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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

Kleinere Mitteilungen, 
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Zeit durch eine Veröffentlichung A. Pepplers!), die den Zeitraum 1934—19836 
amfaßt, erneut bestätigt. 
Während Dorno, einer der Bahnbrecher der meteorologischen Strahlungs- 
forschung, als Ursache eine vermehrte Auflockerung der Atmosphäre®) in der 
zweiten Jahreshälfte annimmt, die den kurzwelligen Strahlen ein tieferes Ein- 
dringen gestattet, hatte man vor ihm angenommen, daß die im Frühjahr dichtere 
Ozonschichte der Höhe das auffällige Überwiegen des kurzwelligen Ultraviolett- 
lichtes im Herbst gegenüber dem Frühling bewirke. 
An diese frühere, eben erwähnte Annahme knüpft auch der Direktor des 
Crohamhurst Observatory, Prof, Dr, Inigo Jones, an. In zwei Schriften®), in 
denen er die Meteorologie geradezu als einen Zweig der Astronomie bezeichnet, 
geht Jones davon aus, daß die zwar gleich weit von der Sommersonnenwende 
einer betreffenden Erdhälfte entfernten Monate trotz ungefähr gleicher Sonnen- 
scheindauer (mögliche Dauer! Anm, d. V.) und gleicher Sonnenabweichung vom 
Gleicher doch recht verschiedenen Özongehalt aufweisen. Wären die Sonnen- 
filecken der gesamten Sonnenoberfläche, die der Erde zugekehrt ist, die Ursache 
der Ozonbildung, so müßte man nicht nur einen Höchstwert zur Zeit der Sonnen- 
nähe annehmen, der sich überdies auf der ganzen Erde beobachten ließe, sondern 
es müßte außerdem ein Höchstwert für die betreffende Erdhälfte jeweils mit 
dem höchsten Sonnenstande zusammentreffen. Abweichend davon ergaben jedoch 
die Beobachtungen, daß die Höchstwerte immer im Frühling (März auf der Nord- 
halbkugel der Erde, September auf der Erdsüdhälfte) der betreffenden Erdhälfte 
zu finden sind, 
Jones, der in beiden Schriften*) stark für die Annahme eintritt, daß die 
Sonnenflecken einen recht beträchtlichen Einfluß auf das Wetter nehmen, macht 
diese auch für den wechselnden Gehalt an Ozon in den oberen Schichten der 
Lufthülle verantwortlich, Ganz allgemein spricht er in seinen Veröffentlichungen, 
daß südlich des Sonnengleichers auftretende Flecken mehr die Südhälfte der 
Erde beeinflussen und nördlich des Sonnenäquators erscheinende Flecken mehr 
auf die Nordhalbkugel der Erde einwirken. Er nennt diese Entdeckung den 
Süd-Süd- und Nord-Nord-Effekt. An einer Stelle®) bezeichnet er diesen Zu- 
sammenhang sogar als Gesetz (.. therefore may be set down as a law, that is 
‘he southern spots that affect the weather of southern countries; and the 
northern spots, that of northern countries ,..), Bekanntlich ist im Frühling 
einer Erdhälfte die ihr entgegengesetzte Sonnenhälfte mehr zugekehrt (also bei 
ans im März der Sonnensüdpol), so daß also die südlich des Äquators [bekannt- 
lich treten die Sonnenflecken in zwei Streifen nördlich und südlich des Sonnen- 
gleichers auf®)] auftretenden Flecken in unserem Frühling (im Herbst der Süd- 
ardhälfte) nahezu die der Erde zugekehrte Sonnenmitte passieren (in unserem 
Herbst ziehen die nördlich des Sonnengleichers erscheinenden Flecken durch die 
Sonnenmitte) und daher einen stärkeren Einfluß als die „nördlichen“ Sonnen- 
flecken haben, die nur „seitlich“ also nicht mit ihrer ganzen Kraft wirken 
können. Jones’ Ergebnisse sind sicherlich sehr interessant, freilich müßte man 
aber bezüglich des Ozongehaltes gerade das Gegenteil annehmen, weil „nördl.“ 
Sonnenflecken in unserem Herbst (das Entsprechende gilt immer für die Süd- 
halbkugel) unsere Gebiete mehr beeinflussen, daher auch mehr Ozon erzeugen 
sollten, das Jones ohnehin als Schutzschild der Erde gegen zu starke UV. 
Strahlung bezeichnet, Vermehrte Strahlung (größere Sonnentätigkeit) löst ja 
') Albert Peppler: Messungen der U, V.E.-Strahlung mit dem mediz. Dosimeter in der Rhein- 
ebene und im Schwarzwald, Zeitschr, f. angew. Meteor. „Das Wetter“, 54, 8, 21f. — % C. Dorno: 
Tägl., jährl. und säkulare Schwankungen der Sonnenstrahlung nach Beobachtungen in Davos, Zeitschr, 
für angew. Meteor. „Das Wetter‘, 46, 8, 65 ff, — % Inigo Jones, Director of Bureau of Seasonal 
Forecasting, Council of Aprieulture, Brisbane, Queensland: Seasonal Forecasting — Meteorology as 
a Branch of Astronomy, Brisbane, 1932. — Inigo Jones: Seasonal Forecasting — Proofa of solar- 
terrestrial connection as s Factor in Seasonal Weather Forecasting. Brisbane. 1931. — *) Siehe 
dazu auch: Crohamhurst Observatory, Observatory Paper No. 5 (Collected as Evidence of the Repetition 
of the Westher in Cycles, under the Hypothesis now being investigated at the Crohamhurst Obser- 
vratory. Compiled by I. Jones, 1936, — %) Seite ® von „Seasonal Forecasting“, 1932. — °) Bekannt 
als „Schmetterlingsphänomen“ in der Sonnenfleckenstatistik (Oswald Thomas: Astronomie-Tatsachen 
und Probleme, 19341.
	        
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