350 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1937,
Bezüglich der Epochen gilt dasselbe; näheres in einem folgenden Paragraphen, —
Was bereits in $ 6 besprochen war, namentlich in bezug auf die Abw. vom
Jahresm., findet man hier zahlenmäßig bestätigt,
Die Mittel in der vorletzten Zeile der Tabelle sind wenig mehr als Rechen-
ergebnisse, deshalb auch nicht hervorgehoben; immerhin geben sie eine gewisse
Übersicht. — In Tab. 3 sind endlich für jedes 5-Jahresmittel die Abw. der HHW
bzw. NNW des Einzeljahrgangs vom zugehörigen Mittel in Beziehung gesetzt
(„korreliert“, wie man oft, aber fälschlich sagt). Die Kf sind hier i. a. höher als
in Tab. 2. Man darf ihnen also keine zu große Bedeutung beilegen. Immerhin sind
die Beziehungen zwischen den Nachbarstationen Wi und Wa nach allen Berech-
nungsarten sehr groß. Es ist dies übrigens auch ein Zeichen für eine glücklich
ausgewählte Aufstellung des Pegels. Denn ganz örtliche Verhältnisse (z. B, rechts
oder links von der Mole) spielen gerade hierbei eine besonders große Rolle,
8 8, Äußerste Grenzen der Wasserstände. Für die vorliegende 20jährige
Periode von 1906—1925 gibt nun Tab. 4 noch die extremsten vorgekommenen
Wasserstände, also die höchsten HHW und die tiefsten NNW, zum Vergleich
aber auch die absolut kleinsten Abw., der HHW und NNW vom Normalwert,
Viel Erläuterungen zur Tabelle sind nicht nötig, Wir sehen daraus, daß z. B,
in Wi das allerhöchste HW am 30. 12. 1913 mit 2.082 m über NN eingetreten ist, das
absolut tiefste am 6. 11, 1911 mit — 1.923 m. Die Wasserstände haben also in Wi
in diesen 20 Jahren um fast genau vier Meter geschwankt. Die kleinstmögliche
Jahresschwankung des Wasserstandes beträgt immer noch 1%, m; sie ist wirklich
in einem Jahr (1920) eingetreten, was natürlich nicht zu sein braucht und auch
bei den andern Stationen nicht der Fall ist.
Die Abw, zwischen höchstem und tiefstem HHW und auch NNW nehmen
bis Swi, d.h. soweit die Küste annähernd west östlich verläuft, ab. Bei Pi ändert
sich das wieder, Überall sind die extremsten HHW absolut genommen größer
als die NNW. Das höchste HHW liegt bei den drei Weststationen nur um zwei
Jahre vom tiefsten NNW ab; übrigens fallen beide Extreme auf denselben Tag:
31. 12. 1913 bzw. 6. 11. 1911.
Die Abnahme der Schwankungen der Wasserstände auch in den HHW und
NNW dürfte auf den sinkenden Einfluß der mit der Ostsee durch Skagerrak und
Kattegat verbundenen Nordsee zurückzuführen sein; bei reiner Windwirkung
wäre das nicht in solchem Maße zu erwarten?),
$9. Epochen der HHW und NNW. Aus den Mittelwerten der Tab. 1 geht hervor,
daß sich sowohl die HHW wie die NNW nicht gleichmäßig über das Jahr verteilen,
sondern vornehmlich in den Wintermonaten auftreten. Es liegt das natürlich an
den größeren Windstärken, die in den Wintermonaten vorkommen?), Bei einer
Auszählung der Einzeljahre ergibt sich die in Tab. 5 gegebene Verteilung.
Auf das Halbjahr von April bis September kommt nur 4 der vorgekommenen
Extreme; im Juni und Juli sind diese innerhalb des 20jährigen zugrunde gelegten
Zeitraums überhaupt nicht vorgekommen, Die Verteilung bei den HHW und den
NNW ist fast gleich, wenn man bedenkt, daß 20 Jahre hier doch nur einen ver-
hältnismäßig kleinen Zeitraum darstellen, Würde man daraus eine Fouriersche
Reihe bilden, so müßte die Phase des jährlichen Glieds das mittlere Datum
ergeben. Aber die Anzahl der Werte ist noch zu klein; auch ist die Verteilung
der Einzelwerte über den Monat nicht so gleichmäßig, daß man, wie bei solchen
Rechnungen üblich, die Monatsmitte als Mittel der Einzelwerte annehmen könne,
Ferner tritt bei solchen Reihen, die eine zeitlang stets den Wert 0 (oder nahezu 0}
annehmen, eine halbjährige Periode auf, die ein bloBßes Rechnungsergebnis ist,
In der zweiten Hälfte von Tab. & sind die Amplituden (a, bzw. a,) und Phasen
angegeben, Die „relativen Ampl.“ & sind die an, geteilt durch das Mittel. Aus den
Phasen g@ ist das in der letzten Spalte von Tab, 5 stehende Datum errechnet; wie
man sieht, fast dasselbe bei HHW und NNW,
1} Schon in meinen früheren Veröff. über den jährlichen Gang dieser Stationen habe ich darauf
hingewiesen. — %) Das ist kein Widerspruch zu dem am Ende des vorigen Paragraphen über die Ab-
hängigkeit der Wasserstände von der Nordsee gesagten. Denn die Wasserstände dieses Meeres sind
ja ebenfalls meteorologisch beeinflußt!