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Full text: 65, 1937

404 Annalen der Hydrographie und Maritimen Mleteorologie, September 1937. 
Flores und Horta einen sehr unruhigen Verlauf der Temperatur. In Horta 
schwankt die Temperatur zwischen 6h und 14b obgleich die Windrichtung in 
dieser Zeit dauernd südwestlich blieb, zwischen 16.4° und 183.9°% Es hängt dies 
offenbar damit zusammen, daß nur Ponta Delgada in einem einheitlichen Luft- 
körper, der subtropischen Warmluft verblieb, während die anderen Stationen 
trotz der einheitlichen SW-Strömung wechselnd im Bereiche der subtropischen 
und der subpolaren Luftmassen sich befanden. 
Der in Flores um 17h einsetzende Temperatursturz bis auf 10° fällt mit dem 
Umspringen des Windes nach W bis NW kurz nach Eintritt des tiefsten Baro- 
meterstandes zusammen. Der um 22h erfolgende Wiederanstieg der Temperatur 
in Flores im Bereiche der inzwischen durchgedrungenen Nordströmung ist ver- 
mutlich im Hinblick auf die bereits geschilderte Lage des Observatoriums auf 
Föhnwirkung zurückzuführen. 
Sturmwirkungen in Ponta Delgada und auf der Nordseite der Insel 
am 9, Februar 1936, 
Mächtige, steile Brecher türmten sich bis zu einer Höhe von 10 bis 15 m 
über dem Wellenbrecher des Hafens in Ponta Delgada auf und stürzten dann 
über die 12 m breite Mauer hinweg, wobei es oft vorkam, daß auf der Leekante 
des Wellenbrechers unter der Einwirkung der Leewirbel die Wassermassen wieder 
nach der Luvseite gezogen wurden, und zwar in einer Mächtigkeit, als ob sie 
vom Wind aus der Leeseite über die Leekante hochgepreßt würden. 18 m vom 
Wellenbrecher entfernt schlug der Wind in Fallböen auf der Leeseite auf das 
Wasser im Hafenbecken auf. Mächtige Seen rollten als Grundseen in dem vom 
Wellenbrecher nicht geschützten Teile des Hafens an. Die ganze Bucht war 
von dem mit dem Sturme fortgetragenen Gischt erfüllt. 
Um den Verlauf des Sturmes auch auf der Leeseite der Insel Säo Miguel zu 
studieren, wurde die Insel im Kraftwagen von Ponta Delgada ausgehend von Süd 
nach Nord durchquert, und auf diese Weise konnte ein Querschnitt durch das 
Stromfeld über die Insel hinweg gewonnen werden, Man erhielt dabei ein ge- 
schlossenes Bild der Strömung, da die Querung der Insel nur 30 Minuten in 
Anspruch nahm. Bei dieser Querung der Insel und ebenso dann bei den auf 
der Nordseite der Insel angestellten Windmessungen wurden überall Beispiele 
für die Beeinflussung des Stromfeldes der Luft durch die Geländeformationen 
beobachtet. Allgemein kann gesagt werden, daß der Wind auf der Nordseite 
der Insel wegen der hier häufig auftretenden Fallwinde aus dem gebirgigen 
Inneren der Insel erheblich böiger war als auf der Luvseite der Insel. Es pendelte 
auf der Nordseite der Insel die Windstärke innerhalb 1 bis 2 Minuten an 
mehreren Stellen zwischen 10 und 20 m/sec, 
Bei der Abfahrt von Ponta Delgada nach dem Norden der Insel war auf 
See südlich der Insel starker Regen zu beobachten, während im Bereiche von 
Ponta Delgada nur ganz geringer Regen fiel. Schon in 175 m Höhe über der 
Stadt am Südrande des Inselplateaus bei dem Orte Faja de Cima wurde der 
Regen wieder sehr stark und ließ dann nach der Mitte des Plateaus zu rasch 
immer mehr an Stärke nach. Die am Südrande des Plateaus ganz niedrige, 
dichte Nimbusdecke wurde nach dem Inneren der Insel zu heller und lockerer 
und am Nordrande des Plateaus erfolgte die rasche Wolkenauflösung, während 
weiter draußen auf See nördlich der Insel wieder ergiebiger Regenfall zu 
beobachten war. Die Regelmäßigkeit dieser Erscheinung beim Überströmen der 
Insel kommt bei einem Vergleich der mittleren Niederschlagsmengen von Ponta 
Delgada und dem 150 m darüber am Rande des Inselplateaus gelegenen Faja 
de Cima klar zum Ausdruck. 
Es liegen aus den Jahren 1916 bis 1929 gleichzeitige Beobachtungsreihen 
des Niederschlages von Ponta Delgada (Seehöhe 22 m) und Faja de Cima (See- 
höhe 175 m) vor!). Die folgende Zahlentafel der 14jährigen mittleren Monats- 
summen des Niederschlages an den beiden Orten gibt ein Bild von den ge- 
schilderten, orographisch bedingten Verhältnissen, 
1} Service Meteorologique des Acöres. Resume d’observations 1916 u. folgende. Lissabon,
	        
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