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Full text: 65, 1937

Dietrich, G.: Fragen d, Großformen u, d. Herkunft des Tiefenwassers im amerikan, Mittelmeer, 347 
das lokale Becken im SW der Barbados-Inseln in das Nordamerikanische Becken. 
Das randliche Becken im O des Karibischen Meeres weist eine potentielle Boden- 
temperatur von 3.88° auf, Da aber das Karibische Bodenwasser eine potentielle 
Temperatur von nur 3.81° besitzt, ist es nicht denkbar, daß es aus den rand- 
lichen Einmuldungen und damit aus den Durchlässen zwischen den Kleinen 
Antillen erneuert wird. Damit ist zwar entschieden, daß das Tiefenwasser des 
Karibischen Beckens nur durch die Anegada-Passage erneuert werden kann. 
Ungeklärt bleibt es aber, ob nicht das kleine randliche Becken vom Atlantischen 
Ozean gespeist wird. Im t,-Schnitt ist bereits durch die Isothermenführung eine 
Stellungnahme ausgedrückt, Aber die Entscheidung kann nicht mit der Tempe- 
raturverteilung begründet werden. Die 3.9°-Isotherme könnte nach den Beob- 
achtungen ebensogut über den Antillenbogen herangeführt werden. Die Sauer- 
stoffverteilung gibt in diesem Falle wieder einen entscheidenden Hinweis (Abb. 6). 
Der niedrige Sauerstoffgehalt der randlichen Einmuldung von etwa 65% der 
Sättigung kann nur aus dem Karibischen Becken stammen oder aber aus dem 
Atlantischen Ozean aus Tiefen von 1300 bis 1400 m. Eine Erneuerung aus diesen 
Horizonten vom Atlantischen Ozean steht aber mit der Temperaturverteilung im 
Widerspruch. Sauerstoffsättigung von 65% ist Östlich der Kleinen Antillen mit 
der potentiellen Temperatur von etwa 4.2° verknüpft. Potentielle Temperaturen 
von 3.9°, wie sie am Boden des randlichen Beckens vorkommen, sind dagegen 
an Wasser mit der höheren Sauerstoffsättigung von 75%, gebunden. Die rand- 
liche Einmuldung wird demnach vom Karibischen Becken her gespeist. Die 
Satteltiefe in den Durchlässen zwischen den Kleinen Antillen liegt nach der 
Sauerstoffverteilung oberhalb von 1400 m. Die Satteltiefe gegen das eigentliche 
Karibische Becken nach der potentiellen Temperatur bei etwa 2200 m. Damit 
erweist sich die randliche Einmuldung, die bis auf über 4000 m absinkt als 
kleines isoliertes Becken, das vom Hauptbecken getrennt ist durch eine N—S 
verlaufende Schwelle, die wir nach der kleinen Insel Aves, die darauf liegt. Aves- 
Schwelle nennen wollen. 
Die Anegada-Passage wurde als der maßgebende Durchlaß für die Erneue- 
rung des Tiefenwassers des Karibischen Beckens erkannt. Der Schnitt der 
potentiellen Temperatur (Abb. 7) verläuft von dem Nordostkaribischen Becken 
über die Enge zwischen St. Croix und Porto Rico, durch den St. Croix-Kessel über 
die Anegada-Passage in das Nordamerikanische Becken. Bemerkenswert ist die 
selbständige Stellung des St. Croix-Kessels, der in den Antillenbogen eingesenkt 
jst. Die potentielle Bodentemperatur von 3.48° gegenüber 83.81° im Karibischen 
Becken beweist, daB dieser Kessel mit dem Atlantischen Ozean eine tiefere Ver- 
bindung besitzt als mit dem Karibischen Becken. Gegen das Nordamerikanische 
Becken beträgt die Satteltiefe in der Anegada-Passage 1780 bis 1800 m, gegen 
das Karibische Becken in der Enge zwischen Porto Rico und St. Croix dagegen 
nur 1600 bis 1620 m. Ebenso wie für das Yukatan-Becken in der Wind- 
ward-Passage beträgt demnach für das Karibische Becken in der 
Enge zwischen Porto Rico und St. Croix die maßgebende Satteltiefe 
rund 1600 m. 
Auch hinsichtlich der Sauerstoffverteilung (Abb. 8) nimmt der St. Croix- 
Kessel eine eigene Zwischenstellung zwischen den großen Tiefenbecken ein, dem 
Nordamerikanischen und dem Karibischen Becken. 
Über die Extremwasserstände einiger Ostseestationen 
in den Jahren 1906 bis 1925. 
Von Otto Meißner, Potsdam. 
(Hierzu Tabellentafel 43 mit Tabellen 1a bis 7.) 
8 1. Einleitung. Die Kenntnis der absolut höchsten und tiefsten Wasserstände 
eines Hafens ist sowohl für die Wissenschaft wie für die Praxis von besonderer 
Bedeutung. Deshalb gebe ich im folgenden eine kurze Bearbeitung verschiedener
	        
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