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Full text: 65, 1937

222 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1937. 
Wellen eine merkwürdige Folge. Die Welle kämmt nämlich dort über, wo zwei 
um einen kleinen Winkel verschiedene Wellenkämme zusammentreffen. Und nun 
kann man vom Luftfahrzeug aus sehr schön beobachten, daß, wenn die Stelle, 
an der das Überkämmen erfolgt ist, ins Wellental hinabgesunken und wieder 
aufgestiegen ist, das neue Überkämmen an der Stelle erfolgt, an der vorher das 
vorletzte a Hinabsinken des Gischtes 
BrachEL__ Brecher ser ins Wellental eintrat oder 
> A das Überkämmen aufhörte. 
Bei den ersten Freiballon- 
lahrten über See habe ich 
mich über die weißen Strei- 
fen gewundert, die überall 
in der Windrichtung auf 
See lagen. Das gleichzeitige 
Brechen eines Kammes über 
große Erstreckung quer 
zur Windrichtung, wie wir 
gs bei der Brandung an der Meeresküste beobachten können, tritt auf See niemals 
ein. Dort beobachten wir vom Luftfahrzeug aus nur, daß die weißen Streifen, 
die sich in der Windrichtung auf See bilden, und von den Brechern erzeugt 
sind, umso breiter sind, je stärker der Wind weht, und sich nach Lee dauernd 
verlängern und in Luv allmählich verschwinden, — Die Breite der Brecher auf 
offener See wird im allgemeinen wohl kaum über die Größenordnung von 10 bis 
50 m hinauskommen. 
Die Brecher weisen also in bezug auf den Ort, an dem sie entstehen, eine 
gewisse Gesetzmäßigkeit auf und man wird mit einem leichten Segelfahrzeug 
vermeiden, etwa gerade an der Stelle über Stag zu gehen, an der das Brechen 
eintreten wird, weil der brechende Kopf ziemlich große Horizontalgeschwindigkeit 
entwickelt und das Schiff wieder in seine frühere Lage zurückdrücken würde. 
Wie bei allen Naturerscheinungen muß man sich bei der Beschreibung auch 
dieser einfachsten Wellenform (Schwerewellen) weitgehend Beschränkungen auf- 
erlegen. Es ist hier schwierig, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. 
Chronometer und Nautisches Jahrbuch. 
Von A. Repsold, Hamburg. 
{Hierzu Tafel 33 mit Abb. 2 bis 6.} 
I. Das Chronometer, 
Es ist bekannt, daß die ersten brauchbaren Seeuhren etwa um die Mitte des 
18, Jahrhunderts entstanden, und bemerkenswert, daß nach Erfindung der Chrono- 
meterhemmung durch Earnshaw im Jahre 1790 die heute allgemein übliche äußere 
und innere Gestalt des Chronometers bereits um diese Zeit festlag. Außer der 
noch heute gebrauchten Chronometerhemmung waren zylindrische Spirale, 
bimetallische Unruhe, Schnecke und Kette, Gegensperre, Auf- und Abwerk und 
Cardanring, d. h. alle wesentlichen Teile des heutigen Chronometers, bereits vor- 
handen. Im Laufe von fast 1'/, Jahrhunderten hat sich dann weder in der 
Konstruktion noch der äußeren Gestalt viel geändert. Die zahlreichen Versuche 
des 19, Jahrhunderts, eine Hilfsausgleichung an der Unruhe zur Beseitigung des 
sogenannten sekundären Fehlers zu schaffen, wurden überholt durch die Er- 
Hndung der Nickelstahlunruhe durch den Schweizer C. E. Guillaume (1898), 
durch die die alte Stahlmessingunruhe bei den deutschen Chronometern in 
wenigen Jahren vollständig verdrängt wurde. Die nun erreichten Gangleistungen 
genügten den Ansprüchen der Seefahrt — besonders nach Aufkommen der Funk- 
zeitzeichen — durchaus und schienen auch nicht übertrefflich zu sein. Nach 
dem Kriege wurde von nautischer Seite gelegentlich die Behauptung aufgestellt, 
daß man sich mit Rücksicht auf die zunehmende Zahl und Genauigkeit der Zeit-
	        
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