Pogade, G.: Die wissenschaftlichen Grundlagen der Baurschen Zehntage-Vorhersagen, 261
werden, so daß also bei einem 40jährigen Zeitraum 400 Wertepaare für jedes
Element und für jedes Monatsdrittel zugrundegelegt werden. Die Berücksichti-
gung dieser statistisch ermittelten Beziehungen zwischen Vordekade ‚und Nach-
dekade während der dem Vorhersagetag vorangehenden bzw. folgenden fünf
Tagen, läßt erkennen, welche Korrelationen zur Zeit die wichtigsten und damit
für die Vorhersage brauchbarsten sind,
Dabei werden den Korrelationsrechnungen folgende Elemente des Vorwetters
zugrundegelegt:
1. Der mittlere Luftdruck während der Vordekade,
2. die Druckänderung während der Vordekade, und zwar die Differenz
zwischen dem mittleren Druck während der ersten und der zweiten
Pentade der Vordekade,
3. die Temperaturänderungen während der Vordekade,
4. die Änderungen des Druckes während der letzten fünf Tage, d.h. die
Druckänderungen zwischen dem Morgen des 5. und des 10. Tages (Stich-
tag) der Vordekade,
die interdiurne Veränderlichkeit des Druckes während der letzten
sechs Tage,
6. der Luftdruck am Morgen des letzten Tages (Stichtag).
Verwendet wurden die Beobachtungen von 26 Stationen, die weiträumig über
Europa verteilt sind. Außerdem wird der Druck auf einigen Meridian- und
Breitenkreis-Schnittpunkten auf dem Ozean, nach Wetterkarten ermittelt, benutzt.
Als Elemente des Nachwetters wurden folgende eingeführt:
1. Der mittlere Luftdruck während der Nachdekade in Potsdam,
2. in Oslo und
3. in Treuburg (Ostpreußen),
4. die Niederschlagshäufigkeit während der Nachdekade in Nord-
deutschland, westlich der Oder,
die Niederschlagshäufigkeit während der Nachdekade in Süd-
deutschland.
Für jede Station werden die Korrelationskoeffizienten mit den Elementen
des Nachwetters berechnet und dann in Karten eingetragen. Man erhält so
einen Überblick über die Zuverlässigkeit der erwarteten oder sogar uner-
warteten Beziehungen. Für die physikalische Bedeutung dieser, auf statistischem
Wege erhaltenen Resultate ist die Änderung der Korrelationskarten, das Wandern
der Gebiete größter positiver oder negativer Korrelationen sehr bedeutsam. So
zeigt z.B. (4) die Karte der Korrelationskoeffizienten zwischen dem Luftdruck
am Morgen des Stichtages und der Niederschlagshäufigkeit während der Nach-
dekade in Norddeutschland westlich der Oder während des ganzen bisher unter-
suchten Zeitabschnittes das Gebiet größter negativer Korrelation über Nord-
westdeutschland. (Im Kerngebiet ist der Korrelationskoeffizient etwa — 0.4.)
Dieses ist ein Zeichen für die Brauchbarkeit dieser Beziehung; in ihr drückt
sich die Erhaltungstendenz der Witterung aus. Karten anderer Korrelations-
koeffizienten lassen ein Wandern des Gebietes größter Korrelation erkennen. So
verlagert sich z, B. das Gebiet größter positiver Korrelation zwischen dem mitt-
leren Druck der Vordekade und dem mittleren Druck der Nachdekade in Potsdam
von der zweiten Juli-Dekade bis zur ersten August-Dekade von Südosteuropa
über Deutschland nach England. |
Die Wanderung dieser Gebiete läßt erkennen, daß es nicht angängig ist,
allein auf Grund der synoptischen Wetteranalyse und nach Regeln, die für das
ganze Jahr gelten sollen, an Hand der Wetterentwicklung der vergangenen Tage
zuverlässige Aussagen über das kommende Wetter im voraus zu machen. Faktoren,
die für das Großwetter bestimmend sind, hängen mehr oder weniger vom
Jahresverlauf der Einstrahlung und von der allgemeinen Zirkulation
ab und sind Anfang Juli anders als Mitte oder Ende August,
Außer diesen Korrelationen zwischen den Beobachtungen einzelner Orte werden
noch Korrelationskoeffizienten zwischen errechneten Werten (z. B. zwischen
BR