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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

998 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1937, 
L84 Seiten auf 365 + 6 (Fixsterne) +7 (Polstern) == 378 Seiten an, d. h. auf etwa 
den doppelten Umfang des bisherigen Jahrbuchs. Auch wenn man die Fixsterne 
in passender Anordnung auf jeder Rückseite des einzelnen Blattes abdrucken 
wollte, würde man die Gesamtherstellungskosten nicht wesentlich vermehren, da 
zich nur die Papierkosten erhöhen, nicht aber die Satzkosten. Man könnte so 
getrennte Ausgaben für See- und Luftfahrt schaffen, 
Zu 2. Der Schradersche Vorschlag, bei den Nachtgestirnen (m © #— * a) zu 
tabellieren, vereinheitlicht zwar die Errechnung des Stundenwinkels für Sonne und 
Nachtgestirne, Der praktische Gewinn ist aber nicht sehr groß, Die Vergrößerung des 
Jahrbuchumfanges ist demgegenüber recht bedeutend, wenn man zunächst die alte 
Form des Jahrbuchs zugrunde legt und bei annähernd gleicher Anzahl der Fixsterne 
wie bisher bleibt. Schrader sah vor, für die Fixsterne täglich einen Wert der Stern- 
Zeitgleichung (in mittlerer Greenwicher Mitternacht) zu geben; er wollte auf einer 
Jahrbuchseite sieben Sterne nebeneinander unterbringen. Bei 70 (statt 80) Sternen 
hätten diese also für jeden Monat 10 Seiten eingenommen, das sind im ganzen Jahr 
120 Seiten statt jetzt 4. Das Jahrbuch alter Form würde also nach Schraders 
Vorschlag bei 10 Sternen weniger um 116 Seiten vergrößert werden, d.h, statt 
184 Seiten 300 Seiten Umfang annehmen. Dabei darf aber nicht vergessen 
werden, daß eine erhebliche Einschaltarbeit zu leisten ist, die nur dann auf das 
bei der mittleren Sonne etwa anzuwendende Maß zusammenschrumpft, wenn die 
Zeitgleichung zweistündlich gegeben wird, d.h, wenn man den Umfang der 
Planeten- und Fixsternephemeriden auf das Zwölffache bringen würde, was 
natürlich untragbar ist. 
Etwas günstiger sieht die Sache aus bei Anwendung der Kalenderform, da 
diese an sich schon eine Vermehrung des Umfanges bedingt. Aber entweder 
muß man sich bei ausreichender Sternzahl mit nur einem Wert der Stern-Zeit- 
gleichung pro Tag begnügen und damit eine Einschaltarbeit in Kauf nehmen, 
die die Rechenerleichterung wieder aufhebt, oder man kann nur eine geringe 
Anzahl von Sternen auf einer Seite unterbringen, So bestechend daher dieser 
Vorschlag auch auf den ersten Blick aussieht, so erweist er sich doch als prak- 
tisch wenig vorteilhaft, da es kaum gerechtfertigt ist, eines nur geringen rech- 
nerischen Vorteils wegen den Jahrbuchumfang und die Druckkosten zu verdoppeln 
oder vielleicht sogar zu vervielfachen. . 
Zu 3. Die unmittelbare Tabellierung des Greenwicher Zeitwinkels führt, 
wenn sie für alle Gestirne in gleicher Weise durchgeführt werden soll, wie es 
einheitlich zuerst durch das Naval Observatory, Washington, im Air Almanac 
1933 geschah, betr. des Raumes und der Einschaltarbeit zu noch größeren 
Schwierigkeiten wie bei Form 2, Entweder man kommt zu unerträglich großen 
Jahrbuchumfängen, oder man muß eine Einschaltarbeit in Kauf nehmen, die den 
Nutzen der direkten Entnahme des Zeitwinkels wieder aufhebt, wenn nicht über- 
schreitet. An sich scheint auch hier zunächst keine Notwendigkeit zu bestehen, 
ein Gradehronometer zu verwenden, um zu einer Vereinheitlichung des Maßes in 
Länge und Breite zu kommen. Wie Immler in Ann. d, Hydr, 63 S. 245 gezeigt 
hat, kann nur durch Verwendung von Gradeingängen, d. h. eines Gradchronometers 
die Einschaltarbeit auf ein erträgliches und sogar leicht zu bewältigendes Maß 
zurückgeführt werden. Durch Anwendung des weiteren, der bisherigen Methode 
entsprechenden Kunstgriffes, statt des Zeitwinkels jedes Sternes nur den des Widder- 
punktes zu tabellieren (Gr Yı= ma -}- MGZ), und außerdem für die am 
Schlusse des Buches unterzubringenden Fixsterne die Werte (360 — a) anzugeben, 
kommt Immler dann zu der Form des Aeronautischen Jahrbuches 1937. (Dieses 
unterscheidet sich von der unter 1, gegebenen Form nur durch Addition der M.G,. Z. 
zu den Funktionswerten.) Es ist nur scheinbar rechnerisch ein Rückschritt gegen- 
über 2., und es beansprucht nur den halben Umfang der voraufgehenden Aero- 
pautischen Jahrbücher 1935 und 1936, trotzdem bei diesen nur 14 Fixsterne 
antergebracht sind. — Nach sorgfältiger rechnerischer Erprobung steht die Jahr- 
buchform 3. der Form 2. nicht nach und ist der Form 1. etwa gleichwertig. Günstig 
ist ferner, daß die Chronometerzeit nicht mit addiert wird und daher bei Ver-
	        
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