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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

Möller, F. u. Sieber, P.: Über die Abweichungen zwischen Wind u. geostrophischem Wind usw. 319 
des Isallobarengefälles. Dieses ist gekennzeichnet worden durch die Größe 
A Var d. h. durch diejenige Abweichung des Windes vom geostro- 
phischen Winde, ausgedrückt in m/sec, die entsprechend der Theorie I beim 
herrschenden Druckänderungsgefälle zu erwarten wäre. Für jede der Gruppen 
ergeben sich nun die mittleren Komponenten ö:m, ö,m für jeden Quadranten und 
entsprechend ein von vier Vektoren gebildetes Viereck, wie es in Abb. 4 schema- 
tisiert ist. Die Koordinaten der Mittelpunkte der Vierecke sind in Tab. 2 an- 
gegeben, und zwar in a) für alle Beobachtungen, in b) nur für die Beobach- 
tungen des Höhenwindes zwischen 7 und 9 Uhr, die also zeitlich mit der 8-Uhr- 
Beobachtung des Isallobarengradienten zusammenfallen. Eine Trennung nach 
Regionen (Kern- und Randgebiete des Dreiecks der Luftdruckbeobachtungsstellen) 
erwies sich als unnötig. 
Bemerkenswert an den Werten der Tab. 2 ist der trotz einer nicht gerade 
geringen Anzahl von verarbeiteten Beobachtungen noch recht unregelmäßige 
Gang. Insbesondere für die Komponente ö,„, die erwartungsgemäß nach Theorie I 
immer positiv und gleich dem als Gruppeneinteilung verwendeten Werte A sein 
müßte, schwanken die Werte 
sogar zwischen plus und minus 
hin und her, eine systematische 
Zunahme mit A in positiver 
Richtung ist nicht zu entdecken. 
Dagegen ist ö: mit einer einzigen 
Ausnahme immer negativ, meist 
ist sogar eine leichte Zunahme 
der absoluten Beträge mit zu- 
nehmendem A zu erkennen, 
Dies stimmt durchaus überein 
mit den Schlußfolgerungen, die 
aus den Überlegungen von 
Stüve und Mügge oben als 
Theorie II gezogen wurden, 
nämlich, daß die Abweichung 
zwischen Wind und geo- 
strophischem Wind so ge- 
richtet ist, daß die Gebiete 
fallenden Druckes rechter 
Hand vom Vektor v—bg liegen. Dagegen ist für die Anschauung, daß 
die Windabweichung vom geostrophischen Wind v—»g in das Fall- 
gebiet hinein gerichtet sein müßten, kein Beleg zu erbringen. 
Zur Veranschaulichung ist in Abb. 5 noch für die Gruppe: Ganzes Jahr 
Beobachtungen von 7 bis 9 Uhr, die Lage der Vierecke angegeben, die durch 
Verbindung der Endpunkte der vier Quadrantenmittelvektoren entstehen. Die 
große Streuung dieser Quadrantenmittel und die dadurch bedingte unregel- 
mäßige Form der Vierecke ist zu erkennen, jedoch auch die deutliche Ver- 
schiebung der Vierecke und ihrer Mittelpunkte M nach der negativen S-Richtung. 
Die sehr große Streuung der einzelnen Werte, vielleicht auch die nicht ganz 
befriedigenden Ergebnisse müssen hervorgerufen sein durch die großen Meß- 
ungenauigkeiten, die einer Pilotwindmessung in Gestalt von zufälligen Fehlern 
anhaften. Es ist zu vermuten, daß diese Schwankungen, die zum großen Teile 
wohl nur eine Folge der zeitlichen Unausgeglichenheit des Windes oder der 
Störungen durch Vertikalbewegungen sind, fortfallen, wenn man die Wind- 
meldungen, die in Drachen- und Fesselballonen in Lindenberg gewonnen sind, 
verwendet. Diese Messungen werden im synoptischen Dienst zwar oft als un- 
brauchbar angesehen, da sie — wenigstens seit etwa 10 Jahren — meist zu 
große Windstärken angeben, jedoch ist dieser Fehler systematischer Art und als 
solcher leichter zu eliminieren als unsystematische Fehler, wie sie Piloten zeigen. 
Vor allem haben diese Windmessungen den Vorteil, daß sie kurzzeitige Mittel 
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