Forschungsgemeinschaft zur Verfügung stellt, sofort nach Rückkehr der Expedition 
geschritten worden, 
ill. Bericht über die Strommessungen auf der Ankerstation 369. 
Von 6, Böhneeke, Wilhelmshaven, Marineobservatorium. 
(Hierzu die Anhangstafel mit Abbildung 9.) 
Zur Vervollständigung des Bildes vom Aufbau des Ozeans, wie es die 
Temperatur-, Salzgehalts- und Dichtewerte liefern, waren in Fortsetzung des Ver- 
fahrens der Deutschen Atlantischen Expedition 1925/27 auch auf der Deutschen 
Nordatlantischen Expedition 1937 Strommessungen in größeren Tiefen ge- 
plant. In Anbetracht der außerordentlich kurzen Zeit, die für die Aufgabe der 
Erforschung des Auftriebwassers zur Verfügung stand, und unter Berücksichtigung 
der Wetterlage — der Passat hat im Frühjahr sein Maximum — war der 
Rahmen für diese speziellen Arbeiten von vornherein nicht sehr weit gespannt, 
Es wurde daher begrüßt, daß sich wenigstens auf Profil XVI, Station 369 (vgl. 
Abb. 3), auf einer Wassertiefe von 2140 m die Möglichkeit bot, das Schiff vor 
den Tiefseeanker zu legen und in der Zeit vom 19, IV. 1130h bis zum 21. IV. 
1400h (15° W) Strommessungen vorzunehmen. 
Für diese Strommessungen wurde ein registrierender Strommesser eingesetzt, 
der vom Verfasser und den Askania-Werken, Berlin, entwickelt und gebaut 
worden ist, Das erste Modell dieses Gerätes wurde mit Hilfe der Kriegsmarine 
und der Deutschen Forschungsgemeinschaft hergestellt und schon mehrfach zu 
Messungen auf flachem Wasser verwandt?) 
Der diesem Gerät zugrunde liegende Gedanke ist der, ein überall bei 
Beobachtungen von Schiffen aus zu verwendendes Gerät zu besitzen, das auf 
mechanischer Grundlage arbeitet und registriert. Elektrische Übertragungen 
wurden vermieden, da die Isolierungen von Kabeln usw. in größeren Tiefen 
Schwierigkeiten verursachen. Drucksichere Abdichtungen machen das Gerät 
schwer und unhandlich, Daher ist das Instrument bis auf das Uhrwerk, das in 
einem kleinen, mit Öl gefüllten Kasten läuft, mit seiner Registriereinrichtung 
rollkommen vom Seewasser durchflossen. 
Der fischförmige Körper (Abb. 6, S. 15) trägt vorn den Propeller in einem 
Schutzring und hinten die Leitflächen zur Richtungseinstellung. Er enthält die 
korrosionsfesten und unmagnetischen Antriebsfedern aus Berylliumbronze, die 
Ihre Kraft auf ein Gang- und Schlagwerk übertragen, sowie die Anzeigeelemente 
nebst Registriervorrichtung. In flachem Wasser bzw. in geringer Entfernung vom 
Schiff wird der Strommesser an zwei Drähten (bifilar) mittels eines 4 m langen 
Rahmens aufgehängt, und die Abweichung des Strommessers von diesem Rahmen 
1) H. Thorade, Methoden zum Studium der Meeresströmungen, Handbuch der biolog. Arbeits- 
methoden, Abt, 1X, Teil 3, Berlin 1933, 
&. Thiel, Strommessungen des V. S. „Meteor“ unter Island, Ann. d. Hydr., Bd, 62, Berlin 1934, 
A. Defant und OÖ, v. Schubert, Strommessungen und 0zeanographische Serienbeobuchtungen 
der 4- Länderunternehmung im Kattegat, Veröffentl, d. Instituts f. Meereskunde, Neue Folge, 
Reihe A, Heft 25, Berlin 1934,
	        
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