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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

Schumacher, A.: Der Oberflächenschöpfer von O. Sund in weiterentwickelter Form. 353 
bezogenen Schöpfer wurden weitere derartige Geräte beschafft, um vor allem 
auch ein Gerät zu haben, das freiwilligen Beobachtern zur Handhabung ohne 
Hilfe mitgegeben werden kann. Bei diesen im Lauf der letzten Jahre von der 
Firma W, Friedrichs in Lokstedt-Schnelsen bei Hamburg gelieferten Schöpfern 
wurden einige Änderungen angebracht, um Störungen, die bei dem ursprüng- 
lichen Modell noch gelegentlich auftraten, tunlichst ganz zu verhindern (vgl. 
die Figur auf S. 352 mit der Fig. 1 auf S. 334 a. a. 0). 
Die Außenpolsterung gegen Schläge gegen die Bord wand besteht nicht mehr 
aus Tauwerk, das bald seine Elastizität verliert, sondern aus Gummiringen. Um 
den dadurch verursachten größeren Widerstand beim Schleppen wieder zu ver- 
mindern, ist der eigentliche Schöpfer, der seine ursprüngliche Größe behalten 
hat, einigermaßen strömungsgerecht umkleidet worden, indem oben ein Kegel- 
stumpf, in der Mitte zwischen den beiden Gummiringen ein Zylinder über- 
geschoben ist, und schließlich am unteren Ende eine annähernd halbkugelförmige 
Kuppe aufgeschraubt wird, die gleichzeitig als Schutz für den Zapfhahn dient 
und also bei jeder Wasserprobenentnahme abgenommen werden muß. Die Ver- 
kleidung zwischen den beiden Ringen ist an ihrem oberen Ende, zu den Ausfluß- 
öffnungen hin, konisch verjüngt. Diese Öffnungen, die beim Originalmodell ganz 
nahe am oberen Rande sitzen, befinden sich jetzt unterhalb des oberen Ringes. 
Um ein Verklemmen des Thermometerhalters in seiner Verschraubung zu ver- 
hüten, wie es beim ursprünglichen Modell bei Schlägen gegen die Bordwand 
vorkam, ist der Trichter mit einer kurzen zylindrischen Führung im oberen 
Rand des Schöpfzylinders versehen worden. Das Rohr des Thermometerhalters 
hat einen um mehrere Millimeter größeren Durchmesser erhalten. Zur Erleichte- 
rung des An- und Abschraubens tragen der Trichter und die Schutzkappe für 
den Zapfhahn je zwei hart eingelötete Zapfen (beiläufig sind alle Teile hart ver- 
lötet). — Die von der Firma Richter & Wiese gelieferten Thermometer sind in 
Zehntelgrade geteilt und reichen von — 1° bis 17° bzw. von 14° bis 35%, Ihre 
Skalen sind besonders sorgfältig und fest in das Rohr passend eingeschliffen. 
Der Schöpfer in dieser neuen Form wiegt gefüllt nicht ganz 6 kg, etwa 1 kg 
weniger als eine — viel unhandlichere — Zinkpütz voll Wasser, Der nutzbare 
Inhalt ist durch das Tiefersetzen der Ausflußlöcher auf 750 bis 800 cm} vermindert 
worden (beim alten Modell 900 cm?); bei Neuanfertigungen — bei denen sich 
übrigens wohl auch durch Verwendung von Leichtmetall eine bedeutende Ge- 
wichtsersparnis erzielen ließe — könnte er durch Verschieben der Öffnungen 
noch wieder etwas vergrößert werden. Er reicht aber noch bei weitem zum 
Spülen und Füllen der Wasserprobenflaschen aus. Die Durchspülung des Schöpfers 
hat durch die Verlegung der Abflußlöcher hinter den Gummiring und dadurch, 
daß sich jetzt im oberen Ende ein Luftraum bilden kann, praktisch nicht gelitten. 
Bei Ausspülungsversuchen mit Seewasser und gefärbtem Wasser auf der Elbe 
genügte eine Schleppzeit von zwei bis drei Minuten, um das Seewasser (von 35% 09 
Salzgehalt) bzw. das gefärbte Wasser völlig durch reines Flußwasser zu ersetzen. 
Diese Zeit wird also sicher beim normalen Gebrauch des Geräts ausreichen. Sie 
ist andererseits aber auch erforderlich zur Angleichung an die Wassertemperatur. 
Bezüglich der Temperaturmessung könnte man von der Verringerung der die 
Thermometer umgebenden Wassermenge eine Beeinträchtigung befürchten; dem- 
gegenüber ist auf die isolierende Wirkung der strömungsgerechten Verkleidung 
hinzuweisen, Um Strahlungseinflüsse tunlichst fernzuhalten, ist der Schöpfer 
verchromt. Schwierigkeiten bei der Temperaturmessung kamen nur einmal vor, 
auf einer stürmischen Winterfahrt in der Nordsee, als die Lufttemperatur um 
mehr als 5° unter der Wassertemperatur lag. Hierbei fiel das Thermometer 
bereits während der Ablesung merklich, In solchen Fällen dürfte die Verkleidung 
schon einen etwas besseren Schutz gewähren (das damals benutzte Gerät hatte 
noch die einfache Zylinderform); außerdem sollte in solchen Fällen ein beson- 
deres Thermometer, von etwa — 1° bis höchstens 10° reichend, benutzt werden. 
Bei diesem Thermometer kann der Abstand zwischen der Kugel und dem Null- 
punkt recht groß sein, so daß auch während der Ablesung der niedrigen Tempe- 
raturen das Thermometer ziemlich weit im Schöpfer bleiben kann. — Abgesehen
	        
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