Kleinere Mitteilungen,
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nur schwer feststellen kann, Hierdurch wird die Zahl der Beobachtungen etwas
niedriger.
2. Es wurde immer darauf geachtet, daß der Horizont in der Umgebung des
Planeten frei von Häusern oder gar rauchenden Schornsteinen war.
3. Ferner wurde ausschließlich unter direktem Anvisieren des Planeten, also
foveal, beobachtet, da sich bei seitlichem Vorbeisehen oft ungleiche Verhältnisse
ergaben, welche das Material nicht gleichwertig machen,
4. Von der Anwendung optischer Hilfsmittel (wie Feldstecher, Lochblenden
oder Spektralfilter) wurde Abstand genommen.
In der Tab. 1 sind Tabelle 1.
die Daten, Zeiten - -_ Pr.
(M.E.Z.) und die Inten- Nr. | Jahr | Tag | Zeit T Intensität | Bemerkungen
sitäten des Seintillie-
rens der Venus mit-
geteilt,
In der Tab. 2 sind
die den in der ersten
Tabelle mitgeteilten
Beobachtungen ent-
sprechenden astrono-
mischen Daten wieder-
gegeben.
Es fällt hier auf,
daß die meisten Be-
obachtungen in die
Zeit fallen, zu der
Venus noch mehr als
50 Prozent erleuchtet
ist, also die schein-
bare Flächenausdeh- ‘
nung noch recht erheblich ist,
während man doch erwarten "NE
sollte, daß Seintillations-Er- __P4 Btunden nachher
scheinungen in Zeiten mit Bewölkung | Niederschlag
großem Phasenwinkel (über
110°) fallen, wo die scheinbare Regenschauer
Fläche ein Minimum aufweist, Nebel
wenn auch der Durchmesser \ | < —
wächst. > Nebel, Regen
In der Tab. 3 befinden S Bene
sich die Angaben über Bewöl- L—mm m — ———
kungs- und Niederschlagsverhältnisse für die Zeit von 24 Stunden vor und
24 Stunden nach dem Seintillieren,
Hieraus geht hervor, daß alle Tage mit Scintillation wolkenlos oder heiter waren,
so daß an dem vorhergegangenen Strahlungstag eine stärkere Insolation geherrscht
hat. Ob die sich in der Tab. 3 andeutende Tatsache, daß nach sechs von sieben
Seintillations-Erscheinungen eine spürbare Wetterverschlechterung (Bewölkungs-
zunahme oder sogar Niederschläge) eingetreten ist, lediglich auf Zufall beruht
oder mit der Erscheinung zwangsweise verknüpft ist, soll hier nicht erörtert
werden: das vorliegende Material reicht dazu nicht aus. Interessant ist in diesem
Zusammenhang der Punkt, daß am Tage der Scintillation oder kurz davor solche
atmosphärischen Zustände vorliegen, bei denen in größeren Höhen andere Wind-
richtungen herrschten als am Erdboden selbst, Besonders deutlich konnte das
bei Nr. 1 am 17. März 1934 beobachtet werden: am Erdboden wehte ein steifer
Südostwind, während im ci-Niveau eine ebenfalls starke Westströmung herrschte,
was man an den rasch ziehenden ci (Pbdn [SW bis NE]) erkennen konnte,
Daß alle hier mitgeteilten Beobachtungen in die Zeit von Oktober bis März
fallen, während der Sommer von April bis September frei ist, rührt wohl daher,