Meißner, O.: Über die Extremwasserstände einiger Ostseestationen in den Jahren 1906 bis 1925. 851
Die in Tab. 1 gegebenen Epochen sind aber anders berechnet. Sie beruhen
auf Zählung der Tage. Würde man die Tage von 1 bis 365 durchzählen, so
würde man bei der Mittelbildung illusorische Werte um die Jahresmitte herum
erhalten. Deshalb sind die Tage der zweiten Jahreshälfte negativ, vom Jahres-
schluß ab, gerechnet, also Dez, 31 = 0, Nov. 15 = —46 usw. Nach der Mittelung
sind die Zahlenwerte dann wieder in Monatsdaten umgewandelt.
510. Genauigkeitsuntersuchungen. Hier sei gleich mit den Daten angefangen.
Es sind die aus Tab. 1. Bei den HHW wie bei den NNW zeigt sich nun im
20-Jahresmittel ein schwacher, durch die Unsicherheiten (etwa 30 Tage) kaum ver-
bürgbarer, aber doch ganz regelmäßiger Gang. Und zwar nehmen die Daten der
mittleren Epoche für die HHW von W nach O ab, für die NNW dagegen zu. In
den 5-Jahresm., ist davon noch nichts erkennbar, da hier oft in allen fünf Jahren
die drei Weststationen gleichzeitig HHW und NNW hatten, also auch im Mittel,
Danach wäre der Zeitraum von 20 Jahren immerhin für solche Untersuchung
ausreichend. Ohne nähere Nachprüfung ist das aber keineswegs sicher. Die Kf
sind nahezu == 1, .
Was die Wasserzustände selbst betrifft, so können die äußersten Extreme bei
einer längeren Reihe natürlich nur noch größer werden. Die Mittelwerte haben
eine Streuung von 100 bis 200 mm; sie ist i, a. bei den NNW kleiner als bei den
HHW. Das liegt nur zum Teil daran, daß die absoluten Werte der HHW höher
sind als die der NNW. Auch in Prozenten ausgedrückt, sind die Streuungen der
NNW kleiner, wie die Tab. 6 zeigt. Darin beziehen sich die jeweils ersten
Zeilen auf Abw. von NN, die zweiten auf Abw. vom Jahresm. und die dritten
auf Abw, vom Monatsm. Man sieht auch hier wieder die Gleichförmigkeit bei
den drei Weststationen und die Abweichung der Station Pi mit der anders orien-
tierten Küste. Übrigens bestehen auch zwischen den drei Mitteln bzw. ihren
Differenzen systematische Abw., die man wohl als reell ansehen darf.
Die Unsicherheit (U in Tab. 1) der 20-Jahresm. müßte eigentlich /20 =4.5 mal
kleiner sein als die danebenstehenden Streuungen. Da die U aber aus 5-Jahres-
mitteln abgeleitet ist, ist sie schon V/5mal kleiner als bei direkter Ableitung der
20-Jahresm. aus Einzeljahren. Also müßten: die U der darüberstehenden Werte
halb so groß sein wie die neben den Werten stehenden Streuungen, Das Verhältnis
str: U ist aber nach Tab. 7 meist bedeutend größer als sein theoretischer Wert 2.
Die 5-Jahresm., aus denen die 20-Jahresm. berechnet sind, weichen demnach
weniger voneinander ab, als nach den str der Einzeljahre zu erwarten wäre.
Es ist nicht sicher, daß bei einer längeren Reihe diese Erscheinung ebenso stark
auftreten würde.
Das in Tab. 1 noch mit aufgeführte „Gesamtmittel aller Stationen“ hat nur
Wert zu Vergleichszwecken, Hierfür wäre eine Zusammenfassung sämtlicher
Stationen des G, I, mit Ausschluß aber von Pillau, natürlich noch geeigneter.
Das muß späteren Arbeiten überlassen bleiben.
8 11. Schluß. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß ich die Arbeit so eingerichtet
habe, daß sie ohne Schwierigkeit sowohl durch Einführung weiterer Stationen
wie weiterer 5-Jahresm. — solche müßten es allerdings sein — erweitert werden
kann. Eine so ausführliche Bearbeitung der Korrelationsfaktoren, wie sie in dieser
Arbeit gegeben ist, scheint unnötig, aber um dies zu erweisen, mußten solche
Rechnungen wenigstens einmal durchgeführt werden.
Der Oberflächenschöpfer von 0. Sund in weiterentwickelter Form.
Von Arnold Schumacher, Hamburg, Deutsche Seewarte,
Die Messung der Oberflächentemperatur des Meeres und die Entnahme von
Proben für die Bestimmung des Salzgehalts während der Fahrt ist mit wachsender
Größe und Geschwindigkeit der Schiffe immer schwieriger geworden. Ein Ver-
{ahren oder ein Gerät, das sich für alle Verhältnisse einigermaßen gleich gut
eignet, dürfte nicht vorhanden sein, Abzulehnen ist jedenfalls die früher all-
gemein beliebte Leinwandpütz, der „Admiral“, die den einzigen Vorzug hat, daß