Malchow, M.: Dampferreise von Sabang nach Kuchinotsu im Oktober und November 1911. 211
Der stürmische Monsun ließ jetzt etwas nach, und die See ging weniger
hoch, so daß wir etwas mehr Fahrt. bekamen. .
Pakusa Point wurde in 3 Sm Abstand passiert, der Kurs mit rw. N 45°0
auf die Einfahrt zur Shimbara-Bucht gesetzt und am 11.November 7% V Kuchinotsu
erreicht.
Da wir hier ausfanden, daß die Lage der Bojen auf unserer britischen
Admiralitätskarte falsch war, wurde eine Skizze vom Hafen mit der richtigen
Lage der Bojen und den Tiefenverhältnissen entworfen und dem Reichs-Marine-
Amt zugeschickt.
In Japan ‚erfuhren wir, daß am 6. und 7, November ein Minimum SO von
Luzon gestanden hatte, wodurch. der äußerst heftige NO-Sturm verursacht wurde.
Nach den Erfahrungen, die auf dieser Reise gemacht wurden, halte ich es
für besser, auf Reisen von Singapore nach der Westküste Japans, während des
NO-Monsuns, an der ‚chinesischen Küste entlang zu fahren. Die Distanz ist nur
40 Sm länger als die an der Ostküste von Formosa entlang, und gerade so
lang, wie die durch den Pescadores-Kanal,
Wenn auch nicht anzunehmen ist, daß dergleichen Stürme um diese
Jahreszeit häufig sind, so sind dieselben dann aber an der‘ Ostküste von For-
mosa noch heftiger, weil dem Zentrum näher wie im Pescadores-Kanal, und
jedenfalls um ein bedeutendes heftiger als an der Küste von China, ;
Bemerkungen zu dem vorstehenden Bericht. (Amtilich.) .
Zu dem nach der Tabelle am Eingange des Berichtes genommenen Wege
ist zu bemerken, daß es sich um diese Jahreszeit schon empfiehlt, unter Luzon
nach Norden zu steuern (vgl. »Monatskarte der Deutschen Seewarte für den Indischen
Ozean«). Die Empfehlung, daß es ‚besser sei, auf Reisen von Singapore nach der.
Westküste Japans während. des NO-Monsuns. an der chinesischen Küste entlang-
zufahren, beruht wohl nur auf den: Erfahrungen dieser einen Reise, Es besteht
andererseits die Tatsache, daß in dieser Jahreszeit selbst Segler z. B. von Hongkong
nach Japan an der Ostküste von Formosa in der Nähe des Landes ‚aufarbeiten
und daß dieser Weg von Singapore aus doch der nächste ist.
Port Fairy oder Belfast (Victoria, Australien).
(Amtlich.)
Nach den neuesten englischen Quellen. Brit. Adm-Krt, Nr. 2759 b, Australia, Southern Portion;
Nr. 1063, Western Approach to Bass Strait; Nr. 1062, Rivoli Bay to Cape Otway; Nr. 2506, Port Fairy,
Port Fairy liegt in der Grafschaft Villiers des Staates Victoria; er ist
einer ‚der bedeutendsten Ausfuhrhäfen des Westens dieses Staates,. Die geo-
graphische Lage des Leuchtturms auf Griffith-Eiland ist 38° 24’ S-Br. und 142°
15’ O-Lg.. Die Mißweisung für 1911 beträgt 7°.O; die jährliche Anderung ist
gänzlich unbedeutend. ;
Allgemeines. Für größere Seeschiffe kann Port.Fairy nur als offene Reede
bezeichnet werden, denn bei Stürmen aus der Richtung von SW über S bis 0
ist es nicht ratsam, vor Anker liegen ‚zu bleiben. Dagegen bietet die zu einem
Hafen ausgebaute Mündung des Moyne-Flusses Küstenfahrzeugen und .Leichtern
sicheren Schutz gegen Stürme aus jeder Richtung, Draußen auf der offenen
Reede können Schiffe :jeder Größe, und eine größere Anzahl, als der Handel des
kleinen Platzes bedarf, ankern. a na . en
Landmarken..' Aus . größerer Entfernung von ‚SS: und SW’ gesehen ist. SO+
wohl für‘ die: Ansteuerung von Port Fairy wie auch: für den nur 20 Sm östlichen
gelegenen Hafen Warrnambool der in der Mitte zwischen beiden und; nur ;eine
gute Sm vöm Strande. gelegene 91 m hohe Tower: Hill (Turmberg)::zu beachten,
Als »Turmberg« :ist er. von See aus. aber nur in nördlicher Richtung. erkennbar ;
von: Osten. gesehen: wird er verdeckt: durch ‚flache. Bergrücken, die „sich: parallel
mit der Küste eben westlich .von Warrnambool beginnend; -hinziehen. !Auch fün