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Full text: 65, 1937

Stund], K,: Chemisch-Biologische Untersuchungen im Gebiete ron Varna, Bulgarien, 3923 
In nächster Nähe von Varna am Schwarzen Meer befindet sich der brackige 
Varnasee, der sowohl mit dem Varnagolf einerseits als auch mit dem land- 
einwärts gelegenen Gebedjesee in Verbindung steht. Die beiden Seen bilden 
Biotope mit seewärts zunehmendem Salzgehalt, 
Soweit nach zugänglicher Literatur geurteilt werden kann, liegt über den 
Varnasee eine Arbeit von Paspaleff und Peneff 1934 vor, über den Varnagolf 
Untersuchungen von Paspaleff 1933, von Jeliaskowa-Paspalewa 1933 sowie 
über Golf und Schwarzes Meer von Knipowitsch 1925 und Karaoglanoff 1934. 
Angaben über Untersuchungen im Gebedjesee wurden nicht vorgefunden. 
Während eines dreiwöchigen Aufenthaltes an der Meeresbiologischen Station 
in Varna im Sommer 1936 wurden im Gebedjesee und Varnasee sowie im Golf 
ehemisch-biologische Untersuchungen durchgeführt, wobei getrachtet wurde, diese 
so umfassend als in der Zeit möglich zu gestalten und neben den gelösten Stoffen, 
den tierischen und pflanzlichen Planktern auch die Bakterien einzubeziehen, da 
erst eine Erfassung aller Teilumstände ein übersichtliches Bild geben kann und 
zur Beurteilung des Lebensraumes sowie für seine Einteilung nötig erscheint. 
Die Arbeit wurde mit Unterstützung der Zoologisch-botanischen Gesellschaft 
in Wien durchgeführt. Für die Zuerkennung der Reisebeihilfe spreche ich dem 
Präsidenten der Gesellschaft Herrn Prof. J. Versluys meinen aufrichtigsten Dank 
aus. Gleichfalls danke ich dem Leiter der Meeresbiologischen Station in Varna, 
Herrn Prof. G. W, Paspaleff, für die Überlassung eines Wohn- und Arbeitsplatzes, 
ebenso dem Leiter des Biochemischen Institutes der Technischen Hochschule in 
Wien, Herrn Prof. A. Janke, für Überlassung eines Arbeitsplatzes, und Herrn 
Dr. A. v. Szilvinyi für die Hilfe bei der Bestimmung einiger Bakterienspezies, 
Die Krustaceen wurden von Herrn Prof, O. Pesta, die Peridinieen von Herrn 
Prof. J. Schiller in liebenswürdiger Weise bestimmt, wofür ich an dieser Stelle 
meinen Dank abstatten möchte. 
Lage und Hydrographie der Gewässer. 
Über die Verteilung der Untersuchungsgebiete unterrichtet die beiliegende 
Übersichtskarte. 
Der Gebedjesee ist von abfallenden Hügeln umgeben, seine größte Tiefe 
nach Angabe von Paspaleff 3 m. Die Wasserfarbe ist gelbgrün, die mit weißem 
Planktonnetz gemessene Sicht- 9 5 
tiefe — Netzdurchmesser 30 cm — I- 
etwa 0.8 m. Eine leichte Tempe- 
raturschichtung wurde gefunden. 
Der See steht durch einen 
schmalen Abflußkanal mit dem 
Varnaseein Verbindung, Dieser 
nat eine Länge von 14 km, eine 
größte Tiefe von 20 m und steht 
durch einen Kanal von durchschnittlich 5m Tiefe mit dem Varnagolf in Ver- 
bindung. Sein Längsprofil zeigt den seichten Zu- und Abfluß sowie die enge 
Begrenzung der tiefsten Stelle, Die Sichttiefe, bei A 15m nimmt gegen den 
Ausfluß zum Meer zu und beträgt bei B 2.7 m, bei € 3.5 m, bei D ist der Grund 
in 4m Tiefe deutlich sichtbar, Dieses Zunehmen der Sichttiefe, das auf Rück- 
gang der Planktonzahl bei Zunahme des Yarnakei 
Salzgehaltes zurückgeht, erwähnt Geßner A 6 D 
19383 im Arkonabecken, Eine deutliche ‚m 15m 
Sprungschicht im See ist bei Entnahme- 8 Tu /- Hin 
ort C nachweisbar, m Längsprofil 100 fach überhöht, m 
Der Varnagolf, an dessen Ufer Abb. 2. 
die Stadt Varna liegt, ist teilweise von 
Steilufer begrenzt. Die Sichttiefe ist etwa 4m. Durch die häufigen Land- oder 
Seewinde war das Wasser gut durchmischt und eine Temperaturschichtung fast 
nicht bemerkbar. 
EP 
>m 
10 m 
15 m 
30) a
	        
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