i46 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1937,
Geographisches Jahrbuch. 52, Band, 1937. Heraus-
gegeben von Ludwig Mecking. Gotha 1937,
Verlag Justus Perthes, XVI und 502 S. Preis
30 RM.
Der diesjährige Band enthält zunächst den
Schluß des Berichtes von H, Haack über die
Fortschritte der Kartographie von 1930 bis 1936
and behandelt die „Angewandte Kartographie“,
hierin ist auch eine willkommene Zusammenstellung
der Literatur über hydrographische Kartenwerke
gegeben. H. Jung und G. Selzer setzen die zu-
‚etzt in Band 39 und 42 erschienenen Berichte von
R. Langenbeck über „Die Fortschritte in der
Physik und Mechanik des Erdkörpers“ und von
E. Tams über „Die Fortschritte in der Dynamik
der festen Erdrinde‘ fort unter dem Titel „Endo-
gene Vorgänge und Formbildung“. Behandelt ist
die 1925 bis 1935 erschienene Literatur. Hier sei
besonders hingewiesen auf die Abschnitte, welche
die Entstehung der Kontinente und Ozeane, die
Verschiebungstheorie der Kontinente und die Ge-
zeitenerscheinungen betreffen. In einem umfang-
reichen Anhange ist die angewandte Geophysik
behandelt, H. Spreitzer gibt die erste Hälfte
zeines Berichtes über die Fortschritte der Geo-
morphologie (exogene Kräfte und ihre Wirkungen}
1925 bis 1936; die Abschnitte über Flächenspülung
and das unterirdische Wasser dürften hier besonders
von Interesse sein, — Auf Grund einer sehr
umfassenden Benutzung der russischen Literatur
hat Arved Schultz seinen Bericht über das
Europäische Rußland (1926 bis 1936) abgefaßt,
Hierin befinden sich auch Zusammenstellungen der
russischen Zeitschriften über mathematische Geo-
zraphie, Kartenkunde, Geophysik, Meteorologie,
Klimakunde und Gewässerkunde, In den regio-
nalen Abschnitten findet sich auch Literatur über
lie Rußland begrenzenden Meere, wie das Barents-
meer und das Schwarze Meer.
Durch früheres Erscheinen und nochmals ver-
zrößerten Umfang ist der Wirkungsgrad des Geo-
zraphischen Jahrbuches weiter gesteigert worden,
das Erscheinen des Bandes 1935 ist zu einem noch
irüheren Termin des Jahres in Aussicht gestellt
worden. B. Schulz.
Wolken über Land und Meer. 47 Naturaufnahmen,
Verlag Der Eiserne Hammer, Königstein im
Taunus, Preis RM 2,20.
Flüchtig und vergänglich sind die ‚‚Land-
schaften des Himmels“, die Wolken, und dennoch
nöchte man bei Betrachtung dieser Bildfolge von
‚Wolken über Land und Meer“ fast meinen, es
»estehe eine verborgene Beziehung zwischen ihnen
and den festen Landschaften der Erde. Ein Körn-
»hen mag auch daran sein: denn die Gebilde der
Lufthülle sind nicht unabhängig von der Erde,
mit der die Atmosphäre in stetem Austausch steht,
und sicherlich haben die Wolken über See oft ein
anderes Gesicht als über der Ebene und wieder
sin anderes im Gebirge,
Das Büchlein, von C, F. Meyers „Gesang des
Meeres‘ (Wolken, meine Kinder —)} eingeleitet,
bringt eine sorgfältige Auswahl von Aufnahmen
wolkenüberwehter Landschaftsausschnitte des deut-
schen Raumes, von Haff und Hallig bis zu den
Gipfeln und Hochtälern der Alpen, Der Großteil
ler Aufnahmen ist so, daß darin erst der Wolken-
himmel der Landschaft ihre eigentümliche „Atmo-
sphäre‘ verleiht, und wer die Erde und die Wolken
lebt, wird gerne einmal bei der Betrachtung dieser
schönen Bilder verweilen, Für den Meteorologen
— und nicht bloß für ihn — ein Büchlein zum
Verschenken und Sichschenkenlassen,
M. Rodewald.
Rev. Charles E. Deppermann, S, J., The
Weather and Clouds of Manila, (Weather Bureau)
Manila, 1937, 37 8, und 100 Wolkenaufnahmen.
Deppermann hat in einem „Wolkenjahr“
Mai 1934 bis Mai 1935) in Manila bei 5000 Wolken-
ıfnahmen gemacht, wovon 100 ausgewählte in
lieser Arbeit wiedergegeben werden und einen
zuten Querschnitt durch das reiche Wolkenjahr
ler Philippinen liefern.
Wenn dieser Wolkenatlas auch den Hauptteil
ler Veröffentlichung ausmacht, so ging es dem
Verfasser doch weniger um das Studium der
Wolken an sich als um die Frage der Beziehung
zwischen den Wolkenformen und der jewei-
iigen Wetttierlage bzw, der Vertikalstruktur der
Atmosphäre. Deppermann hat deshalb nach
ler Fronten- und Taifunlage 18 Wettertypen
mit weiteren Unterteilungen) für Manila aufgestellt,
and er gibt für jeden Typus an: Wettercharakter
und Art des Wolkenhimmels; Bezugstage, an denen
lieser "Typus vertreten war; Hinweis auf ent-
sprechende „Aerogramme‘“ (einer früheren Publi-
xation d, Verf, „The Upper Air at Manila“).
Jede Wolkenanfnahme wiederum trägt den
mntsprechenden Hinweis auf den Wettertyp, z.B.
‚Plate 64. Showery stratocumulus, typical of rather
rong northers, Jan, 17, 1935, 10. 35 a, m, to
»ast by south. (4A; C,)“. In dem Beispiel bezieht
ach der Hinweis „4A“ auf die erwähnte Wetter-
iypeneinteilung, der Hinweis „C,“ auf eine zweite,
kürzere Klassifikation von Wettertypen, die in
angerem Anschluß an die Bewölkungsarten selbst
aufgestellt ist. In besonderen Tabellen wird u.a.
lie Beziehung zwischen den beiden Klassifikationen
and der Wettertypus jedes einzelnen Tages des
„Wolkenjahres‘‘ 1934 bis 1935 (in beiden Systemen}
ıngegeben.
Die Arbeit, eine Ergänzung der „Outlines of
Philippine Frontology“ (vgl. Bespr. im Junibeft d,
Ann, d. Hydr.), ist ein beachtenswerter Versuch,
für eine bestimmte Erdgegend Ordnung in das
Vielerlei von Frontenlagen zu bringen und die
mehr oder weniger repräsentativen Bewölkungs-
;ypen für die unterschiedlichen Situationen fest-
‚ustellen, Trotz der Spielweite der atmosphärischen
Vorgänge — „nature is always full of surprises“,
semerkt Deppermann selbst in seiner Ein-
‚eitung — dürften derartige Untersuchungen dem
regionalen. Prognosenwesen eine wertrolle Hilfe
zeben können,
Leider ist die Wiedergabe der (vergrößerten)
Wolkenanfnahmen nicht ganz vollkommen, Die
3ilder haben vielfach eine zu starke Körnigkeit
ınd erscheinen dabei etwas zu grau und zu hart,
Daß dies nicht am angewendeten photographischen
Verfahren legt, geht am besten aus einem früheren
Aufsatz Deppermanns hervor, der sich mit der
Wolkenphotographie beschäftigt (Wolkenstudien
;n Manila und die Contax, in „Photographie
And Forschung‘, Heft 2, Oktober 1936, herausgeg.
ron der Zeiss 1kon AG., Dresden), Hierin schildert
Jeppermann ausführlich die Verwendungsmög-
.ichkeit der Kleinfilmkamera zu Wolkenaufnahmen
and belegt seine Ausführungen mit guten
Zeproduktionen, Der an der Wolkenphotographie
interessierte sei auf diesen lebendig geschriebenen
Aufsatz besonders hingewiesen. M. Rodewald.