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Full text: 65, 1937

328 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1937. 
hier wirkt scheinbar der Salzgehalt als osmotischer Grenzwert hemmend, in B 
und C in der Tiefe der starke H,S-Gehalt, der im Varnagolf in der Tiefenschicht 
nicht vorhanden ist. Die hohen Keimzahlen in den tieferen Schichten des Varna- 
golfes sind vielleicht durch den vom Seegang aufgewirbelten Bodenschlamm 
bedingt, der stets viel bakterienreicher als Wasser ist. 
Einige Formen konnten durch Kultur auf Spezialnährböden bestimmt werden, 
Im Varnasee wurden gefunden: Micrococeus flavus Lehm. u. Neum,, Micro- 
cCoccus aureus, Micrococcus coronatus Flügge, Sarcina lutea Flügge em. 
Lehm. u. Neum. 
Im Varnagolf ein Stamm von Micrococcus aurantiacus, Bacillus 
laterosporus Ford, 
Auffällig war die geringe Zahl von Arten an einem Standort, die Besiedlung 
der Platten war nur von einigen wenigen Spezies gebildet. 
Gebedjesee Varnasee Varna 
R 3 C PP golf 
nz 35% ..— - = — 2 OO 
— + 04889 | La 260 185% \ | wol 
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Dino- 
flagellaten 
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ccm 
Abb. 5. 
Über die zahlenmäßige Verteilung der übrigen pflanzlichen Plankter unter- 
richtet das Schaubild 5. Die Zählung erfolgte nach Stämmen, wobei die grünen 
Flagellaten und die Chlorophyceen zusammengefaßt und die Dinoflagellaten ge- 
sondert gezählt wurden. Welche Formen in den einzelnen Gruppen an der Zu- 
gsammensetzung des Planktons der verschiedenen Entnahmestellen beteiligt sind, 
wird im folgenden aufgezeigt. 
Im Gebedjesee, der bei einer Gesamtzahl von 43 600 Zellen in ccm in der 
Oberflächenschicht und 22 600 in der Grundnähe als eutroph zu betrachten ist, 
wofür auch die geringe Sichttiefe und die Wasserfarbe spricht, ist das zahlen- 
und formenreichste Plankton zu finden. Der Mangel an gelösten anorganischen 
Nährstoffen findet sich bei einer Anzahl eutropher Gewässer und mag, wie schon 
geäußert, darauf zurückzuführen sein, daß die neu gebildeten Nährstoffe sofort 
nach der Entstehung wieder verbraucht werden und somit nicht nachweisbar 
sind. Dem Chloridgehalt nach ist das Gewässer nach der Einteilung von 
Redecke 1933 als oligohalines Brackwasser zu bezeichnen, nahe dem Grenzwert 
zwischen oligo- und mesohalin.
	        
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