accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

12 Bericht üb, d. erste Teilfahrt d. D, Nordatl, Exped, d. Forsehungs- u. Vermessungsschiffes „Meteor“. 
am Kontinentalabfall und am Schelf emporquillt, daß aber die Auftriebstiefen 
außerordentlich klein sind, nur etwa 200 bis 300 m. Auch hier liegen die Ver- 
hältnisse nicht anders als in den Auftriebsgebieten vor Deutsch-Südwestafrikal) 
bzw. Chile und Peru?). 
Von besonderem Interesse sind natürlich die Ergebnisse der sechs fort- 
laufenden Serienmessungen mit einstündigem Intervall auf den fünf Schelfstationen. 
Die Verarbeitung dieses umfang- 
St.366 reichen Materials erfordert eine 
18° € lange Zeit, Aber einige Besonder- 
neiten fallen sofort schon beim 
unreduzierten Material auf. Zu- 
nächst ist festzustellen, daß auf 
jeder Station in der Sprung- 
schicht der Dichte beträchtliche 
Schwankungen der —ozeano- 
graphischen Elemente auftreten, 
unter denen sich besonders jene 
mit halbtägiger Gezeitenperiode 
hervorheben, Es scheint, daß 
auch hier, wie auf den Anker- 
stationen der „Meteor“-Expedi- 
tion 1925 bis 1927%, diese 
Schwankungen ihrenGrund darin 
haben, daß die Sprungschicht 
selbst große vertikale Verlage- 
rungen ihrer Tiefenlage erleidet, 
die vielmals größer sind, als die 
Hubhöhen der Gezeit an der Meeresoberfläche, Das Auftreten solcher innerer 
Gezeitenwellen ist eine allgemeine gewöhnliche Erscheinung innerhalb des Meeres; 
diese inneren Wellen treten dann besonders in Erscheinung, wenn durch die 
vertikale Verlagerung der Wassermassen an einem festen Punkt Wassermassen 
möglichst verschiedenen Charakters vorbeigeführt werden; d. h.,, wenn die Sprung- 
schicht im Aufbau des Meeres besonders scharf ausgebildet ist. 
Abb. 4 zeigt für Station 366 zwei extreme Zustandskurven; bei der 56. Serie 
Äindet man die Temperatur von 21° C in 40 m, bei der 60, Serie aber in 13 m. 
Eine vertikale Verlagerung der Wasserschicht um 27 m ist erforderlich, um 
diese Änderung zu verstehen, Abb. 5 (s. S. 13) gibt die Verteilung der Temperatur 
in 60 in einstündigem Intervall aufeinanderfolgende Serien derselben Station. 
Man erkennt auch hier sofort, daß in der Deckschicht bis 15 m und dann in der 
Bodenschicht ab 60 m die Schwankungen der Temperatur gering sind, in der 
Deckschicht macht sich außerdem noch der tägliche Gang der Temperatur be- 
merkbar, und daß sie in der Zwischenschicht mit dem größeren vertikalen 
Temperaturgefälle vielmals größer sind. Dies ist der Sitz der internen Wellen, 
von denen sich die mit Gezeitencharakter besonders hervorheben. 
In der Abbildung (s. S. 13) sind die in einstündigem Intervall gewonnenen 
Beobachtungswerte jeder Tiefe in üblicher Weise durch gerade Linien verbunden 
worden und der Linienzug soll uns auf diese Weise ein Bild der zeitlichen 
Temperaturänderung in der entsprechenden Tiefe geben. Eine solche graphische 
Darstellung darf uns aber nicht zu einer falschen Vorstellung über die tatsäch- 
lichen Temperaturänderungen in einer bestimmten Tiefe verleiten. Wenn die 
Temperaturänderungen periodisch oder unperiodisch von einer solchen Dauer 
sind, daß ihre Länge vielfach größer ist als eine Stunde (Beobachtungsintervall), 
') A, Defant, Das Kaltwasserauftriebsgebiet vor der Küste Südwestafrikas. Länderkundliche 
Forschung. Stuttgart 1936, S, 52, — 2) H, U. Svrerdrup, Some oceanographic results of the Carnegie 
work in the Pacific; the Peruvian current, Transact, nat, res, com, Juni 1930. — R. Gunther, 
A report on oceanographical investigations in the Peru coastal current, Discovery Rep, Vol. XI, 
, 107—126, Cambridge 1936, — % A. Defant: Die Gezeiten und inneren Gezeitenwellen des At- 
antischen Ozeans, Wiss, Ergebnisse der Deutschen Atlantischen Expedition zuf dem „Meteor“ 1925 
bis 1927. Bd. VIL, I. Teil, Berlin 1932.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.