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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

Lohr, A.: Orkanartiger Sturm auf den Azoren am 9, Februar 1936. 
405 
La. | IE | IV. | V. | VE | VIL]VIILT 1X. | X, | XI | IL] Jahr 
78.1| 72.7 72,61 754 59.1 | 26.6| 22.7 46,8 | 61.8| 67.3 786 86.1 | 742.4 
135.4 126.7/ 120.1! 120.3 90.0 43.5 | 39.9 | 65.6 | 91.8 | 108.0 129.41147.2 11217.9 
Ponta Delgada. .. 
Faja de Cima ... 
Differenz der 
Mittelwerte, .. . } 
62,3' 54.0! 47,5) 44.9 30.9 | 16.9 | 17.2] 19.3 | 30.0 | 40.7| 50,8) 61.1 | 475.51 
Am Nordrande der Insel wurden am Sturmtage auf einem freigelegenen 
Plateau im Nordosten der Stadt Ribeira Grande an der in der Geländeskizze 
mit I bezeichneten Stelle eine Windzunahme bis auf 16 m/sec festgestellt, wobei 
in Böen sogar 26 m/sec erreicht wurden. Der Beobachtungsplatz überragte die 
Stadt und war nach SW freigelegen, Die Pressung der Stromlinien beim Über- 
strömen des Plateaus, die als Ursache für die Windzunahme anzunehmen ist, 
kam voll zur Wirkung, da 
keine Verwirbelung der 
Strömung durch Gelände- 
Formationen bedingt war, 
Westlich von dieser 
Beobachtungsstelle wur- 
den in einem schlucht- 
artigen Hohlwege, der 
zwischen den beiden Berg- 
kegeln 171 und 229 steil 
zum Meere hinabführte 
(Punkt II in der Gelände- 
Skizze), weitere Wind- 
messungen vorgenommen, 
An allen Stellen des Hohl- 
weges herrschte ein Wind 
von 18 m/sec. An der Ein- 
mündung des Hohlweges 
an das Ufer der Bucht 
schnellte die Windstärke 
in den Böen auf über 
30 m/sec hoch. Im Hohl- 
weg war durch Verwirbe- 
lung die Stärke des Windes herabgemindert. Die Zunahme des Windes durch 
die Einengung der Stromlinien in dem schmalen Hohlweg konnte dadurch nicht 
voll zur Wirkung kommen. Diese trat erst bei der trichterartigen Erweiterung 
des Hohlweges unmittelbar am Ufer in Erscheinung. Es ist dies außerdem ein 
Beispiel für das Auffrischen des Windes beim Übergang von Land auf Wasser. 
In der gleichen Bucht bot sich noch folgendes interessante Schauspiel. 
Es stand von den Vortagen noch eine hohe Norddünung in die Bucht hinein 
gegen die Fallböen aus SW und zum Teil aus S vom Steilufer herab anprallten, 
so daß hohe Gischtfahnen und Wasserkämme in breiter linearer Front mit dem 
Sturme dahinfegten. Da sowohl von der West- als auch von der Südseite der 
Bucht schluchtartige Geländesenkungen sich zum Meere hinabzogen, bewirkten 
die aus diesen ausschießenden Fallböen die Ausbildung von gleichzeitig mehreren 
Wirbeln, die in kreisförmigen Bahnen umherschossen, um nach einiger Zeit, so- 
bald sie am Ausgang der Bucht in die Nähe der freien See kamen, zu zer- 
fallen. In diesen Wirbeln wurden Wassermassen etwa 5 m tulpenförmig hoch- 
gezogen. Diese hochgewirbelten Wassermassen hatten das charakteristische Aus- 
sehen des Fußes einer Wasserhose, Es fehlte nur der Schlauch oder eine aus 
der darüber befindlichen Wolke herabhängende Zacke. Es handelte sich bei 
dieser Erscheinung um eine nur wenige Dekameter über die Wasseroberfläche 
hochragende Wirbelbildung. Dieses Schauspiel des Entstehens und Vergehens 
der Wasserwirbel wiederholte sich. Der Bereich, in dem sich diese Wasserwirbel 
entwickelten und bewegten, ist in der Geländeskizze durch einen punktierten 
Kreis (III) abgegrenzt. In der von Steilwänden halbkreisförmig umgebenen
	        
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