Wegener, K.: Seegang und Dünung,
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yungsrichtung der Welle (oder in der Längsrichtung der Kämme) segelt; auch bei
vollständiger Windstille sich durch die relative Bewegung der Meeresoberfläche
gegenüber der Luft noch fortbewegen kann (siehe Skizze 1), In der Regenzeit
Samoas bin ich gelegentlich mit meinem kleinen Segelfahrzeug in dieser Weise
yesegelt. Kommt z. B. die Dünung aus Osten, so wird man im Wellenkamm kräftig
nach Westen geführt, d.h. man spürt einen Westwind, der bei der normalen
Dünung etwa Windstärke 1 bis 2 (2 bis 4 m/sec) ausmacht. Sinkt man dann ins
Wellental hinab, so wird man mit der gleichen Geschwindigkeit nach Osten
geführt, spürt also einen scheinbaren Ostwind von der gleichen Stärke, Das
Hin- und Herschlagen des Baumes ist hierbei allerdings recht unangenehm. Das
Vorsegel macht man hierbei am besten mittschiffs fest. Dampfer pflegen bei
dieser Fahrtrichtung besonders schön zu rollen.
3. Die Wirkung der Erddrehung. Die Windrichtung auf See wechselt mit der
Zeit, Dh. also dıe Wellensysteme, die sich gebildet haben, werden überlagert
yon anderen Wellensystemen, die irgend einen Winkel mit dem früheren bilden.
Dies hat zur Folge, daß wir keine langen, gleichmäßigen Wellenkämme auf Seo
beobachten können, sondern daß längs eines Wellenkammes ebenfalls wieder
infolge der Überlagerung der verschiedenen Systeme Erhebungen und Senkungen
auftreten. Bei sehr starken Winden und starken Winddrehungen, wie sie den
Taifunen charakteristisch sind, türmen sich die Wellenberge schließlich so un-
regelmäßig auf, daß überhaupt kein Wellensystem mehr zu erkennen ist. Der
Taifun wird deshalb von Seefahrt und Seeflug gemieden. Ja, man kann allgemein
sagen, daß überhaupt der Seegang erst dann N-Dol
anfängt der Schiffahrt und Luftfahrt hinder-
lich zu werden, wenn Systeme von Wellen
auftreten, die sich kreuzen, was auch außer-
halb der Taifungegenden stets der Fall sein
wird, sobald kräftige Winddrehung eintritt,
wie wir dies ja auch bei unseren gewöhnlichen
Depressionen oder Tiefdruckgebieten erleben,
Aber ganz unabhängig von dieser zeit-
lichen Winddrehung, die neue Wellensysteme
auf die alten draufsetzt, tritt eine Verwer-
fung der Wellenkämme auch schon durch
die Erddrehung ein (siehe Skizze 2), Auch
wenn das Windsystem über der Meeresober-
Häche unverändert bleibt, wird sich die
Richtung der erzeugten Wellen mit der
Erddrehung ebenfalls drehen, Dagegen wird A
die Schwingungsrichtung der Wellenteilchen K—m FiChFUnG
nach dem Trägheitsgesetz die alte Richtung Ma
beibehalten, Die langen Wellenfronten, die 9r:.,02 Das Wellen- und Windsystem wird
zu irgendeinem Zeitpunkt erzeugt waren, j5ei der Drehung der Erde mitgedreht, Die
müssen also auch ohne Windänderung ein- arsprüngliche Schwingungsebene aber wird
fach durch die Erddrehung zerstört werden, a a see AorCamltecher
Lange Wellenfronten, auch in der im all- {as nach etwa einer Stunde von 2 hüch B
gemeinen ruhigen Dünung, können wir in- gelangt ist, schwingt also in der alten Ebene
folgedessen nur da beobachten, wo die senkrecht zur Zeichnung) weiter und
Wellen künstlich von außen her geführt 3chwingt außerdem in der dem Westwind
werden oder wo sie nicht abgelenkt werden, Sntsprechenden neuen Ebene.
Dies ist z. B. der Fall in der Biscaya, wo die aus West bis Nordwest anrollenden
Wellen an der französischen und spanischen Küste geführt werden und als
mächtige und überraschend regelmäßige Dünung ihren Weg fortsetzen, ohne
durch die Erddrehung oder kleinere Änderungen der Windrichtung beeinflußt
zu werden.
4. Das Gesetz der Brecher, Diese Verlagerung des Wellensystems, die durch
die Erddrehung allein bereits stets herbeigeführt wird und gewöhnlich noch
verstärkt wird durch Drehung der Windrichtung, hat für das Überkämmen der
Agsiwind
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