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Full text: 65, 1937

Neuere Veröffentlichungen, 
245 
schaften besonders in Wesermünde. Aus dem ge- 
samten die deutsche Hochseefischerei betretffenden 
Tatsachenkomplex wurden vier Gebiete ausgewählt, 
welche am besten geeignet schienen, die während 
des letzten halben Jahrhunderts gemachten Fort 
zchritte anschaulich in Erscheinung treten zu 
iassen. Zunächst wird über „Die wagenden Kauf- 
leute, ihre ersten Unternehmungen und ersten 
Fischdampfer‘‘ berichtet, Mit großem Verständnis 
für die  Poycha der Unternehmer (Reeder und 
Fischhändler) wird die Entwicklung ihrer Tätigkeit 
aus den kleinsten Anfängen heraus geschildert 
und die Tatkraft und Zähigkeit der bedeutendsten 
Persönlichkeiten ins rechte Licht gerückt, behandelt 
sind vor allem Friedrich Busse, Wilhelm 
Bade, F. A. Pust, J. Wieting. Das zweite 
Kapitel stellt die lange und wechselvolle Entwick 
Jung der Fischereihäfen dar, nämlich von Weser. 
münde, Altona, Hamburg-St, Pauli und Cuxhaven 
Das dritte Kapitel ist betitelt „Der Fischdampfer. 
seine wichtigsıen Vorstufen und seine schiffbau- 
liche Entwicklung“. Die einzelnen Entwicklungs 
stufen vom ersten deutschen Fischdampfer „Sagitta‘ 
mit 145 Br. Reg. T, und 260 PS bis zum modern: 
sten Typ. der sich den Abmessungen von 500 Br 
Reg T. näbert und 1000 PS erreicht hat, sind sebr 
klar herausgearbeitet; damit ist dankenswerterweise 
eine empfindliche Lücke unseres Schrifttums be- 
seitigt worden. Der vierte Abschnitt behandelt die 
Entwicklung des Schleppuetzes, Abschließend 
werden statistische Zusammenstellungen über die 
jetzt vorhandenen deutschen Fischdampferreedereien 
und deren Schiffe gegeben sowie über dıe jähr- 
lichen Auktionsumsätze der einzelnen Fischmärkte 
Das Buch ist ausgezeichnet ausgestattet, 79 Ab 
bildungen und ein Übersichtsplan der Weser: 
münder Hafenanlagen nach dem Stande vom 
1. Januar 1933 sind beigegeben. Eine Fülle von 
interessanten Einzeltatsachen ist durch dieses Buch 
der Vergessenheit entrissen und weiteren Kreisen 
zugänglich gemacht wie z. B. die Tatsache, daß 
seit 1595 etwa 2800 Hochseefischer in Ausübung 
ihres Berufes verunglückt sind! Bruno Schulz. 
ist über die ganze Welt in öffentlichen und privaten 
Büchereien verteilt.““ 
Beide Jahrbücher bringen eine gewaltige 
Menge neusten Luftfahrtwissens und Kkschens 
von 79 Autoren. An dieser Stelle können wir 
nur auf die behandelten Probleme, ohne darauf 
näher einzugehen, hinweisen. 
im Lilienthal- Jahrbuch äußern sich zu: 
Menschenflug: Schepelmann; Segelflug: Georgii; 
Guftfahrtmedizin: Hartmann, von Muralt, Ben- 
zinger und Strughold; Strömungsforschuug: Betz, 
Weinig und Blenk; Auftrieb: Lotz: Festigkeit und 
Spannungen: Thum, Mesmer, Rühl, Siebel, Bollen- 
rath, Wewer, Glocker, Teichmann und Hertwig; 
Konstruktion: Hoff und Roth; Drill: Schapitz; 
Flügelprobleme: Quick, Lippisch, Quessel, Boelk 
and Voigt; Stabilität: Wenk; Werkstoffe: Steiner, 
Siebel, Schraivogel, Matthäus, Brenner, Mann und 
Müller von der Heyden; Holzverwendung: Riechers; 
Flugmotore: Kamm, Jellinghaus, Lürenbaum, 
Albert, Buske und Dierbach; Propeller: Helmbold 
and Scheubel; Navigation: Plendl, [mmler, Budden- 
rock und von Gronau; Kompasse: Wünsch und 
Geckeler; Windstärke und Seegang: Kempf, Schu- 
nacher, Weinblum und Hubrich; Rollfeld: Bil- 
änger; Lampen: Born, und schließlich zu Luftbild: 
Stenger, Gruber und Geßner, Besonderes Interesse 
erwecken die Röntgenaufnahmen zur Erforschung 
der Spannungen in den einzelnen Flugzeugteilen. 
Im WGL-Jahrbuch äußern sich zu Segelflug: 
Georgii und Plath; Navigation: Koppre, Niemann 
and Dierbach; Steuerung: Wünsch: Wissenschaft- 
liche Luftforschungen: Perlewitz; Heißluftballone: 
Hildebrandt; Luftrecht: A. Meyer; Luftfahrt- 
nedizin: Gillert und Lottig; Flügelprobleme: 
Kleinwächter; Fiugzeugbau: Belart; Schwingen- 
log: Schmeidler; Langstrecken- und Ozeanverkehr: 
ron Buddenbrock, Schulz, Seilkopf, Köster und 
Wronsky; Flugzeugschiffe: Bartz, und allgemein 
zu den Leistungen der WGL: Ahlhorn und Baatz, 
Das Jabrbuch enthält ferner das letzte Mit- 
gliederverzeichnis der WGL, Nachrufe für Junkers, 
Fette und Boykow sowie Jubilarangaben über 
Busch, Prandl, Kutzbach, Basenach, Schlink, Huth, 
ron Soden-Frauenhofen, von Parseval, Kotzenberg, 
Kreil. Bauer und von Kehler, bekannte Namen aus 
der jungen Geschichte der Luftfahrt. 
Dr. Perlewitz. 
Jahrbuch 1936 der „‚Lilienthal- Gesellschaft für 
Luftfahrtforschung‘‘, 647 Seiten, Berlin, Druck 
von R. Oldenbourg, München. 
jahrbuch 1935/36 der „„Wissenschaftlichen Gesell- 
schaft für Luftfahrt (WGL)“. 160 Din-Seiten 
Berlin 1936, Druck von M. Augustin, Berlin W 35 
Der Herausgeber des ersten Jahrbuchs der 
Lilienthal-Gesellschaft Baeumker sagt in der Eio- 
führung: „In ihren Zielen vereinigt die neue Ge- 
sellschaft die Arbeitsweise der aufgelösten Ver- 
einigung für Luftfahrtforschung‘“ — die bekanntlich 
nur ganz kurze Zeit bestanden hat — „zugleich 
mit der Tradition und der Tätigkeit der Wissen- 
schaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt (WGL).“ 
Die WGL hat hingegen nunmehr ihr letztes 
Jahrbuch herausgegeben, in welchem der Heraus- 
geber Schütte, 25 Jahre nach Gründung der WGL 
(November 1911), echt seemännisch und Iuft- 
männisch schreibt: „Jetzt läuft das Schiff, die 
WLG, in den sichern Hafen der Lilienthal-Gesell- 
schaft für Luftfahrtforschung ein und wird hier 
außer Dienst gestellt; seine Besatzung wird, soweil 
dies möglich und tunlich, übernommen. Die Nutz 
ladung, bestebend aus 24 Jahrgängen der Zeit 
schrift für „Flugtechnik und Motorluftschiffahrt“ 
und aus 12 Jahrbüchern der WLG, deren Eiozel 
inhalt sich zum Teil auf mehrere Jahre erstreckt. 
Friedrich Müller+. Das Wasserwesen an der 
schleswig - holsteinischen Nordseeküste. Zweiter 
Teil. Die Inseln, Im Auftrage des Preußischen 
Landwirtschaftsministers bearbeitet und ergänzt 
‚on Dr.-Ing. O0. Fischer. 2. Folge, Alt-Nord- 
strand bis zur Zerstörung durch die Sturmflut 
ım Jahre 1634. Mit 224 Seiten, 15 Textabbil- 
dungen und drei zum Teil farbigen Tafeln, 
3. Folge. Nordstrand, Mit 316 Seiten, 31 Text- 
abbildungen und 7 zum Teil farbigen Tafeln. 
4. Folge. Pellworm. Mit 402 Seiten, 59 Text- 
ahbildungen und 6 zum Teil farbigen Karten; 
aämtlich Berlin 1936. Verlag Dietrich Reimer, 
Die Herausgabe des Gesamtwerkes war vom 
Verfasser in drei Teilen beabsichtigt, nämlich „Die 
Halligen“, „Die Inseln“ und „Die Festlandsküste“. 
Der erste Teil konnte vom Verfasser noch im 
Manuskript abgeschlossen werden, der Druck aber 
erst nach seinem 1914 erfolgten Ableben erfolgen, 
Für den zweiten Teil hatte der Verfasser umfang- 
"reiche Auszüge aus Berichten, Chroniken und Ver- 
ördnungen angelegt, die Bearbeitung fehlte aber. 
Die Fortführung des Werkes wurde am 1. 4. 1634
	        
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