6 Bericht üb, d. erste Teilfahrt d. D. Nordatl. Exped. d. Forschungs- u. Vermessungsschiffes „Meteor“,
gestellten Aufgaben waren so gut wie lückenlos erledigt, was bei dem umfang-
reichen Programm nur durch den vorzüglichen Geist und die Arbeitsfreudigkeit
der ganzen Besatzung sowie dank der verständmisvollen Zusammenarbeit zwischen
der Wissenschaft und dem Kommando möglich war. Es ist mir ein Bedürfnis,
auch an dieser Stelle den Herren Wissenschaftern für die verständnisvolle,
kameradschaftliche Zusammenarbeit, durch die die Expedition zu einem vollen
Erfolg wurde, meinen besten Dank zu sagen, besonders den leitenden Herren
Prof. Defant, Ob.-Reg.-Rat Dr. Böhnecke, Prof, Errulat und Dr. Wattenberg.
Il. Die ozeanographischen Arbeiten auf der ersten Teilfahrt der Deutschen
Nordatlantischen Expedition des „Meteor“ Februar bis Mai 1937.
Von A. Defant, Berlin, Institut für Meereskunde,
Die Deutsche Atlantische Expedition des Forschungs- und Vermessungsschiffes
„Meteor“ April 1925 bis Juni 1927 hat den Atlantischen Ozean von den hohen
Breiten der Südhalbkugel bis etwa zur Breite der Kapverdischen Inseln in ozeano-
graphischer, meteorologischer und biologischer Hinsicht einer genauen systema-
tischen Durchforschung unterzogen. Es war dies eine der ersten systematischen
Erforschungen eines großen Meeresraumes und der Atmosphäre darüber und hat
in ihrer Planlegung, ihrer Durchführung und in der schließlichen Bearbeitung
des großen Beobachtungsmaterials besondere Beachtung gefunden, Die auf dieser
großen „Meteor“-Expedition ausgearbeiteten Methoden haben sich in derselben
guten Weise auch auf den Forschungsfahrten des „Meteor“ der Jahre 1929 bis 1935
in die isländisch-grönländischen Gewässer!) bewährt.
Wollte man den systematischen ozeanographischen Untersuchungen des
„Meteor“ im Südatlantischen eine Fortsetzung geben, so war in erster Linie an
eine Erweiterung der Arbeiten nach Norden, im Nordatlantischen Ozean zu
denken. Das Forschungsgebiet dieser neuen Expedition umfaßt im Anschluß an
die „Meteor“-Expedition 1925 bis 1927 das Gebiet des Nordatlantischen
Ozeans von etwa 15° Nordbreite bis zur Island—Färöer-Schwelle im
Norden (etwa 64° Nordbreite); im Osten reicht das Gebiet bis an die Küsten
Afrikas und Europas; im Westen soll im südlichen Teil der 60°-Längenkreis
westlich von Gr. eine Grenze bilden. Im nördlichen Teil, im Gebiete des La-
bradorstromes und der isländisch-grönländischen Gewässer, brauchen die Unter-
suchungen nicht bis an die Küsten Amerikas und Grönlands getrieben zu werden,
da diese Teilgebiete von der amerikanischen „Marion“-Expedition 1928’) und
von den deutschen „Meteor“-Fahrten 1929 bis 1935 genügend ausgelotet und
auch in ozeanographischer Hinsicht genügend systematisch erforscht sind. Die
vorläufige Festlegung einer 60°.Westlängengrenze im südlichen Teil hat ihren
Grund in der wesentlich gesteigerten Forschungstätigkeit, die das Woods Hole
Institut im westlichen Teil des Nordatlantischen Ozeans entfaltet.
{nnerhalb des Arbeitsgebietes der neuen „Meteor“-Expedition sind 11 Profile
geplant, im wesentlichen in ost-westlicher Richtung und in einem meridionalen
Abstand von 5 Breitengraden. Die Expedition soll, wie die erste „Meteor“-
Expedition 1925 bis 1927, in erster Linie eine ozeanographische sein, d. h. die
Arbeiten auf den Stationen sollen vorwiegend der Erfassung des physikalisch-
chemischen Aufbaues des Meeres dienen. Während der Fahrt sind natürlich
wieder Echolotungen in möglichst geringem Abstand vorgesehen. Neben diesen
1) A, Defant, Bericht über die ozeanographischen Untersuchungen des Vermessungsschiffes
„Meteor“ in der Dänemarkstraße und in der Irmingersee. I[I., II. u. III. Bericht. Sitzber. d. Preuß.
Akademie d. Wiss., XVI 1930; XIX 1931 und XIX 1936,
A. Defant, G. Böhnecke u. H. Wattenberg, Die ozeanographischen Arbeiten des Ver-
messungsschiffes „Meteor“ in der Dänemarkstraße und Irmingersee während der Fischereischutzfahrten
1929 bis 1935. Veröff, d. Inst. f. Meereskunde, A; Heft 32, Berlin 1932,
2) The „Marion“.-Expedition to Davis Strait aud Baffin Bay 1928. U, 8. Treasury Dep. Coast
Guard. Bull. 19. U. 8. A. Washington 1932,