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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Amnalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1905. 
Station Q, 9 Sm W!/,S von Lahaye-Leuchtfeuer, mitten in der Bai. 
Strom schwach. Strömungsschicht von der Richtung des Oberflächenstromes 
reicht selten bis in 18 m Tiefe, meist noch nicht bis 9m. Keine Beziehung 
zu Gezeiten, Richtung vom Wind beherrscht, Geschwindigkeit ziemlich gleich- 
bleibend !/, Knoten. 
Vor der Trepassey-Bai. 
Hier wurde ebenso wie weiter westlich der Gezeiteneinfluß herrschend 
gefunden. Aber von beiden Gezeitenströmen war wieder die Flutbewegung 
anhaltender (um 25°%,), was eine allgemeine Tendenz zur Westversetzung an- 
zeigt und übereinstimmt mit den Erfahrungen vor den westlicheren Buchten, 
Station A, 85m WSW von Kap Race, Mittlere Richtung des Flut- 
stromes WNW, des Ebbstromes O0SO. . 
Station L, 16 Sm SWzW von Kap Race, Mittlere Richtung des Flut- 
stromes NW, des Ebbstromes OzN. 
An beiden Stationen varlierte die Flutrichtung zwischen NzW und SW 
als äußersten Grenzrichtungen, und der Ebbstrom kam aus irgend einer 
Richtung östlich der N—8S-Linie, Dieses größere Variationsintervall des 
letzteren hängt offenbar zusammen mit der Lage der Stationen unmittelbar 
vor der Südostspitze von Neufundland. Dadurch werden sie außerdem von 
dem dort aus NO herunterziehenden Küstenstrom (der im zweiten Hauptteil 
behandelt wird) beeinflußt, namentlich wenn starke Winde wehen. So wurde 
dieser zweite Strom z. B. einmal durch schwere westliche Winde etwas nach 
O verlagert, und als Reaktion hierauf erfolgte dann, nachdem der Wind sich 
gelegt hatte, vor der Bali eine nordwestliche Wasserversetzung von größerer 
Stärke als gewöhnlich. An der küstenferneren Station war wieder der Gezeiten- 
einfluß schwächer, hier drehte der Strom um den ganzen Kompaß und zwar 
wieder in einer Periode von nahezu 16 Stunden wie bei den westlicheren 
Buchten, 
Erkundung bei Fischern. 
Die gewonnenen Ergebnisse vergleicht Dawson mit den Erfahrungen 
der Küstenfischer, deren Aufmerksamkeit allerdings im allgemeinen mehr auf 
abweichende als auf normale Strömungsverhältnisse sich erstreckte, Die Ge- 
schwindigkeitsangaben der Fischer sind meist übertrieben. Bezüglich des 
Verlaufs der Strömungen stehen aber ihre Aussagen im ganzen mit den an- 
geführten Ergebnissen im Einklang, nur soll auch in den beiden kleineren 
Buchten, besonders bei Flut, eine kleine Tendenz des Wassers zum Einwärts- 
setzen vorhanden sein, die aber infolge der großen Küstennähe fast ganz durch 
die Gezeitenerscheinungen verwischt werde, 
Auch die kleinen Eisberge, welche gelegentlich in diesen seichten 
Küstengewässern treiben, bestätigen das abgeleitete Strömungsbild, indem sie 
zwar bisweilen nach O, aber im großen und ganzen doch nach W sich bewegen. 
N Störungen, Es ist die unter den Fischersleuten allgemein verbreitete 
Überzeugung, daß die Umkehrung der Stromrichtung an der Südküste, d. h, 
überwiegendes Strömen nach SO, ein untrüglicher Vorbote von SO-Wind oder, 
was damit gleichbedeutend ist, von schlechtem Wetter sei. Ebenso heißt es 
von den Strömungen in der Placentia-Bai, wenn sie ihre gewöhnliche Richtung 
umkehren, sie setzen »into the weather«, Und wenn dann nach bereits ein- 
getretenem Wind der Strom weiterhin beharrlich in den Wind setzt, so zeigt 
das an. daß der Sturm schwer wird. 
II. Teil: Der polare Küstenstrom., 
An der Südostseite Neufundlands setzt zwischen Kap Spear und Kap 
Race ein Küstenstrom konstant nach SW und nimmt die etwa 30 Sm breite 
Rinne zwischen der Küste und dem westlichen Rand der großen Bank ein. 
Diesem konstanten Strömungselement mischt sich ebenso wie an der 
Südküste das Gezeitenelement bei, und das kommt zum Ausdruck in einer 
Schwankung der Geschwindigkeit der Gesamtströmung.
	        
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