Neuere Veröffentlichungen,
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schaften besonders in Wesermünde. Aus dem ge-
samten die deutsche Hochseefischerei betretffenden
Tatsachenkomplex wurden vier Gebiete ausgewählt,
welche am besten geeignet schienen, die während
des letzten halben Jahrhunderts gemachten Fort
zchritte anschaulich in Erscheinung treten zu
iassen. Zunächst wird über „Die wagenden Kauf-
leute, ihre ersten Unternehmungen und ersten
Fischdampfer‘‘ berichtet, Mit großem Verständnis
für die Poycha der Unternehmer (Reeder und
Fischhändler) wird die Entwicklung ihrer Tätigkeit
aus den kleinsten Anfängen heraus geschildert
und die Tatkraft und Zähigkeit der bedeutendsten
Persönlichkeiten ins rechte Licht gerückt, behandelt
sind vor allem Friedrich Busse, Wilhelm
Bade, F. A. Pust, J. Wieting. Das zweite
Kapitel stellt die lange und wechselvolle Entwick
Jung der Fischereihäfen dar, nämlich von Weser.
münde, Altona, Hamburg-St, Pauli und Cuxhaven
Das dritte Kapitel ist betitelt „Der Fischdampfer.
seine wichtigsıen Vorstufen und seine schiffbau-
liche Entwicklung“. Die einzelnen Entwicklungs
stufen vom ersten deutschen Fischdampfer „Sagitta‘
mit 145 Br. Reg. T, und 260 PS bis zum modern:
sten Typ. der sich den Abmessungen von 500 Br
Reg T. näbert und 1000 PS erreicht hat, sind sebr
klar herausgearbeitet; damit ist dankenswerterweise
eine empfindliche Lücke unseres Schrifttums be-
seitigt worden. Der vierte Abschnitt behandelt die
Entwicklung des Schleppuetzes, Abschließend
werden statistische Zusammenstellungen über die
jetzt vorhandenen deutschen Fischdampferreedereien
und deren Schiffe gegeben sowie über dıe jähr-
lichen Auktionsumsätze der einzelnen Fischmärkte
Das Buch ist ausgezeichnet ausgestattet, 79 Ab
bildungen und ein Übersichtsplan der Weser:
münder Hafenanlagen nach dem Stande vom
1. Januar 1933 sind beigegeben. Eine Fülle von
interessanten Einzeltatsachen ist durch dieses Buch
der Vergessenheit entrissen und weiteren Kreisen
zugänglich gemacht wie z. B. die Tatsache, daß
seit 1595 etwa 2800 Hochseefischer in Ausübung
ihres Berufes verunglückt sind! Bruno Schulz.
ist über die ganze Welt in öffentlichen und privaten
Büchereien verteilt.““
Beide Jahrbücher bringen eine gewaltige
Menge neusten Luftfahrtwissens und Kkschens
von 79 Autoren. An dieser Stelle können wir
nur auf die behandelten Probleme, ohne darauf
näher einzugehen, hinweisen.
im Lilienthal- Jahrbuch äußern sich zu:
Menschenflug: Schepelmann; Segelflug: Georgii;
Guftfahrtmedizin: Hartmann, von Muralt, Ben-
zinger und Strughold; Strömungsforschuug: Betz,
Weinig und Blenk; Auftrieb: Lotz: Festigkeit und
Spannungen: Thum, Mesmer, Rühl, Siebel, Bollen-
rath, Wewer, Glocker, Teichmann und Hertwig;
Konstruktion: Hoff und Roth; Drill: Schapitz;
Flügelprobleme: Quick, Lippisch, Quessel, Boelk
and Voigt; Stabilität: Wenk; Werkstoffe: Steiner,
Siebel, Schraivogel, Matthäus, Brenner, Mann und
Müller von der Heyden; Holzverwendung: Riechers;
Flugmotore: Kamm, Jellinghaus, Lürenbaum,
Albert, Buske und Dierbach; Propeller: Helmbold
and Scheubel; Navigation: Plendl, [mmler, Budden-
rock und von Gronau; Kompasse: Wünsch und
Geckeler; Windstärke und Seegang: Kempf, Schu-
nacher, Weinblum und Hubrich; Rollfeld: Bil-
änger; Lampen: Born, und schließlich zu Luftbild:
Stenger, Gruber und Geßner, Besonderes Interesse
erwecken die Röntgenaufnahmen zur Erforschung
der Spannungen in den einzelnen Flugzeugteilen.
Im WGL-Jahrbuch äußern sich zu Segelflug:
Georgii und Plath; Navigation: Koppre, Niemann
and Dierbach; Steuerung: Wünsch: Wissenschaft-
liche Luftforschungen: Perlewitz; Heißluftballone:
Hildebrandt; Luftrecht: A. Meyer; Luftfahrt-
nedizin: Gillert und Lottig; Flügelprobleme:
Kleinwächter; Fiugzeugbau: Belart; Schwingen-
log: Schmeidler; Langstrecken- und Ozeanverkehr:
ron Buddenbrock, Schulz, Seilkopf, Köster und
Wronsky; Flugzeugschiffe: Bartz, und allgemein
zu den Leistungen der WGL: Ahlhorn und Baatz,
Das Jabrbuch enthält ferner das letzte Mit-
gliederverzeichnis der WGL, Nachrufe für Junkers,
Fette und Boykow sowie Jubilarangaben über
Busch, Prandl, Kutzbach, Basenach, Schlink, Huth,
ron Soden-Frauenhofen, von Parseval, Kotzenberg,
Kreil. Bauer und von Kehler, bekannte Namen aus
der jungen Geschichte der Luftfahrt.
Dr. Perlewitz.
Jahrbuch 1936 der „‚Lilienthal- Gesellschaft für
Luftfahrtforschung‘‘, 647 Seiten, Berlin, Druck
von R. Oldenbourg, München.
jahrbuch 1935/36 der „„Wissenschaftlichen Gesell-
schaft für Luftfahrt (WGL)“. 160 Din-Seiten
Berlin 1936, Druck von M. Augustin, Berlin W 35
Der Herausgeber des ersten Jahrbuchs der
Lilienthal-Gesellschaft Baeumker sagt in der Eio-
führung: „In ihren Zielen vereinigt die neue Ge-
sellschaft die Arbeitsweise der aufgelösten Ver-
einigung für Luftfahrtforschung‘“ — die bekanntlich
nur ganz kurze Zeit bestanden hat — „zugleich
mit der Tradition und der Tätigkeit der Wissen-
schaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt (WGL).“
Die WGL hat hingegen nunmehr ihr letztes
Jahrbuch herausgegeben, in welchem der Heraus-
geber Schütte, 25 Jahre nach Gründung der WGL
(November 1911), echt seemännisch und Iuft-
männisch schreibt: „Jetzt läuft das Schiff, die
WLG, in den sichern Hafen der Lilienthal-Gesell-
schaft für Luftfahrtforschung ein und wird hier
außer Dienst gestellt; seine Besatzung wird, soweil
dies möglich und tunlich, übernommen. Die Nutz
ladung, bestebend aus 24 Jahrgängen der Zeit
schrift für „Flugtechnik und Motorluftschiffahrt“
und aus 12 Jahrbüchern der WLG, deren Eiozel
inhalt sich zum Teil auf mehrere Jahre erstreckt.
Friedrich Müller+. Das Wasserwesen an der
schleswig - holsteinischen Nordseeküste. Zweiter
Teil. Die Inseln, Im Auftrage des Preußischen
Landwirtschaftsministers bearbeitet und ergänzt
‚on Dr.-Ing. O0. Fischer. 2. Folge, Alt-Nord-
strand bis zur Zerstörung durch die Sturmflut
ım Jahre 1634. Mit 224 Seiten, 15 Textabbil-
dungen und drei zum Teil farbigen Tafeln,
3. Folge. Nordstrand, Mit 316 Seiten, 31 Text-
abbildungen und 7 zum Teil farbigen Tafeln.
4. Folge. Pellworm. Mit 402 Seiten, 59 Text-
ahbildungen und 6 zum Teil farbigen Karten;
aämtlich Berlin 1936. Verlag Dietrich Reimer,
Die Herausgabe des Gesamtwerkes war vom
Verfasser in drei Teilen beabsichtigt, nämlich „Die
Halligen“, „Die Inseln“ und „Die Festlandsküste“.
Der erste Teil konnte vom Verfasser noch im
Manuskript abgeschlossen werden, der Druck aber
erst nach seinem 1914 erfolgten Ableben erfolgen,
Für den zweiten Teil hatte der Verfasser umfang-
"reiche Auszüge aus Berichten, Chroniken und Ver-
ördnungen angelegt, die Bearbeitung fehlte aber.
Die Fortführung des Werkes wurde am 1. 4. 1634