Repsold, A.: Chronometer und Nautisches Jahrbuch,
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wendung alter Chronometer nicht umgewandelt zu werden braucht und daß bei
Sonne, Mond und Planeten infolge der Einschaltung die 360°-Grenze im Zeit-
winkel nicht überschritten werden kann, Die abgeänderte Form 1. hat aber 3.
gegenüber den Vorzug, sich dem bisherigen Jahrbuch anzuschließen,
Unter Berücksichtigung der Forderung eines nicht zu großen Jahrbuch-
umfanges stehen sich hiernach also drei Entwürfe gegenüber, deren Inhalt durch
die nebenstehende Tabelle, die
den Gang der Berechnung des
Greenwich-Zeitwinkeis anzeigt,
wiedergegeben ist.
Im Falle 1. und 2. wird für
Mond und Planeten die Zeit-
gleichung (m © @ — * «) tabel-
liert; Klammern zeigen die Addi-
tionen an; im Falle 1. sind bei
den Fixsternen drei Werte zu
addieren; im Falle 3. ist die
M.G.Z. zwar hingeschrieben, sie =
wird aber nicht mit addiert; es M.G.Z.
tritt stattdessen eine weitere Ad- GryYs |
dition durch die Einschaltung auf, +1360— a) f
Durch Anordnung der Ent- Gr Patti al
würfe in der Kalenderform wird © = - — a Or Zehtrinke
die Vereinheitlichung der Jahrbücher in der See- und Luftfahrt angestrebt und
vielleicht erreicht, Mit Rücksicht auf die alten Chronometer ist doppelter Ein-
gang (Stunden und Grad) geboten. Im einzelnen sind betr. Anordnung der Jahr-
bücher noch weitere Aufgaben zu erfüllen (z. B. zweckmäßigste Art der Ein-
schaltung), die hier nicht mehr verfolgt werden können,
Wie eine nähere Verfolgung aller möglichen Jahrbuchformen ergibt, ist eine
weitere rechnerische Vereinfachung bei der Berechnung des Stundenwinkels
nicht möglich — es sei denn, daß man zu den Niemannschen Vorschlägen: Vor-
einstellung von Zeitgleichung, Längenunterschied und Stand auf dem Chrono-
meter durch drehbare Ringe zurückgreifen wollte. Während aber der Grad-
umlauf der Zeiger nur verhältnismäßig geringe mechanische Veränderungen und
Zusätze am Chronometer erfordert, machen die nach Niemann erforderlichen
Verstellungen einen großen feinmechanischen Aufwand nötig und lassen beob-
achtungstechnische Schwierigkeiten und daher Fehler befürchten. In der Ein-
führung der Gradablesung erblicke ich daher die praktisch tragbare Grenze der
technischen Entwicklung des Chronometers.
Schluß.
Es ist nun eine Sache praktisch-nautischer Erprobung, festzustellen, welcher
der drei Jahrbuchentwürfe sich am besten bewährt, wobei man allerdings
erwarten darf, daß nicht einfach der Standpunkt eingenommen wird: das Alte
hat sich bewährt und bedarf keiner Verbesserung. Es besteht kein Zweifel, daß
eine Vereinheitlichung des Längen- und Breitenmaßes einen bedeutenden Fort-
schritt darstellt. Hierfür ist die Ablesung der Zeit in Graden und Bogenminuten
erforderlich, wenn man nicht, wie oben für eine Übergangszeit auseinander-
gesetzt, die Umwandlung an die Spitze setzen will, Die Ablesung der Zeit
in Graden bedeutet keine Erschwerung. Zeit und Stundenwinkel sind identische
Begriffe; die Stundeneinteilung des Tages ist durchaus willkürlich und kann
zum Zwecke der astronomischen Navigation ebensogut durch die Gradteilung
ersetzt werden. Die sehr wichtige Frage des Überganges von einem Chrono-
meter zum anderen, von einer Rechnungsart zur anderen und von einem Jahr-
buch zum anderen ist als durchaus gelöst anzusehen. Ja, man kann noch weiter
gehen: selbst wenn man in Verbindung mit einem ganz auf Gradmaß abgestimmten
Nautischen Jahrbuch die bisherigen Stundenchronometer zunächst in Anwendung