Lohr, A.: Orkanartiger Sturm auf den Azoren am 9, Februar 1936.
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La. | IE | IV. | V. | VE | VIL]VIILT 1X. | X, | XI | IL] Jahr
78.1| 72.7 72,61 754 59.1 | 26.6| 22.7 46,8 | 61.8| 67.3 786 86.1 | 742.4
135.4 126.7/ 120.1! 120.3 90.0 43.5 | 39.9 | 65.6 | 91.8 | 108.0 129.41147.2 11217.9
Ponta Delgada. ..
Faja de Cima ...
Differenz der
Mittelwerte, .. . }
62,3' 54.0! 47,5) 44.9 30.9 | 16.9 | 17.2] 19.3 | 30.0 | 40.7| 50,8) 61.1 | 475.51
Am Nordrande der Insel wurden am Sturmtage auf einem freigelegenen
Plateau im Nordosten der Stadt Ribeira Grande an der in der Geländeskizze
mit I bezeichneten Stelle eine Windzunahme bis auf 16 m/sec festgestellt, wobei
in Böen sogar 26 m/sec erreicht wurden. Der Beobachtungsplatz überragte die
Stadt und war nach SW freigelegen, Die Pressung der Stromlinien beim Über-
strömen des Plateaus, die als Ursache für die Windzunahme anzunehmen ist,
kam voll zur Wirkung, da
keine Verwirbelung der
Strömung durch Gelände-
Formationen bedingt war,
Westlich von dieser
Beobachtungsstelle wur-
den in einem schlucht-
artigen Hohlwege, der
zwischen den beiden Berg-
kegeln 171 und 229 steil
zum Meere hinabführte
(Punkt II in der Gelände-
Skizze), weitere Wind-
messungen vorgenommen,
An allen Stellen des Hohl-
weges herrschte ein Wind
von 18 m/sec. An der Ein-
mündung des Hohlweges
an das Ufer der Bucht
schnellte die Windstärke
in den Böen auf über
30 m/sec hoch. Im Hohl-
weg war durch Verwirbe-
lung die Stärke des Windes herabgemindert. Die Zunahme des Windes durch
die Einengung der Stromlinien in dem schmalen Hohlweg konnte dadurch nicht
voll zur Wirkung kommen. Diese trat erst bei der trichterartigen Erweiterung
des Hohlweges unmittelbar am Ufer in Erscheinung. Es ist dies außerdem ein
Beispiel für das Auffrischen des Windes beim Übergang von Land auf Wasser.
In der gleichen Bucht bot sich noch folgendes interessante Schauspiel.
Es stand von den Vortagen noch eine hohe Norddünung in die Bucht hinein
gegen die Fallböen aus SW und zum Teil aus S vom Steilufer herab anprallten,
so daß hohe Gischtfahnen und Wasserkämme in breiter linearer Front mit dem
Sturme dahinfegten. Da sowohl von der West- als auch von der Südseite der
Bucht schluchtartige Geländesenkungen sich zum Meere hinabzogen, bewirkten
die aus diesen ausschießenden Fallböen die Ausbildung von gleichzeitig mehreren
Wirbeln, die in kreisförmigen Bahnen umherschossen, um nach einiger Zeit, so-
bald sie am Ausgang der Bucht in die Nähe der freien See kamen, zu zer-
fallen. In diesen Wirbeln wurden Wassermassen etwa 5 m tulpenförmig hoch-
gezogen. Diese hochgewirbelten Wassermassen hatten das charakteristische Aus-
sehen des Fußes einer Wasserhose, Es fehlte nur der Schlauch oder eine aus
der darüber befindlichen Wolke herabhängende Zacke. Es handelte sich bei
dieser Erscheinung um eine nur wenige Dekameter über die Wasseroberfläche
hochragende Wirbelbildung. Dieses Schauspiel des Entstehens und Vergehens
der Wasserwirbel wiederholte sich. Der Bereich, in dem sich diese Wasserwirbel
entwickelten und bewegten, ist in der Geländeskizze durch einen punktierten
Kreis (III) abgegrenzt. In der von Steilwänden halbkreisförmig umgebenen