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Full text: 65, 1937

Meißner, O.: Über die Extremwasserstände einiger Ostseestationen in den Jahren 1906 bis 1925, 349 
des Datums siehe $ 9. Für die HHAW und NNW sind je drei Werte angegeben. 
Zuerst die Abw. von NN: das sind die Werte, die in den Veröff, des G. I. gegeben 
sind bzw. ihre Mittel, In der nächsten Spalte sind sie auf die Abw. vom jeweiligen 
Jahresmittel der Station umgerechnet, und in der letzten stehen die Abw., die 
die Extreme von dem Monatsmittel (Monatsm.) zeigen, in dem sie vorgekommen 
sind. Die U der jeweilig letzten Zeile jeder Station sind aus den Abw., der 
5-Jahresm. vom 20-Jahresm, gebildet; vgl, unten $ 10, 
In den nächsten Paragraphen sollen die hierzu nötigen Erörterungen gegeben 
werden sowie die Beziehungen (Korrelationen) der Werte der Stationen zuein- 
ander, endlich die Berechnung der Epoche, weil sich bei dieser ein besonderer 
Umstand geltend macht. 
$ 6. Erörterung der Tabelle 1 in bezug auf die HHW und NNW, Zunächst 
schen wir, daß roh, in „erster Annäherung“, die Abw, nach oben und unten hin, 
etwa gleich groß sind, was ja zwar zu erwarten, aber doch nicht ohne weiteres 
anzunehmen ist, (Bei Temperaturschwankungen zz. B, ist eine Unsymmetrie 
oft recht deutlich vorhanden.) Die Abw. betragen bei den 5-Jahresm. immer noch 
reichlich einen Meter; sie nehmen deutlich von W nach O ab. Der Verlust der 
noch weiter Östlich gelegenen Station Memel ist deshalb besonders bedauerlich‘). 
Die von mir früher sogenannten „örtlichen“ Korrelationsfaktoren, die die Beziehung 
zwischen Lage der Station und beobachtetem Element feststellen (letzteres ist 
also hier das HHW bzw. NNW), sind demnach auch von ihrem Höchstbetrag 1 
nur um wenige Prozente verschieden. Bei Bearbeitung sämtlicher Stationen 
würden sie voraussichtlich um ein geringes sinken. Es ist nun aber bemerkens- 
wert, daß die Streuungen in demselben Sinne abnehmen, daß sie also in gleichem 
Hundertsatz zu den Abw. stehen (zwischen 10 und 20%). Das gilt für alle drei 
Arten der Werte, besonders für die Abw, von NN, 
Die Streuungen des Gesamtmittels (in Tab, 1 U unter dem 20jährigen Mittel) 
müssen natürlich kleiner sein, als die der Jahrfünftmittel, die aus den Einzel- 
jahren hergeleitet sind, theoretisch Y4 mal kleiner, In Näherung, wenn auch 
nicht mit mathematischer Genauigkeit, ist dies erfüllt, Näheres in $& 10, 
Obwohl, wie oben gesagt, sich die Abw. nach oben und unten hin so ziemlich 
die Waage halten, ist dies doch nicht ganz streng. Je mehr nach Osten die 
Station liegt, um so größer wird die Neigung zu höheren HHW und niedrigeren 
NNW, Bei Pillau ist das schon sehr deutlich ausgeprägt. 
{Ansbesondere gilt das für die Abw. vom Monatsmittel (Monatsm.) bei Pillau. 
Wir müssen aber überhaupt das Verhältnis der drei Mittel zueinander noch näher 
betrachten (vgl. in der Tab, 1 die beiden letzten Spalten 4, und 4,). Was zu- 
nächst die Abw. vom Jahresm. betrifft, so sind sie bei den Weststationen, wie 
die Stationen ohne Pi genannt werden mögen, stets größer als die von NN. Das 
dedeutet: die HHW sind vom Jahresm. unabhängig; nicht ganz dasselbe findet 
bei den NNW statt. Hier zeigt sich gegenüber den Abw, von NN eine Abflachung 
angedeutet; das würde besagen: in Jahren mit tiefem Jahresm. sind auch die 
NNW tiefer als sonst, daher ihre Abw, verhältnismäßig klein. Doch sieht man, 
daß dazu nur eben eine Neigung besteht, die sich zwar noch ermitteln läßt, aber 
auf Einzeljahre nicht angewandt werden kann, Und nun zu den Abw. vom Monatsm, 
Diese haben, wenn man vom ersten Jahrfünft in Wi und Wa bei den HHW ab- 
sieht, eine deutliche Neigung, kleiner zu sein als die Abw. von NN, Also: die 
Monate, in denen das HHW (NNW) des Jahres vorkommt, sind selber schon 
merklich höher (tiefer) als das Jahresm, Diese Neigung nimmt bei den HHW 
deutlich von W nach O0 zu, bei den NNW aber ist sie bei allen Stationen gleich, 
Der örtliche Korrelationsfaktor ist dementsprechend für 4, bei den HHW + 0.94 
+ 0.17, für die NNW dagegen nur + 0.50 + 0.43, Bei 4, sind die entsprechenden 
Kf. + 0.93 bzw. 1. (Bei Mitnahme aller Stationen würden sie etwas kleiner werden). 
$ 7. Korrelationsfaktoren für die HHW und NNW, In der Tab, 2 sind zu- 
zrunde gelegt die Abw. der fünf Jahresm, jeder Station von deren Gesamtmittel. 
1) Man hatte den Plan, die Station auf dem uns verbliebenen Teil der Kurischen Nehrung wieder 
aufzubauen; der starke Seegang (der schon bei Seolpmünde trotz N En durch das Zeileitungs- 
tohr die Kurve oft unscharf macht) und wohl auch die Kostenfrage ließen den Plan leider scheitern, 
And, d. Hydr. usw. 1937, Heilt YIIL
	        
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