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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

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Annalen der Hydrographie und Maritimem Meteorologie, Juli 1937, 
5. Gezeitentafeln für das Jahr 1938 sind soeben von dem Marineobser- 
vatorium, Wilhelmshaven, herausgegeben und von der Verlagsbuchhandlung 
E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW 68, Kochstraße 68—71, sowie von den Vertriebs- 
stellen der Deutschen Admiralitätskarten und nautischen Bücher zu beziehen. 
Sie erscheinen in zwei Bänden. 
Band I: Europäische Gewässer, . 
Band II: Außereuropäische Gewässer, 
Preis broschiert 4 RM. 
« x 5 RM. 
Annalen-Schriftwaltung. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Kaare Münster Strom, Land-Looked Waters, reinem "Ton bestehen, sind die oberen 70 em aus 
Hydrography and Bottom Deposits in Bauly. regelmäßig geschichteten Blättchen aufgebaut, die 
Ventilated Norwegian Fjords with Remarks upon \hrerseits aus düonen schwarzen Lagen und etwas 
Sedimentation under Ana&robie Conditions, licekeren Tonschichten bestehen. Man kann etwa 
Skrifter utgitt av Det Norske Videnskaps- 539 solcher Blättchen unterscheiden. Unter der 
Akademi i Oslo, I. Mat.-Naturv, Klasse. 1936. wohlbegründeten Annahme, daß es sich hier um 
Nr. 7. Oslo 1936. „Jahresringe“ handeln wird, kommt der Verfasser 
Während bisher das Schwarze Meer ganz all- daher zu dem Schluß, daß im Drammensfjord etwa 
yemein als der „Typus des schlecht durchlüfteten um das Jahr 1300 ein Wechsel von durchlüftetem 
Meeres“ gilt und aus anderen Gegenden nur wenige zu undurchlüftetem Bodenwasser vor sich gegangen 
and unzusammenhängende Untersuchungen über zein muß, 
ähnliche Verhältnisse vorliegen, hat es der Ver- In den Schlußkapiteln untersucht der Ver- 
fasser unternommen, an Hand eingehender Unter- ’asser, wie weit es möglich ist, die von ihm an 
suchungen an etwa 30 Fjorden im südlichen Teile den Norwegischen Fjorden gewonnenen Befunde 
Norwegens zwischen Oslo und dem Soguvefjord zu ganz allgemein auf andere Gebiete des Weltmeeres 
zeigen, daß ähnliche Verhältnisse durchaus keine zu übertragen und Parallelen zu früheren Epochen 
Seltenheit sind und nicht nur in Norwegen, son- der Erdgeschichte zu ziehen, Er kommt zu dem 
dern auf allen Teilen der Erde die Bedingungen Schluß, daß ähnliche Verhältnisse, wie in den 
zur Ausbildung solcher Meeresteile gegeben sind Norwegischen Fjorden, an vielen Stellen des Welt- 
and auch in der geologischen Vergangenheit der meeres gegeben sind und daß sie auch in früheren 
Erdgeschichte eine Rolle gespielt haben. „=. geologischen Zeiten, wie man aus der Verteilung 
Die Untersuchungen des Verfassers, die im der Sedimente speziell im arktischen Gebiet des 
Sommer 1932 und 1933 durchgeführt worden sind, Atlantischen Ozeans schließen muß, eine wesent- 
gliedern sich in einen hydrographischen und einen liche Rolle gespielt haben, K. Kalle, 
geologischen Teil. Durch eingehenden Vergleich . 
der gewonnenen hydrographischen Daten (Tempe: Zukriegel, Josef: Cryologia Maris. Travaux 
ratur, Salzgehalt, Sauerstoff, Schwefelwasserstoff, Geographiques Techeques Nr, 15. 177 8., 15 Text- 
Wasserstoffionenkonzentration und teilweise Phos- abb., 37 Abb. auf 19 Tafeln, Prag 1933, 
phat) untereinander und ihrer Beziehung zu den Ausgehend von der Auffassung, daß von den 
geomorphologischen und klimatischen Eigenschaften zahlreichen Polarforschern wohl eine Fülle von 
der verschiedenen Fjorde, gelingt es dem Verfasser, Einzelbeobachtungen über das Meereis gegeben ist, 
die Bedingungen, die zur Ausbildung einer mehr daß aber eine einigermaßen umfassende und das 
oder weniger stabilen Stagnation führen, sowie der Schrifttum voll ausnutzende moderne Behandlung 
Mechanismus der Durchlüftung der Klärung er. lieses Themas feblt, hat sich der Verfasser die 
heblich näherzubringen. Besonderes Interesse be. Aufgabe gestellt, eine systematische Darstellung 
anspruchen die Untersuchung der mit der Stoß. ‘ınseres Wissens vom Meereise zu geben, 
röhre gewonnenen Bodensedimente und die sich In dem vorliegenden ersten, allgemeinen Teile 
jaraus ergebenden Folgerungen, Die sich unter behandelt der Verfasser die Entwicklung unseres 
anaeroben Bedingungen bildenden, aus schwarzem Wissens über das Meereis vom Altertum bis zur 
Mud bestehenden Sedimente sind infolge ihrer Jetztzeit und die darüber vorhandene Literatur, 
Unveränderlichkeit, die ihrerseits durch die sterili. sodann die einzelnen nationalen und internationalen 
sierende Wirkung des Schwefelwasserstoffes be. Organisationen, welche sich die Erforschung und 
dingt ist, ein fast idealer Indikator für die Durch: Beobachtung des Meereises als Aufgabe stellen und 
lüftungsverhältnisse der verschiedenen Gebiete in setrachtet weiterhin die Naturverhältnisse der 
der jüngsten geologischen nacheiszeitlichen Epoche. arktischen und antarktischen Räume, in denen 
Die Länge der verschiedenen Sedimentschichten sich das polare Eis bildet, Die Versuche zahlreicher 
ihr jeweiliger Wechsel und der Vergleich der an Verfasser verschiedener Nationen, die Erscheinungs- 
verschiedenen Orten gewonnenen Proben wird daher (ormen des Eises zu klassifizieren und zu benennen, 
immer ein sicheres Zeichen scin für den Wechsei werden ausführlich erörtert und verglichen sowie 
zwischen aerobem und analrobem Haushalt der Jurch eigene Stellungnahme ergänzt; die Schilde- 
Wassermassen des Untersuchungsgebietes und da- rung wird durch zahlreiche, den verschiedensten 
her je nach den Bedingungen zu der Annahme ent. Quellen enistammende Aufnahmen unterstützt. 
sprechender großzeitlicher Anderungen hydrogra- In einem zweiten Teile, dessen Erscheinen an- 
phischer, geomorphologischer oder klimatischer Art zekündigt ist, werden die physikalisch-chemischen 
verechtigen. Besonders lehrreich in dieser Be- Kigenschaften des Meereises und die Beeinflussung 
ziehung ist die im Drammenstjord gewonnene von dessen Umgebung durch Bildung und Schmelzen 
Bodenprobe, Während die tieferen Schichten aus des Meereises dargestellt werden. B. Schulz.
	        
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