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Volltext: 65, 1937

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1937. 
gesprochene Warmfront unser Gebiet, unter deren Einfluß die Temperatur in 
der folgenden Stunde um ungefähr 4° steigt (Fig. 4) und dann allmählich wieder 
fällt. Nach 23%b dreht der Wind auf WSW, geht in der Stärke bis auf 7 her- 
unter, nachdem er schon 4 Stunden auf 8 gestanden hat. Mit der herein- 
brechenden Kaltluft setzen dann 6%h die ersten Böen mit 30 m/sec ein, die sich 
auch in den Temperaturaufzeichnungen bemerkbar machen und Temperatur- 
schwankungen von ungefähr 2° auslösen. Das Druckfallgebiet jst in der Zeit 
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Fig. 4. 
vom 26. bis 27. 8h von der Südwestspitze Englands nach Südschweden gezogen 
und macht seinen lang anhaltenden Einfluß geltend, was sich besonders in der 
Barographenkurve zeigt. Der Druck (Fig. 4) fällt bis zum Durchzug der Warm- 
front, bleibt bis gegen 5h auf gleichem Stand, um dann noch etwas zu fallen, 
Mit ungeheurer Macht brechen die Böen herein, wühlen das Wasser auf und 
richten großen Schaden an. Der maximale Böenstoß wird 12%b mit 38 m/sec 
registriert. Regen fällt am 27. nur in den frühen Morgenstunden, und zwar 
nur 0.3 mm. 
Das Brausen der Elemente vermittelt einen Eindruck von der ungeheuren 
Energie eines solchen Sturmes. Am Strand herrscht nach Einsetzen des Niedrig- 
wassers ein regelrechter Sandsturm, In einer Höhe von einem halben Meter 
werden die größten Sandkörner fortgetrieben, und zwar in einer solchen Menge, 
daß der Eindruck einer Schicht entsteht, die sich dann bei jeder Böe verstärkt 
und bei deren Nachlassen den Anschein erweckt, als ob sie vom Boden abreißt. 
Feinste Wasserteilchen werden durch die Luft getragen und schlagen sich noch 
fast 50 m landeinwärts an den Fensterscheiben der Häuser nieder. Die tiefen 
Wolken ziehen mit einer ungeheuren Geschwindigkeit dahin. Die darüber 
liegenden Wolkenschichten dagegen scheinen fast ruhig zu stehen, Von Zeit zu 
Zeit reißt die Wolkendecke auf und läßt die Sonne mit ihren Strahlen durch- 
schauen. Die Wolkenränder schimmern und die See wirft die glänzenden Strahlen 
zurück. So entstehen wunderbare Bilder, die sich schnell ändern und die die 
Kamera in ihrer Schönheit nur beschränkt festhalten kann. 
Nach den Besprechungen der Wetterlagen, die zu der Ausbildung der Stürme 
geführt haben, ist es interessant, die Wirkung der atmosphärischen Geschehnisse 
auf die Meeresoberfläche und ihre Strömungen zu verfolgen. Die Fig. 6 zeigt 
die Wasserstände bei Hochwasser in Wyk auf Föhr, die am Lattenpegel abgelesen 
wurden. Der Nullpunkt des Pegels liegt bei 0.991 über NN, Das Hochwasser 
der gewöhnlichen Flut ist für Wyk 0.07 über Pegelnull. 
Weiter ist für jeden Tag auf der Tabelle die vorherrschende Windrichtung 
und Stärke eingezeichnet. Wenn an einem Tage zwei Pfeile gezeichnet sind, so 
besagt dies, daß zuerst die gestrichelte Windrichtung herrschte und der Wind 
dann in die Richtung des ausgezogenen Pfeiles drehte. 
Wir sehen deutlich, wie die Großwetterlage auf den Wasserstand des Watten- 
meeres wirkt. Bei der herrschenden Ostwetterlage in der ersten Dekade des 
Monats liegt das Hochwasser vom 1. bis 4. nur wenig über, und vom 5. bis 11. 
mit Ausnahme des 8, unter Pegelnull. Am 11. springt der Wind auf die See-
	        
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