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Full text: 65, 1937

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1937, 
I. Marokko-Region des Atlantischen Ozearas. 3. Dezember 1936. Schiffsort: 
7b: 831.3° N, 14.5° W; 21h: 28.4° N, 15.4° W)‘). Nach einigen sommerlich warmen 
Tagen ist es seit gestern bei auffrischendem SE-Wind 4 wieder kühler geworden, 
Um Mitternacht ziehen kleine zerfasernde Cu vereinzelt von SE nach NW, 
während um 4% der Himmel ziemlich dicht mit Acu überzogen ist. Hier und 
da scheint der Mond durch ein Loch. Es fällt starker Tau, der noch nach 
Sonnenaufgang in kleinen Strähnen von der Back abfließt. Morgens gegen 7h 
beträgt die Bewölkung dagegen nur noch 4. Acu steht breit über dem S- und 
SE-Horizont. Parallele, über den ganzen Himmel von E nach W reichende 
Wolkenbänke treiben schnell in entgegengesetzter Richtung unseres Kurses von 
SE nach NW, perspektivisch an Breite zunehmend, je näher sie kommen. Wir 
brauchen bei etwa 13 Sm Geschwindigkeit 20 bis 25 Minuten zum Passieren einer 
Bank. Zwischen ihnen ziehen vereinzelte kleine, manchmal zigarrenförmige, ver- 
änderliche Cu-Wölkchen. Im S werden zwischen den Bänken auf türkisgrün- 
lichem Grunde in großer Höhe fein gestrichelte, pfeilförmig gewinkelte Ci sichtbar, 
mit der Spitze nach W. Sie nehmen in der Folge an Zahl und Größe zu, Zenit 
und See sind mattblau. 7b: tyrun 18.3°; twasser 18.5°. Der SE-Wind 4 wirft leichte 
Schaumkronen auf. Den ganzen Vormittag bleibt der Zug der Bänke in der 
gleichen Richtung. Doch lösen sie sich beim Höhersteigen, wohl unter dem 
Einfluß der Sonnenstrahlung, in Bruchstücke und oft nur winzige Reste auf, die 
aber stets die bankartige Anordnung wahren. 
Gegen 10h beginnen die aufziehenden Bänke am W-Horizont nach N hin bei 
graurauchiger Verfärbung rechtwinklig umzubiegen, Über ihnen wird ein System 
feinerer weißer Strichwolken erkennbar, das ebenfalls rechtwinklig zu den Haupt- 
bänken steht. Der Wind ist weiter mäßig und wird an Deck als kühl empfunden, 
J41: t, 20.33; tw 19.0°%° Über Mittag bildet sich Ast unter den Cu; nur durch 
wenige Fenster scheint noch das Himmelsblau, Die letzten im S noch sichtbaren 
Wolkenbänke sind lebhaft gerippelt. Gegen 16% erreichen wir eine fast wind- 
stille Zone, und auch die See ist ruhig. Es läuft eine kurze, niedrige Dünung 
aus SE über einer weiten, mäßig hohen, die um einige Strich weiter aus E kommt. 
Die Ast-Decke hat sich in einzelne, schnell von S nach N ziehende Bänke auf- 
geteilt. Über ihnen stehen auf heilblauem Himmel nord-südlich gerichtete Ci in 
Streifen und Federn, Am E-, S- und W-Horizont liegen dagegen über den 
grauen, zerteilten St gebankte weiße Cu, die wie am Morgen von SE nach NW 
ziehen. Der ziemlich farblose Sonnenuntergang und sein Widerschein verfärben 
sie im W und E hellgelb, während die tieferen St dunkelgrau mit nur schwach 
erhellten Rändern davorstehen. Es weht jetzt wieder SE-Wind mit Stärke 4. 
Es dunkelt schnell, und um 18% ist es schon finster. Die Nacht wird reichlich 
bewölkt, Himmel und Sterne sind nur in Lücken sichtbar. Um 21 beträgt die 
Lufttemperatur 21.0°, die des Wassers 20.0°. Die Zunahme der Temperatur wird 
besonders im Heizraum bemerkbar. In der vorigen Nacht (0% bis 4%) betrug 
sie dort im Mittel 28°, auf der Mittagwache (12h bis 16h) 29°, in dieser Nacht 
aber schon 31°. Man wird das Unbehagen des Schwitzens nicht mehr los. Um 
83h setzt etwa !/, Stunde lang leichter Regen ein. Die Besatzung merkt an ihrem 
Tabak. daß wir in die „feuchte Zone“ kommen, 
II. Atlantische Äquatorialregion. 9. Dezember 1936. Schiffsort: Th: 3.8° N, 
12.3° W; 21%: 2.0° N, 17.0° W. Die letzten Tage waren fast windstill, und die 
See zeigte jene unerhörte Glätte bei seidigblauem Glanz, wie sie nur in der Nähe 
des Äquators auftritt. Es ist sehr warm geworden, im Heizraum sind die Mittel- 
temperaturen in den letzten Tagen von 38° auf 42° heraufgegangen. Einige 
unbefahrene Trimmer haben schlapp gemächt. Seit gestern Mittag dagegen 
macht sich eine angenehm empfundene Brise aus SSE bis S, Stärke 2, bemerkbar, 
die am Nachmittag einen ergiebigen Regenschauer brachte. Die Nacht war 
sternklar; nur ganz vereinzelt treiben kleine Wolken über den unbeschreiblich 
glitzernden Himmel. 7b: ti 27.0°%. tw 27.5°. Der Himmel ist um 8 mit Cu 
1) Vgl. den Wittrgs.-Verlauf eines Herbst- und Wintertages im gleichen Gebiet in: Ann. d. Hydr. 
usw, 1933, S. 35 [Schweigler] u. 1936, S. 493 [Brandtner].
	        
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