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Full text: 65, 1937

254 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1937. 
den Schichten bis zur 600 mb-Fläche liegt der kälteste Punkt über Elsaß-Loth- 
ringen. Es zeigt sich weiter in der genannten Schicht und in der bis zu 500 mb 
neue Warmluft im Nordwesten, die besonders in der letzten Schicht ausgeprägt 
ist, das Kaltluftgebiet nach Süddeutschland abdrängt und es dabei stark abschwächt 
Es würde im Rahmen dieser Untersuchung zu weit führen, die außerdem noch gezeichneten 
Karten der Anderung der absoluten und relativen Topographien sämtlicher Hauptisobarenflächen von 
Sh bis 16h am 19. Okt. und vom 19. Okt. 16% bis zum 20, Okt. 8h zu reproduzieren und zu besprechen, 
Das gleiche gilt für die Karten der Schichtdicken (1000—900, 900—800 usw, mb) und deren Änderung 
in der angegebenen Zeit. Es sind nur die Karten beigegeben, die die Anderung der verschiedenen 
Elemente von der ersten bis zur zweiten Tendenzkarte erkennen läßt. Daraus ist ohne weiteres die 
Lage der Gebiete zu den beiden Zeiten zu erkennen. 
Die Zugbahnen sind durch Pfeile gekennzeichnet. Das Ende des Pfeils 
gibt die Lage auf der Anderungskarte von 8% bis 16h, die Spitze des Pfeils 
gibt diejenige auf der Änderungskarte 16h bis 8b des nächsten Tages. In 
Karte 10 erkennt ınan die Bahnen der Temperaturänderungsgebiete (relative 
Topographie der Hauptisobaren), die nächste Karte 11 zeigt die Drucksteig- und 
Fallgebiete (abs. Topographie). Auf einer weiteren Karte (12) ersieht man, wie 
die Temperaturänderungen in den einzelnen Schichten z, B. 1000—900, 900—800 mb 
usw, verlaufen sind. Wie die Zuordnung in den einzelnen Höhen ist, erkennt 
man auf Karte 13. Die verbundenen W geben die Änderung des Zentrums des 
warmen Gebietes mit der Höhe, während die weiter westlich liegende Linie die 
Lageänderung der Erwärmungsgebiete in den verschiedenen Höhen von der 
einen zur anderen Tendenzkarte zeigt. Parallel dazu verläuft über Ostengland 
eine weitere Linie, die die Lage der Kaltluftzunge am 20, Okt. um 8h in den 
einzelnen Höhen angibt. Die beiden über Südostengland gezeichneten Kreise 
geben den Beginn der Erwärmung über England von Nordwesten her an. Zu 
den ersten Karten ist zu bemerken, daß die Lage der Pfeile die mittlere Strömungs- 
verteilung angibt, wenn man die Pfeile als Tangenten der Stromlinien ansieht. 
Aus der verschiedenen Strichelung der Pfeile erkennt man Erwärmung und 
Abkühlung (+ im Pfeil: Erwärmung; —: Abkühlung). Auf Grund dieser Dar- 
stellung ergeben sich folgende Luftmassenänderungen in dem genannten Zeitraum: 
1. die abziehende Kaltluft im Osten, 
2. die Erwärmung über Deutschland von Westen her, später nach NE vor- 
dringend auf der Vorderseite der Englandstörung, 
die starke Abkühlung auf der Rückseite dieser Störung über Frankreich 
und West- und Süddeutschland, 
4. die erneute Erwärmung in der Höhe über England. 
Aus der Lage der 24-stdg. Änderung der Schichtdicken ist noch folgendes 
zu ersehen (Karte 13): 
1. die Erwärmung auf der Vorderseite der Störung schreitet von SW nach 
NE fort, Voreilen in der Höhe (mittlere Linie), 
ebenso liegt das warme Gebiet in unteren Schichten südlicher (Wien) als 
in oberen Schichten (Breslau) (verbundene W), 
greift die neue Warmluft von Nordwest an (die beiden Kreise). Die Ver- 
bindungslinie des Übergangs von Erwärmung zur Abkühlung verläuft 
nach England hinein, d. h. in der oberen Schicht ist die Erwärmung zuerst 
zu bemerken. Gleiche Deutung muß die Tatsache erfahren, daß das kalte 
Gebiet in Bodennähe am weitesten südlich (Cherbourg) liegt und in der 
Höhe am weitesten im NE (mittlere Nordsee), Die Verbindungslinie dieser 
Punkte schneidet die eben erwähnte Linie über England senkrecht (Linie 
mit Kz), 
die Abkühlung ist ziemlich einheitlich in der Nähe Dijon—Friedrichs- 
hafen (K—K). . 
Infolge dieser eindeutigen räumlichen Verteilung und gleichmäßigen Änderung 
in sämtlichen Höhen ist es berechtigt, die Zusammenwirkung der Temperatur- 
und Druckänderung nur für die oberste und unterste Schicht zu untersuchen, 
Es soll als Repräsentant der Höhe die 500 mb-Fläche gelten. Die Anderung der 
Temperatur der Zwischenschicht wird dann durch den Abstand der 500 mb- von 
der 1000 mb-Fläche dargestellt. Gleichzeitig werden die Werte der Bodenkarte 
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