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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

Goedecke, E.: Die Gesamtkalkgehalts- u. Alkalinitätsverhältnisse im Oberflächenwasser usw. 415 
Gebiete mit maximalem 4 A-Gehalt vorhanden. Überraschend ist, daß das unter 
dem Einfluß der Rhein—Maas-Mündungen stehende holländische Küstengebiet, 
das in beiden vorangegangenen Abbildungen hinsichtlich der Verteilung und der 
Größe der beiden Kalkgehalte eine vorherrschende Stellung einnimmt, hinsichtlich 
der Verteilung des 4 A-Gehaltes von dem breit ausgedehnten englischen Küsten- 
gebiet übertroffen wird, Nur die Flußmündung der Maas selbst kann größen- 
ordnungsgemäß mit dem englischen Küstengebiet einen Vergleich aushalten. Die 
starke Zunahme des AA nach der englischen Küste zu und die Herausbildung 
dieser breiten Küstenzone zwischen der Themsemündung und dem Feuerschiff 
„Smith’s Knoll“ wird zu dieser Jahreszeit wahrscheinlich durch den Kalkgehalt 
des über den flachen Sänden im Oberflächenwasser in Schwebe gehaltenen 
anorganischen und planktonischen Detritus’ hervorgerufen, Die in diesem Gebiet 
gleichzeitig gewonnenen Oberflächenplanktonproben zeigten schon bei der Bearbei- 
tung an Bord, daß das Plankton dieses Gebietes hauptsächlich aus abgestorbenen 
Planktonten und relativ großkörnigem anorganischen Material (vorwiegend aus 
Quarzkörnern) bestand. Zusammengefaßt sind auch in dieser Abbildung der 
A A-Verteilung dieselben hydrographischen Besonderheiten herauszulesen wie in 
den vorigen. In der Mitte des Untersuchungsgebietes erstreckt sich von Süden 
nach Norden das mit „Inseln“ und „Blasen“ ausgefüllte Minimumgebiet des 
Kanalstromes. Das holländische Küstengebiet mit der Rhein—Maas-Zunge und 
derjenigen von Helder und das englische Küstengebiet mit der Themse- und der 
zugehörigen Gegenzunge sowie das Nordwestgebiet heben sich deutlich hervor. 
An das eigentliche Hoofdengebiet, nördlich des 53, Breitengrades, schließt 
sich ein bei der Hinfahrt und bei der Rückfahrt des „Poseidon“ einmal unter- 
suchtes Gebiet an, Die hydrographischen Verhältnisse wurden schon früher in 
zwei Vertikalabschnitten festgehalten [siehe (2) die Figuren 18 und 19 auf Tafel 4]. 
Die Kalkgehaltsverhältnisse im Oberflächenwasser mit den dazugehörigen Tempe- 
ratur- und Salzgehaltsbeobachtungen sind in den Abb. 4 und 5 dargestellt. 
Bemerkenswerte Einzelheiten sind aus den in diesen Abbildungen wiedergegebenen 
Kurvenbildern nicht herauszulesen. Merkwürdig ist nur, daß die Kalkgehalts- 
verhältnisse in diesem nahezu gleichmäßig temperierten Gebiet mit fast einheit- 
lichem Salzgehalt zu der Winterjahreszeit großen Schwankungen unterliegen 
können. Diese Änderungen im Gesamtkalkgehalt und in der Alkalinität des 
Oberflächenwassers werden wahrscheinlich in erster Linie durch starke Wasser- 
versetzungen bedingt sein. 
Die Kalkgehaltsuntersuchung als Hilfsmittel zur Unterscheidung der Wasserkörper 
der Hoofden. 
Wenn wir die Einzelergebnisse der drei in den Abb, 1 bis 3 wiedergegebenen 
Kalkgehaltskomponenten zusammenfassen, so ist einwandfrei festzustellen, daß 
neben den Nährstoffuntersuchungen (s) auch die zu gleicher Zeit ausgeführten 
Kalkgehaltsbeobachtungen ausgezeichnet dazu geeignet sind, als Hilfsmittel zur 
Unterscheidung von Wasserkörpern im Oberflächenwasser der Hoofden zu dienen. 
Je mehr man nun die vorliegenden Ergebnisse dieser Kalkgehaltsbestimmungen 
prüft und sie mit den übrigen korrespondierenden Ergebnissen der Nährstoff-, 
Temperatur- und Salzgehaltsuntersuchungen vergleicht, desto mehr kommt man 
zu der Überzeugung, daß nicht die geographische Verteilung der einzelnen 
Komponenten für sich in der Lage ist, das Gebäude der „Wasserkörper der 
Hoofden“ aufzubauen, sondern daß vielmehr aus der Synthese der Ergebnisse 
dieser Einzeluntersuchungen auf das Vorhandensein verschiedener Wasserkörper 
[siehe unter (+) auf S. 31 und Fig. 23 u. 25 auf Tafel 4] geschlossen werden kann. 
Der betreffende Wasserkörper zeichnet sich dadurch aus, daß er sich in Gesell- 
schaft mit umgebenden verlagert und sich am Ursprungsort gleich wieder 
erneuert, ohne daß er seine hydrographischen Grunderscheinungen bei Mischung 
mit anderen Wasserkörpern verliert. Als Beispiel hierfür können die durch die 
abfließenden Wassermengen der Flüsse oder der Priele mit dem salzhaltigeren 
Wasser des offenen Meeres gebildeten Wasserkörper wie vor der Themse- und 
der Rhein—Maas-Mündung gelten.
	        
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