396 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1937.
auf „Startbreite, Ost-West“ (rechts). Diese schneidet die Punktreihe „Ankunfts-
breite“ unter 24,3° N. In der Karte wird diese Breite auf dem Meridian 26.2° W
(20 Längengrade westlich von San Fernando) bezeichnet und mit San Fernando-
Cadiz durch eine Gerade verbunden, Die entsprechende durch Martinique gehende
Ortslinie für den Bebenherd wird festgelegt, indem zum Richtstrahl nach 100°
der Kompaßrose die Parallele durch den Punkt 14.6° N auf „Startbreite, West-
Ost“ (links) gezogen wird; sie schneidet die mittlere Punktreihe „Ankunftsbreite“
unter 10.0° N. Den Punkt 10.0°N, 41.1°W in der Karte (20 Längengrade von
Martinique entfernt) verbindet man mit Martinique und erhält als Ort des Erd-
bebens (Seebebens) den Schnittpunkt der beiden Geraden unter 10.2° N, 42.1° W.
Die sphärisch-trigonometrische Rechnung ergibt 10.5° N, 41.7° W,
Der Abstand des graphisch gefundenen vom berechneten Ort beträgt beim
ersten Beispiel 8.5 Sm, beim zweiten 30 Sm (55 km). Bei Aufgaben wie den eben
behandelten, bei denen es sich z. T. um ausgeprägte „Fernpeilungen“ handelt,
ließe sich die Genauigkeit der Auswertung erhöhen, indem das Diagramm statt
einer eine Schar hyperbolischer Punktfolgen, für 20, 30, 40 und mehr Grad Längen-
unterschied erhielte, Unter diesen verschiedenen Punktfolgen wäre dann jeweils
diejenige für den größten noch anwendbaren Längenunterschied zu benutzen,
um eine möglichst genaue Eintragung der Peilstrahlen in die Karte zu gewähr-
leisten. — Für die Berechnung des Diagramms sei auch verwiesen auf A, Roth,
Studie über die Schiffahrt im größten Kreise (Ann. d. Hydr. 32, 1904, besonders
S. 383 £f.). A. Schumacher,
6. Nachtrag zum Verzeichnis der Veröffentlichungen von Wilhelm
Meinardus. Das im Juli-Heft gegebene Verzeichnis der Veröffentlichungen
von W. Meinardus ist durch die folgenden Titel zu ergänzen und reicht dann
bis Mitte 1937:
1895.
Eine neue Methode zur Berechnung mittlerer Meerestiefen. Verb, d. Ges, f. Erdkunde zu Berlin, XXII,
Berlin 1893. 8. 63—68.
1899,
Die Entwicklung der Karten der Jahres-Isothermen von Alexander von Humboldt bis auf Heinrich
Wilhelm Dove. Wissenschaftliche Beiträge zum Gedächtnis der hundertjährigen Wiederkehr
des Antritts von Alexander von Humboldts Reise nach Amerika am 5. Juni 1799, Aus Anlaß
des Siebenten Internationalen Geographen-Kongresses herausgegeben von der Ges, f. Erdk, zu
Berlin. Berlin 1899, 328,
Neuere Fortschritte auf dem Gebiete der Wettervoraussage auf längere Zeit, Mitt, d, Deutschen
Landwirtschafts-Gesellschaft XIV, Nr. 10, Berlin 1899. S, 133—135.
1912.
Skizze des Klimas von Münster i. W.. Festschrift der 84. Versammlung Deutscher Naturforscher und
Arzte in Münster. Münster 1912. S. 83—90.
1928.
Die mittlere Höhe und Eisbedeckung der Antarktis. Forschungen und Fortschritte, 4. 1928, S, 34—35,
1934.
Die jährliche Niederschlagsmenge der Erde, Forschungen und Fortschritte. 10. 1934. $S. 156.
1937.
Allgemeine Zirkulation und EEG in der Eiszeit. Frankfurter Geographische Hefte
XI, 1937. Frankfurt a. M. 1937. 8. 95—98, Vgl. auch Meteorol. Zeitschr. 54, Braunschweig
1937 ©. D55—256. RB. Sehulz.
7. Neuzeitliche Navigation: Nantisches Jahrbuch und Zifferblatt des
Chronometers. Vor allem im Zusammenhang mit der Luftnavigation wurden
im letzten Jahrzehnt zahlreiche Vorschläge zur Vereinfachung der astronomischen
Navigation gemacht, Die Deutsche Seewarte hat im Auftrag des Oberkommandos
der Kriegsmarine die Prüfung und praktische Erprobung dieser Vorschläge über-
nommen. Einen Gesamtbericht über diese Arbeiten, über die eine Folge von
Aufsätzen unter dem Titel „Neuzeitliche Navigation“ im „Seewart“ berichten wird,
gibt F. Conrad in Heft 8 als Einleitung!). Soweit sich die Versuche auf das
Zifferblatt des Chronometers und auf das Nautische Jahrbuch beziehen, berichtet
H.C. Freiesleben im gleichen Heft des „Seewart“ über den Stand dieser Versuche,
1) Vgl, „Die Deutsche Nordatlantische Expedition auf dem Vermessungsschiff »Meteor« 1937,
1. Abschnitt“ vom gleichen Verf. in Nr. 30 der „Hansa“ 1937.