accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 65, 1937

326 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1937. 
Schichten von Entnahmeort B gegen die tiefer gelegenen Teile von C abfließen 
und so die deutlich erkennbare Anreicherung der 15 m Schicht mit organisch 
gebundenem Phosphat und Stickstoff bewirken, Dieses Einströmen zeigt sich 
mehr oder weniger deutlich auch bei der Bestimmung der anderen Jonen, 
Der Anstieg des Ammoniumgehaltes gegen den Grund zu bei Entnahmeort C 
im Varnasee ist durch die fehlende Durchmischung bewirkt. Gleiches Verhalten 
HÄndet sich häufig in etwas tieferen Gewässern während der Stagnationszeiten, 
besonders im Sommer. 
Der Mangel an NO,, NO, und PO, könnte darin begründet sein, daß eben 
gebildete lösliche Verbindungen des N und P sofort nach Bildung der Verarbeitung 
durch die Organismen anheimfallen und so gar nicht in Erscheinung treten und 
nachgewiesen werden können. So wäre es möglich, daß der gebildete Stickstoff 
schon als Ammoniumsalz verbraucht wird, so daß es zur Bildung der sauerstoff- 
haltigen Verbindungen NO, und NO, nicht mehr kommt oder aber NO, und NO, 
werden, wie einige Autoren, z, B. Kostka und Küster, angeben, lieber verarbeitet 
als NH,, so daß sie früher als dieses unter die Erfaßbarkeitsgrenze sinken, die 
außerdem bei NO, ziemlich hoch liegt, etwa bei 0.05 bis 0.1 mg/L. 
Sauerstoff. Seine Menge ist in den Oberflächenschichten aller drei Gewässer 
ziemlich hoch. Im Gebedjesee ist O,-Übersättigung in der Oberflächenschicht 
vorhanden. In einigen Fällen wurde auch in der im Dunkeln aufbewahrten 
Kontrollprobe nach 24 Stunden die Sauerstoffzehrung bestimmt; diese ist am 
größten in der Oberflächenschicht des Gebedjesees, geringer im Varnasee und 
am schwächsten im Varnagolf, was in der Verschiedenheit der Keimzahl begründet 
ist. Während der Gebedje- und besonders der Varnasee eine deutliche Sauerstoff- 
abnahme gegen die Tiefe zu zeigen, die im Varnasee zu einem völligen Schwund 
in der Grundnähe führt, nimmt der Sauerstoffgehalt im Varnagolf, wahrscheinlich 
wegen guter Durchmischung durch den Seegang, gegen die Tiefe nur wenig ab. 
Die O,-Sättigung beträgt in % im: 
Gebedjesee Varnasee Varnagolf Tiefe 
120,7 79,5 94.1 0m 
87.3 — _— 3m 
86.2 87.5 5m 
18.1 82.4 (12 m) 10m 
0.0 80.2 (18m) 20m 
Schwefelwasserstoff. Bei Entnahmeort B wurde in 10 m Tiefe H,S in der 
Menge von 0.06 mg/L gefunden. Bei Entnahmeort C in 10 m Tiefe 0.118 mg/L, 
in gegen den Grund zu rasch ansteigender Menge in 20m Tiefe, 5.691 mg/L. 
Der während der Sommerstagnation auf die tieferen Wasserschichten be- 
schränkte Schwefelwasserstoff teilt sich während der Durchmischungszeiten auch 
den oberen Wasserschichten mit (Paspaleff 1934). Seine Entstehung ist durch 
die erschwerte Durchmischung, besonders in den Stagnationszeiten erklärlich, 
wenn warme und salzärmere Wasserschichten über kalten und salzreichen liegen 
und die zu dieser Zeit auch in Süßwasserseen ausbleibende Durchmischung hier 
erst recht nicht auftreten kann, wodurch das durch Fäulnisvorgänge entstehende 
H,S in den Tiefenschichten erhalten bleibt. Die Seichtheit des Verbindungskanales 
mit dem Meer verhindert nach Paspaleff ebenfalls das Eindringen größerer 
Wassermassen vom Meer her und eine so mögliche Durchmischung, 
Chlorid. Es wurde hier nicht der maßanalytisch gefundene Wert als NaCl 
berechnet und als „Salzgehalt“ angegeben, da bei dieser Bezeichnung das auch 
in beträchtlichen Mengen vorhandene Sulfat nicht berücksichtigt würde, sondern 
das Chlorid in mg Cljon/L angeführt. Das Schaubild zeigt deutlich die ständige 
Zunahme gegen den Golf zu. Der geringere Cl-Gehalt bei Entnahmeort € in 
15 m Tiefe ist auf den Zustrom von B her zurückzuführen. 
Sulfat. Auch hier findet sich die geringste Menge im Gebedjesee, im Varnasee 
gegen den Golf zu ansteigende Werte, die höchsten im Golf, 
Kieselsäure. Die hier gefundenen Werte zeigen ein dem Cl und SO, gegen- 
Jäufiges Verhalten. Die höchsten zeigt der Gebediesee, fast gleich hohe der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.