246 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1937.
der Landesanstalt für Gewässerkunde und Haupt- und bald wurde eine Wiedergewinnung des Ganzen
nivellements übertragen, die Dr.-Ing. O. Fischer röllig unmöglich, Erst 1654 begannen energische
mit der Bearbeitung beauftragte, Die Veröffent- Arbeiten zur Wiederbedeichung, und zwar durch
Hichung des zweiten Teiles ist in sieben Haupt- holländische Unternehmer, die in den folgenden
abschnitten beabsichtigt. Von diesen liegen jetzt Jahrzehnten zur Gewinnung von vier Kögen führten,
drei vor; sie behandeln Alt-Nordstrand sowie die die dem Kern des heutigen Nordstrand bilden, Das
Jaraus nach der Sturmflut vom 11. Oktober 1634 Östlich gelegene Gebiet einzudeichen, war die Auf-
entstandenen Inseln Nordstrand und Pellworm; gabe der Folgezeit bis heute hın; vier weitere
die vier übrigen im Laufe dieses Jahres erscheinenden Köge wurden gewonnen, darunter als letzter der
Abschnitte werden Föhr, Amrum und Sylt be. Pohshalligkoog; 1933/35 wurde der hochwasserfreie
handeln sowie allgemeine Fragen, welche sich auf Damm vom Festland nach Nordstrand gebaut.
die gesamten nordfriesischen Inseln beziehen, Auf Pellworm nahm die Wiederbedeichung
Die Behandlung von Alt-Nordstrand bis zu1 einen ganz anderen Verlauf, Die Zahl und Kraft
Zerstörung durch die Sturmflut im Jahre 1934 der übriggebliebenen Bewohner reichte aus, schon
ibt uns, soweit die Quellen dies gestatten, einen in den nächsten Jahren nach der Sturmfiut einen
Einblick in die allgemeinen Zustände auf Alt. großen Teil des verlorenen Laudes wiederzugewinnen,
Nordstrand im 16. und 17. Jahrhundert, insbesondere Bis 1687 bereits wurde die heute noch vorhandene
die Bewirtschaftung des Bodens, Zahl der Ein. Zahl von Kögen eingedeicht; deren Fläche hat sich
wohner, Einteilung der Insel, die Rechtsverhältnisse. seitdem allerdings etwas verkleinert, da infolge von
die Landes- und Deichverwaltung, Handel und verhecrenden Sturmfluten ein Teil der Landflächen
Schiffahrt, das Fischereiwesen und die Fährver- wieder ausgedeicht werden mußte.
bindungen, Weiterhin wird die wechselvolle Ge- Als besonders erfreulich muß es bezeichret
schichte der Insel bis 1634 dargestellt, die Zer- werden, daß, ähnlich wie beim ersten die Halligen
störungen durch die vielen Sturmfluten sowie die behandeloden Teil, die Form eines Quellenwerkes
vielfachen Arbeiten zur Wiedergewinnung ver- beibehalten wurde, soweit es irgend möglich war,
\orenen Landes, Der Organisation der Deichver- Die in alten Akten und in versteckten Weröffent.
waltung ist ein umfangreicher Abschnitt gewidmet, lichungen enthaltenen Angaben sind dadurch zu-
weiterhin ist eine Anzahl größerer Bedeichungs- gänglich gemacht worden; genaue Quellenangaben
unternehmungen ausführlich dargestellt, ermöglichen ein Zurückgehen auf die Original-
Infolge der verhängnisvollen Sturmflut vom mitteilungen. Gerade heute, wo die Frage der
11. 30. 1634 zerfiel Alt-Nordstrand in die zwei ge- Landgewinnung und Landerhaltung an und vor
trennten Inseln Nordstrand und Pellworm, welche der schleswig-holsteinischen Westküste erneut mit
nun durch eine ausgedehnte Wattfläche mit der tief größter Energie behandelt wird, ist es besonders
nschneidenden Norder-Hever getrennt waren. lehrreich und wertvoll, einen eingehenden Einblick
Da die Bevölkerung von Alt-Nordstrand durch die in die unendliche Arbeit zu gewinnen, die in den
großen Menschenverluste während der Sturmfiutl verflossenen Jahrhunderten geleistet worden ist.
und die folgende beträchtliche Auswanderung stark In Anbetracht der großen Bedeutung dieser Ver-
abgenommen hatte, war es für die zurückbleibenden Ööffentlichung darf man wohl hoffen, daß auch die
Bewohner, die das Leben von Halligleuten führen noch fehlenden Abschnitte des zweiten Teiles sowie
mußten, unmöglich, aus eigener Kraft die Wieder- der die Festlandsküste behandelnde dritte Teil in
bedeichung durchzuführen, Die Regierung ver- gleich reicher Ausstattung werden erscheinen
säumte es, schnell und tatkräftig Hilfe zu leisten. können, Bruno Schulz.
B. Neueste Erscheinungen im Bereiche der Seefahrt und der Meereskunde
sowie auf verwandten Gebieten,
a) Werke.
Oberkommando der Kriegsmarine. Handbuch Cephalophanes im Südatlant. Ozean. A.
der Westküste Afrikas. T.1: Von Kap Sparte! Steuer u. E. Hentschel, Berlin- Leipzig:
bis Calabar River. 1. Aufl. Berlin 1937. de Gruyter 1937, S. 101—163, 38 Textabb. 4%.
{Vertrieb: Mittler.) XXXII, 532 8. 2 An- ınt. Met. Organis, und Deutsche Seewarte, (Polar-
sichten, 8°, jahr-) Wetterkarte der Nordhalbkugel, Teil-
Deutsche Atlant, „Meteor“-Exped. 1925—1927. L{fg. 1: Monat August 1932, (Hamburg 1937.) 2°
Wiss. Ergebn, Bd. 12, II: Biolog. Sonder- Assoc. d’Oceanogr. Physique, Union Ge&ode6s, et
untersuchungen. Lig.2: Die Verbreitung der Geophys. Int. Proc&s- Verbaux 2: General Assem-
Copepoden-Gattungen Sapphirina, Copilia, bly at Edinburgh, Sept. 1936. Liverpool 1937.
Miraeia, Pleuronamma Ehincalanus und
b) Abhandlungen in Zeitschriften, sonstigen fortlaufenden Veröffentlichungen
und Sammelwerken.
Witterungskunde. „Bioklimat. Beibl. der Met, Zschr.“ Braunschweig.
„Wiss, Abhandl.“ R. A. W. Berlin 1937. II, 7. 1937, 1. Windeinfluß auf Böden mit ver-
Agrarmeteorol, Studien über Bestandsklima, schied, Wassersättigung, Beitrag zum Wind-
Windschutz, Transpirationsverhältnisse im schutzproblem. W. Kreutz. — Beitrag zur
Gewächshaus. W,. Kreutz. Frage: Wahre Lufttemp. oder Versuchs-
„Archiv £. Schiffs- u, Trop.-Hyg.‘“ Leipzig. 1937, körpertemp. A. Mäde.
4, Was wissen wir über die Akklimati. „Boletin Met.“ Montevideo. 1930—1932, Observae.
sations- und Siediungsmöglichkeiten für efectuadas en la Estacion Montevideo
die weiße Rasse in trop. Ländern? W. (Prado).
Franz — Ist die Wirkung der Sonnen- „Bull., American Met. Soc.“ 1937, Febr, Regional
bestrahlung in verschied. Tropenzonen ver- weather maps. W.H. Wenstrom. — Hourly
schieden? Beitrag zu dieser Frage von Dr. med. regional weather maps for amateur obser-
Lüders: Abessinien. vers. W.O.J. Roberts.