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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

Becker, R.: Schiffsmastbewegungen im Seegang und Windgeschwindigkeitsregistrierung usw. 267 
Für v<V, d.h. im Falle IL 1. in seiner extremen Form erhält man: 
= vr 
UV ++ zY' 
Dies ist annähernd gleich V. Wie weit diese Annäherung geht, veranschau- 
licht die nachstehende Tabelle, in der die gemessenen mittleren Geschwindig- 
keiten in m/sek angegeben sind für Geschwindig- 
keiten des Schalenkreuzortes v von 1 bis 3 m/sek 
und wahren Windgeschwindigkeiten V von 5 bis 
20 m/sek. 
Das entgegengesetzte Extrem besteht darin, 
daß im Falle II. 3. v=-V ist. Dies besagt, daß 
die Geschwindigkeit des mit dem Mast schwingenden Anemometerortes sehr groß 
ist gegenüber dem wahren Wind, Es ist dann: 
vı 
Usv+ 2 
Hieraus ergibt sich, daß U ungefähr gleich v ist, d. h. das Schalenkreuz zeigt 
in erster Linie die Mastbewegungen unabhängig vom Wind an. Praktisches 
Interesse hat dieser Fall nicht, da v den Wert 3 m/sek kaum überschreiten 
dürfte, so daß v=>V nur für Luftbewegungen unter Stärke 1 der Beaufortskala 
erfüllt ist. 
Im allgemeinen Falle II. 1. erhält man ein U, das zwischen V und y? V liegt. 
In analoger Weise liegt U im Falle II, 3. zwischen v und y? v. 
Es werde nun die Zusammenstellung (2) nochmals angegeben unter Hinzu- 
fügung und unter Anpassung an die erhaltenen Resultate. 
1. v1 
7X 2, 1=V 3. X>V 
U = V "U=V "U=y 
u. vo) 8 
1 V<V v<V nn 2 vV 3 v>V v>V 
'‘UxV V<U<VVZ “U= vr? ‘y<U«<vV2 Uzv ) 
Diese Zusammenstellung (3) zeigt, daß in Anbetracht der für v praktisch in 
Frage kommenden Werte bei verankertem Schiff wesentliche Abweichungen 
zwischen U und V nur für etwa Windstärke 2 der Beaufortskala und darunter 
in Frage kommen. Im ungünstigsten Falle ist diese Abweichung gleich v. Dieser 
tritt unter der Bedingung I. 3. ein, wenn V=0 ist. Das Schiff schwankt dann 
bei Windstille in der Dünung und das Schalenkreuz zeigt die mittlere Geschwin- 
digkeit der Schwankungen relativ zur Luft an. 
Zum Schluß sollen die vorstehenden Resultate noch kurz auf den Fall des 
fahrenden Schiffes übertragen werden. An Stelle von V hat man dann den ab- 
soluten Wert der Vektordifferenz wahrer Wind minus Schiffsfahrt zu setzen. Von 
diesem V weicht das mit dem Schalenkreuz gemessene U ungünstigstenfalls um v 
ab. Das Schiff fährt dann den Wind aus und das Anemometer registriert die 
Mastschwankungen, Registriert dies also z. B. 2 m/sek und hält man diese in 
Wirklichkeit durch die Mastschwingungen hervorgerufene Anzeige für reell, so 
addiert man der Schiffsfahrt, zur Berechnung des wahren Windes, jenen Betrag 
zu und erhält so eine um 2 m/sek zu hohe Windgeschwindigkeit. 
‚31 
Über ein Aspirationspsychrometer in Stabform. 
Von Walter Grundmann, Braunschweig. 
Von der Firma Dr. Siebert & Kühn in Kassel ist ein Aspirationspsychro- 
meter neuer Bauart entwickelt worden, das aus einem Doppelthermometer 
besteht, d.h, aus zwei Thermometern, die in einem CGilasschutzzylinder, auch 
Umhüllungs- oder Einschlußrohr genannt, zu einem Einschlußthermometer mit
	        
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