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Volltext: 65, 1937

348 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1937. 
Ostseestationen unter diesem Gesichtspunkte; d.h, ich selber muß mich natürlich 
auf die Bekanntgabe des Materials und seime theoretische Auswertung nach 
bestimmten Gesichtspunkten beschränken. 
8& 2. Auswahl der Stationen. Wie in meinen früheren Veröffentlichungen 
über den jährlichen Gang der Ostseestationen?!) habe ich die Registrierpendel- 
stationen des Preußischen Geodätischen Instituts benutzt, jedoch, um das Material 
nicht allzusehr anschwellen zu lassen, eine Auswahl getroffen. Zunächst sind 
die Inselstationen Marienleuchte und Arkona weggelassen, da sie, eben wegen 
ihrer Insellage, sich zu Vergleichszwecken, die einen Hauptteil vorliegender 
Arbeit bilden, weniger eignen, auch leiden beide Stationen öfter an Verstopfung des 
Zuleitungsrohres von der See zum Pegelbrunnen; in Marienleuchte ist es Sand, 
in Arkona die berühmte, aber für den Betrieb sehr schädliche Schreibkreide, 
Natürlich werden dadurch gerade die Extreme besonders schädlich beeinflußt. 
Die „Dämpfung“ der aufgezeichneten Kurve durch diese Verstopfung ist oft 
deutlich zu erkennen, Man erhält unter diesen Umständen wohl noch ziemlich 
richtige Monatsmittel; für die Bestimmung von Extremen ist solche Kurve 
natürlich unbrauchbar. Arkona ist übrigens, nach freundlicher Mitteilung des 
G.I, seit einigen Jahren deshalb ganz stillgelegt, weil der Betrieb zu große 
Mittel für Instandsetzung erforderte, 
Memel mußte ausfallen, weil es seit 1919 infolge des Kriegsausganges auf- 
gegeben werden mußte. Stolpmünde ist erst in verhältnismäßig neuer Zeit 
errichtet. Es wurden schließlich die vier Stationen: Warnemünde (Wa), Wismar (Wi), 
Swinemünde (Swi) und Pillau (Pi) benutzt. Statt Warnemünde wäre vielleicht 
die westlichste Station Travemünde vorzuziehen gewesen, doch wollte ich gerade 
untersuchen, wie sich zwei unmittelbar benachbarte Stationen verhalten. 
$ 3. Zeitraum. Ich habe die Beobachtungsjahre 1906 bis 1925 zugrunde 
gelegt. Die Auswertung der Aufzeichnungen ist, abgesehen von einem Teile der 
Kriegszeit, durchweg von Herrn Auel (jetzt Techn. Inspektor a. D.) mit unüber- 
trefflicher Gewissenhaftigkeit ausgeführt. Die Verkleinerung der Wasserbewegung 
auf den Bögen beträgt, außer bei Swi, „5%. Man darf annehmen, daß die Ab- 
lesungen auf etwa 1 mm genau sind (diese sind für unsere Zwecke natürlich nur 
Rechnungsstellen, aber als solche unentbehrlich), und daß keinerlei systematische 
Fehler vorgekommen sind. Die Unterlagen sind also sicher. Nur bezüglich der 
Höhenlage des Pillauer Pegels über NN bestehen gewisse Unstimmigkeiten; ich 
kann hier darauf nicht eingehen, und für die Zwecke vorliegender Arbeit darf 
man sich mit den Mitteilungen des G. I, in seinen Jahresberichten begnügen. 
$ 4. Anlage der Arbeit. Da eine vollständige Veröffentlichung sämtlicher 
Werte aus Raummangel unmöglich ist, habe ich im folgenden Fünfjahresmittel 
(sonst Lustrenmittel genannt) zugrunde gelegt. Die Beifügung der Streuungen, 
d.h. der mittleren Schwankung innerhalb jedes Jahrfünftes, war unter diesen 
Umständen unumgänglich nötig; aber auch andere Mittel sollte man nie ohne 
deren Angabe veröffentlichen, da erst die Streuungen eine Entscheidung darüber 
geben, ob die mitgeteilten Werte mehr als bloße Rechenergebnisse sind, und 
inwieweit sie reellen Wert besitzen. Dabei ist aber zu beachten, daß der Ver- 
gleichswert der Mittel, in den für uns in Frage kommenden Fällen wie in vielen 
anderen, doch größer ist, als man nach den Streuungen erwarten sollte: denn 
die Abweichungen (Abw.) sind bei Nachbarstationen meist von derselben Größen- 
ordnung. Bloße Zahlen allein geben eben kein hinreichendes Bild; es müssen 
immer Erläuterungen hinzutreten. 
$ 5. Fünfjahres- und Gesamtmittel der KExtremwasserstände. In der Tab. 1 
(Tabellentafel 43) finden sich also die fünfjährigen Mittel der höchsten Hoch- 
wasser jeden Jahres (HHW) und der niedrigsten Niedrigwasser (NNW) nebst 
ihren Streuungen zusammengestellt; ihre „mittlere Epoche“ steht in der zweiten 
Spalte. deren Streuung ist natürlich in Tagen angegeben?). Über die Errechnung 
1) Vgl. meine Aufsätze in den Ann, d. Hydr. von 1916 an. — 2) Daß im Laufe der hier betrach- 
teten Zeit der Tagesanfang von Mittag auf Mitternacht verlegt wurde, ist ohne wesentliche Bedeutung; 
es könnte sich höchstens das Datum um einen Tag verschieben. was in Anbetracht der starken Streuung 
von etwa 11/, Monaten nichts ausmacht.
	        
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