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Full text: 65, 1937

358 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1937, 
dafür angegeben werden, weswegen für die Rückseite eine weniger gute Über- 
einstimmung mit den Wettervorgängen beobachtet wurde. Die in den Wetter- 
karten festgestellten Flächenänderungen (Kontraktionen und Dilatationen) können 
durch die Ungenauigkeiten der Trajektorienbestimmung zum Teil nur vor- 
getäuscht sein, zumal die wahren Änderungen gerade ins Gegenteil gekehrt sein 
können, da es sich nur um kleine Beträge der Flächenänderung auf der Rück- 
geite handelt. 
I11. Beispiel, Material und Arbeitsmethode, 
1. Beispiel. 
Eine Zyklone, welche in einer südwestlich-nordöstlich von Spanien nach 
Finnland verlaufenden Tiefdruckrinne sich über der Danziger Bucht in der 
Nacht vom 11./12. März 1936 entwickelte und dort ortsfest wurde, war durch 
ihre betreffs vorhandenen synoptischen und aerologischen Materials günstige Lage 
besonders geeignet für eine eingehende Untersuchung der Zirkulationsänderung 
innerhalb ihrer Rückseitenkaltiuft. Die Zirkulationsänderung wurde dabei für 
die Zeit der stärksten Zyklonenentwicklung bestimmt, und zwar vom 11. März 
19 Uhr bis 12, März 05 Uhr bzw. 08 Uhr MEZ, 
2, Material. 
An Beobachtungsmaterial für die Untersuchung stand folgendes zur Ver- 
fügung: 
a) für die Bodenwetterkarten. 
Das gesamte Funkobs der Dt. Seewarte und Flugwetterwarte Hamburg, die 
Regionalmeldungen der Wetterdienstbezirke Hamburg, Hannover, Berlin, Halle- 
Leipzig, Breslau und Königsberg zu den synoptischen Terminen 02, 05, 08, 11, 
14, 17, 19 und 23 Uhr. Einige aufschlußreiche Bodenbeobachtungen wurden den 
Wetterkarten des Reichswetterdienstes Ausgabeort Berlin, Breslau und Magdeburg 
entnommen; 
b) für die Höhenwetterkarten. 
Die deutschen aerologischen Beobachtungen aus dem Deutschen Meteorologischen 
Jahrbuch 1936, Teil V (31). 
Die ausländischen aerologischen Beobachtungen und Ergänzungen zu den 
deutschen Höhenwindmessungen aus den täglichen Wetterberichten der Dt. See- 
warte Hamburg (s2). Der Meteorologischen Zentralanstalt Finnlands in Helsinski 
verdanke ich die Übersendung der finnischen und schwedischen aerologischen 
Messungen. 
Für die Überlassung und Übersendung des zahlreichen Materials sei den 
beteiligten Dienststellen und Instituten an dieser Stelle herzlich gedankt. 
3. Methode zur Gewinnung der Wetterkarten. 
a) Bodenwetterkarten. 
Da für die Verlagerung der in der Kaltluft gelegenen geschlossenen flüssigen 
Linien später die Trajektorien ihrer Massenpunkte mit Hilfe des Gradientwindes 
bestimmt werden, ist die nächstliegende Aufgabe: die Gewinnung von Druckfeld- 
karten für möglichst kurze Zeitabstände. Es wurden daher in Arbeitskarten 
des Dt. Flugwetterdienstes (Maßstab 1 : 2.5 Mill.) zu den synoptischen Terminen 19, 
23, 02, 05 und 08 Uhr MEZ für die Nacht vom 11./12, März 1936 Karten der 
Druckverteilung gezeichnet. Da nur für Deutschland und Polen genügend Wetter- 
meldungen für die dreistündigen Karten vorlagen, wurden für die von den Luft- 
bahnen bestrichenen Länder (Dänemark, Norwegen, Schweden und Baltikum) die 
Druckwerte für die 23 und 02 Uhr-Termine durch Interpolation aus den 05 Uhr- 
und 19 Uhr (des Vortages)-Werten gewonnen, Die Druckwerte für die 05 Uhr- 
Karte wurden aus den 08 Uhr Druckwerten und der im Wettertelegramm mit- 
enthaltenen dreistündigen Barometertendenz ermittelt. Die Interpolation konnte 
in diesen Ländern insofern ohne große Bedenken durchgeführt werden, als die 
dreistündigen Druckänderungen des 19 Uhr- und 08 Uhr-Termins dort ortsfest 
und der Anderungssinn erhalten blieben. Die Konstruktion der im Abstand von
	        
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