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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

260 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1937. 
Hilfe für die Vorhersage bieten, zumal da die Anlage der Untersuchungen es 
zestattet, ohne wesentliche Schwierigkeit, Tage früherer Jahre herauszufinden, 
an denen die Wetterentwicklung ähnlich war wie an den Tagen, die dem Ausgabe- 
tag der Vorhersage vorangehen. 
Aber auch von anderen Gesichtspunkten aus wird die Wetterentwicklung 
betrachtet. So ist z.B. die Tatsache des Auftretens von Rhythmen im Witterungs- 
Ablauf, insbesondere im Luftdruckgang, für die langfristige Witterungsvorhersage 
wichtig. Da sich die Periode dieser Rhythmen aber oft sprunghaft ändert, muß 
die Brauchbarkeit dieser Rhythmen für die Vorhersage in jedem Einzelfall genau 
überprüft werden (7). 
Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel für die Zehntage-Vorhersagen bildet die 
Druckverteilung in 5 km Höhe und deren Anderung, die sich auf Grund 
der jetzt täglich vorliegenden Höhenaufstiege verfolgen läßt. 
Wir wollen uns mit den statistischen und synoptischen Grundlagen 
etwas näher beschäftigen, wobei es allerdings nicht möglich sein wird, auf jede 
Einzelheit einzugehen. 
Zwei Arbeitshypothesen sind es, deren Anwendung die Vorarbeiten 
bestimmt (4): 
ı. Es wird angenommen, daß das Wetter der folgenden 10 Tage in der 
Hauptsache bestimmt wird durch den Wetterablauf der vergangenen 10 Tage, 
sofern man einen großen Raum betrachtet. Das heißt mit anderen Worten: 
Extra-terristische Einflüsse, wie z.B. die Änderung der Solarkonstanten oder 
der Gesamt-Sonneneinstrahlung sind bei einem Vorhersagezeitraum von 10 Tagen 
nicht zu berücksichtigen. Soweit sie irgendeinen Einfluß auf das Wetter haben, 
sind sie schon indirekt im Wettergeschehen der vergangenen 10 Tage enthalten 
und somit durch das Studium dieses Zeitraumes bereits erfaßt. 
2. Die Richtung und die Größe der Druckgradienten in der Höhe sind 
wichtige Kriterien der Großwetterlage. Dieser Gradient in den höheren Schichten 
kann aus den Bodenbeobachtungen bestimmt werden: a) durch übergreifende 
Mittelbildung (damit werden kurzzeitige Anderungen troposphärischen Ursprunges 
eliminiert), b) durch gleichzeitige Betrachtung von Druck- und Temperaturände- 
rungen am Boden, c) durch die interdiurne Veränderlichkeit des Luftdruckes am 
Boden (8). In neuerer Zeit wird, wie bereits oben erwähnt, das Höhendruckfeld 
direkt dargestellt, was aber nur in dem Gebiet möglich ist, in dem genügend 
aerologische Beobachtungen vorliegen. 
Um den jährlichen Gang der Einstrahlung und damit den jahreszeitlichen 
Gang der meteorologischen Elemente, und um die sog. Singularitäten im 
Witterungsablauf zu berücksichtigen, werden die statistischen Unterlagen für 
jedes Monatsdrittel gesondert ausgearbeitet (4). 
Für jeden Tag dieser Monatsdrittel wird unterschieden zwischen den 10 
vorhergehenden Tagen (der „Vordekade“) und den 10 folgenden Tagen (der 
„Nachdekade“). Der letzte Tag der Vordekade sei als „Stichtag“ bezeichnet. 
So ist z.B. für den 5. Juli als Stichtag die Vordekade die Zeit vom 25. Juni 
bis 5. Juli, die Nachdekade die Zeit vom 6. bis 15, Juli. Stichtage für die 
zweite Juli-Dekade sind der 5,, 6., 7. usw. bis 14. Juli, so daß der 10. Juli, an dem 
die Vorhersage ausgegeben wird, in der Mitte dieser Serie von Stichtagen liegt. 
Bis zum Frühjahr 1936 waren auf Grund der Beobachtungen des 40jährigen 
Zeitraumes 1893 bis 1982 die Grundlagen für die drei Juli- und August-Dekaden 
ausgearbeitet. Die Bearbeitung dieser Grundlagen läßt sich in drei Gruppen 
anterteilen: Berechnungen von Korrelationen zwischen dem Vorwetter und 
dem Nachwetter, Zeichnung von Karten und Aufstellung von Tabellen, 
Dabei erfolgt die Ausarbeitung für jeden einzelnen Tag; denn es genügt 
nicht bei den Untersuchungen, die z.B. der Vorhersage für die zweite Juli-Dekade 
gelten sollen, allein die Beobachtungen des 1. bis 10, Juli (als Mittelwert) oder 
deren Änderungen zwischen dem 1. bis 5. und 6. bis 10. Juli mit den Werten 
vom 11. bis 20. Juli in Beziehung zu setzen, sondern es müssen auch die ent- 
sprechenden Werte der Zeiträume 26. Juni bis 5. Juli zu 6. bis 15. Juli, 25. Juni 
bis 6. Juli zu 7. bis 16. Juli usf, bis 5. bis 14. Juli zu 15, bis 24, Juli korreliert
	        
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