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Full text: 65, 1937

Möller, F. u. Sieber, P.: Über die Abweichungen zwischen Wind u. geostrophischem Wind usw. 321 
als die neuen Regulierdrachen noch nicht eingeführt waren, die heute bekannten 
Abweichungen noch nicht aufgetreten sein. Zu deren Erklärung genügen viel- 
jeicht auch die gleichen Gründe, wie sie oben bei der Besprechung der Pilot- 
windmessungen angeführt wurden. 
Trotz der erheblich geringeren Anzahl von Beobachtungen zeigt sich nun 
in den Ergebnissen eine viel größere Regelmäßigkeit als bei den Piloten, ein 
Beweis für die vermutete bessere Brauchbarkeit der Drachenwindmessungen, trotz 
der ihnen anhaftenden systematischen Fehler. Eine Trennung nach Jahreszeiten 
wurde wegen des geringen Umfanges nicht vorgenommen, Auch sind nur drei 
Stufen für die Intensität A des Isallobarengradienten gebildet. Für jede dieser 
Stufen ist das Viereck der Vektorend- . 
punkte in Abb. 6 (siehe S. 320) dargestellt. Tabelle 4. Lage des Mittels M der Werte ö:, 
Man erkennt die sehr regelmäßige Ver- Sy m aus den vier Quadranten für Lindenberg 1924, 
schiebung in Richtung der negativen [Gruppe AT Sr 
E.-Achse. Die mittleren Werte für 6, sind |” — = 
(Tabelle 4) durchweg positiv, aber sehr X [26730 Ze DS A | 
klein und mit A nicht veränderlich. | 1 | =<2% 1331 099 #3 
Auch in den Drachenwindbeobach- - 
tungen findet sich also wieder eine gute Stütze für die Anschauungen 
von Stüve und Mügge, während sich für die Theorie I kein Beleg ergibt. 
Insbesondere ist auffallend, daß die Differenz Wind minus Gradientwind in 
dem Anteil, der senkrecht zur Richtung des Isallobarengefälles weht, propor- 
tional dessen Intensität ist, mit dem kleinen Anteil aber, der in der Richtung 
des Isallobarengefälles weht, un- 
abhängig von dessen Stärke ist. 
In Abb. 7 sind diese beiden 
Abhängigkeiten dargestellt, Ein- 
getragen sind außer den drei 
Werten der Tabelle 4 zwei Werte, 
die aus Tabelle 2b, Jahres- 
mittel, abgeleitet sind aus einer 
Zusammenfassung der beiden 
kleinen und der beiden großen 
Stufen für A. Diese Werte passen 
recht gut in die Abhängigkeit, die 
sich aus den Lindenberger Beob- 
achtungen für ö: und 5, ergibt. 
Die Komponente ö„ in der 
Richtung des Isallobarengefälles 
ist unabhängig von A und gleich 
0.25 m/sec, Die Komponente d:, 
die den fallenden Luftdruck 
zur rechten Hand läßt, ist öz 
=—0.4-1 2051 V IP. Für die 
Sicherung dieser Beziehungen dürfte eine Bearbeitung noch weiterer Beob- 
achtungen notwendig sein. 
Aus welchem Grunde diese beiden Komponenten auftreten und gerade in 
dieser Abhängigkeit vom Isallobarengradienten, ist schwer zu erklären. 
Eine Vereinigung der beiden oben auseinandergesetzten Theorien ist jedoch 
in folgender Weise möglich: Der wirkliche Wind zeigt gemäß der Theorie I eine 
Ablenkung vom geostrophischen Wind nur in das Fallgebiet hinein, solange das 
Druckfeld eine Umgestaltung erfährt, die linear von der Zeit abhängig ist. 
p=po +a(lltatx+b1+#80. 
Eine Abweichung auch in der Richtung parallel den Isallobaren wird zu 
erwarten sein, wenn die zeitlichen Anderungen des Druckes und des Windes 
nicht mehr linear sind.
	        
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