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Full text: 65, 1937

Kleinere Mitteilungen, 
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und grauweiß, Am späteren Abend herrschen tiefliegende Wolken vor und be- 
decken schließlich über Nacht den Himmel gänzlich. Der Wind frischt auf 
Stärke 3 auf und kommt jetzt aus S, 20%; t, 22.0°%° tw 23.0°. Der folgende Tag 
bleibt völlig bedeckt, und nachmittags kommt es eine Stunde lang zu starken 
Niederschlägen, 
V. Südindische mittlere Breiten. 8. Januar 1937. Schiffsort: 4b: 832.8° S, 
60.0° E; 201: 32.3° S, 63.1° E. Während der milden Nacht ziehen vereinzelte 
kleine Wolkennebel. Um 4h haben sich langgezogene Acu-Streifen über den 
Östlichen und nördlichen Himmel gebreitet (Gesamt-Himmelsbedeckung 6) und 
brechen den Glanz der etwas später aufgehenden Sonne. Bei schwacher NEzN- 
Brise Stärke 2 beträgt die Lufttemperatur um 4b 21.9°, die des Wassers 21,5°. 
Es fällt reichlich Tau. Einzelne graue, veränderliche St-Fetzen wandern tief 
und rasch von NE heran. Während des Vormittages säumt Ci in langen Strichen 
die Horizonte, während den Hauptteil des Himmels kieselförmige Acu decken. 
Die Sonne kann sich nur zuweilen mit voller Stärke durchsetzen, Am Horizont 
von ENE bis NNW wulsten sich mehrere gesonderte, in sich selbst bucklig auf- 
gequollene Cu auf. Während die oberen Teile als blendend weiße Türme lang- 
sam in die Höhe wachsen, werden die unteren grau, schließlich schwarz, hängen 
tief durch und wandern endlich als selbständige breite Bänke rascher über den 
nördlichen Himmel als die in der Höhe zurückbleibenden weißen Cu-Türme und 
‚Haufen. Befindet sich eine solche wulstig und tief durchgebogene, bedrohlich 
nach Regen aussehende Bank gerade in der Windrichtung dem Schiff gegenüber, 
so wird ein plötzliches lebhaftes Auffrischen der Brise wahrgenommen, Allmäh- 
lich bedecken sie größere Teile des Himmels; am N- und NW-Horizont regnet 
es in grauen Streifen. Im übrigen ist die Sicht jedoch sehr gut. Die See ist 
bei NNE-Dünung 2 nur ganz schwach gekräuselt, Die Luft ist milde, wird je- 
doch nicht so warm empfunden wie an den vorhergehenden Tagen. 12h: t, 23.2°, 
tw 22,0°, tzıeteı im Heizraum 36° (nachts 35°), 
Über Mittag klart es bis zu ’, auf. Die Cu-Türme und -Bänke beschränken 
sich weiter auf den nördlichen Himmel, Dort stehen sechs größere und vier 
kleinere aufquellende Wolken-Pinien, die wie überhitzter Dampf aus dem Schorn- 
stein der Lokomotive bei kalter Luft durcheinander quirlen und brodeln, in 
langer Reihe auf gemeinsamer Basis. Im Laufe des Nachmittages verringert 
sich die Himmelsbedeckung auf 2, gegen 18h beträgt sie kaum noch 1 und be- 
steht aus vereinzelten Cu-Häufchen und -Flocken, die locker und hell über das 
dunkle Blau ziehen. Auch die See ist tiefblau. Im Ostteil des Himmels stehen 
daneben noch zarte Ci, die den ganzen Tag über nicht wichen. Die großen Cu 
3ind hinter uns im W zusammengeschoben und nur noch als undeutlicher, von 
der Sonne gelblich erleuchteter Dunstkreis zu erkennen, Noch um 18% kann man 
fast nackt in der Sonne sitzen. In gelblichen Farben bereitet sich der Sonnen- 
untergang vor, doch bleibt es auch nach dem Untergang noch lange dämmerig. 
Um 20% weht leichter NzE 2; tı 23.2°%, tw 22.0°, t im Heizraum über Nacht 35°. — 
Ein Albatrospärchen begleitet das Schiff während des ganzen Tages. 
{2. Januar 1937, Schiffsort: Ab: 314° S, 80.8° E; 20h: 310° S, 84.4° E. 
Wir sind der südlichen Winterroute gefolgt in der Hoffnung, die Westwindtrift 
ausnutzen zu können, Doch haben wir sie nicht angetroffen. Wir haben recht 
kühle Tage hinter uns mit lebhafter Gegenbrise aus E und ESE in Stärke 4 bis 5. 
Längerer Aufenthalt an Deck ist unangenehm, auch wenn die Sonne scheint. 
Die letzte Nacht war stark bewölkt und pechfinster und noch kühler als die 
vorhergehenden. Man fröstelte, selbst im Mannschafts-Wohnraum waren nur 19°, 
Wir haben die wollenen Decken wieder hervorgeholt, Im Heizraum waren 
knapp 35% 4b; t; 19.0°, tw 21.0°%° Vor Sonnenaufgang lichtet sich der östliche 
Horizont ein wenig und zeigt tiefblutrote Färbung mit indigofarbenem Wider- 
schein im Wasser. Dann gehen die Himmelsfarben in ein seltenes eigenartiges 
Rot-Orange über. Am Vormittag reißt die Wolkendecke auf: Ci und Cist werden 
sichtbar, Gleich Dutzenden von Pfeilen kommen aus dem SE- und S-Horizont 
blendend weiße Ci-Fäden hervorgeschossen und weisen nach NW. Vom Zenit
	        
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