Kleinere Mitteilungen,
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Setzt man g=h-+u und, da p und u stets klein sind, nämlich p rund 1,1°
und u << p, sin p = p - sin 1’, cosp= 1—2 ‚sin? $ = 1 — }p? sin? 1’,
sinu = u - sin 1’, cosu = 1— 41 u?sin? 1‘, so kommt
(2) sinh = [sinh-(1 — 4 u?sin? 1’) /-cosh-usin 1’])-(1 —} p?sin? l')
+ [cos h-(1— + u®sin® 1’) — sinh-usin 1’]-p sin 1‘. cost,
Man multipliziert nun aus und vernachlässigt alle Glieder, die sin$ 1’ und sin* 1’
enthalten. Daß man das darf, sieht der Lernende leicht ein, wenn er die Zahlen-
werte von sin 1’, sin? 1’, sin® 1’ und sin* 1’ aufsucht. Die so entstehende Gleichung
kann durch sin 1’ und cos h dividiert werden und lautet dann
(3) } u? tavg hsin 1’ — u (1 — p tang h cos t sin 1’) = — }p’tanghsin 1’ -+pcost.
Löst man diese Gleichung nach u auf, so ergibt sich
‘4) u = cotg h. cosec 1’ — p-cost — Vcotg*h-cosec? 1’ — p?sin?t,
Daß man nur das Minuszeichen der Quadratwurzel nehmen darf, sieht man
ein, indem man t=0 setzt. Zieht man nunmehr die Quadratwurzel aus, so
ergibt sich die gesuchte Formel; die Glieder mit sin® 1’ und höheren Potenzen
werden im Nautischen Jahrbuch vernachlässigt. Daß man das darf, kann auch
hier der Lernende selbst nachprüfen,
Will man die Auflösung der unrein quadratischen Gleichung und das Aus-
ziehen der Quadratwurzel vermeiden, so kann man in die Gleichung 3 den
Näherungswert u = —p-cost einführen, Sie lautet dann
S) 4p* cos? t tang h sin 1’ — u — p? cos? t tang h sin 1’ = — } p*tang h sin 1’ + pcost
oder (6) — u == p cos t + 4 p? tang h sin 1’ - (cos?t — 1)
der (7) u=-—pPpcost-+3p*tanghsin!tsin)',
Otto Steppes, Hamburg.
4. Binige Bemerkungen zur Fadingfrage. Im Septemberheft der „An-
nalen“ 1936 (S. 409) hat sich Herr Dr. Stoye zu meinen Arbeiten über die Fading-
verteilung geäußert. Dabei sind ihm einige Unstimmigkeiten unterlaufen, die
hiermit berichtigt werden mögen.
i. Es wird behauptet, daß meine erste Arbeit (Annalen, 1935, 487) „sich mit
dem Schwindeffekt im Zusammenhang mit Hagelhäufigkeit . .“ befaßt. Dazu ist
zu sagen, daß in der ganzen fraglichen Arbeit nicht mit einem einzigen Wort
vom Hagel gesprochen ist, geschweige denn Untersuchungen über ursächliche
Zusammenhänge angestellt werden. Damit stellt sich die ganze Kritik von vorn-
herein auf eine überhaupt nicht gegebene Ausgangsgrundlage, was ihren Sinn
und Berechtigung nicht gerade stärkt.
2. Es wird behauptet, daß es allen Erfahrungen widerspräche, daß die hagel-
reichen Gegenden meist mit nichtsandigem Boden zusammenfallen. Ohne näher
zu untersuchen, auf welche praktischen Kenntnisse sich diese „alle Erfahrungen“
gründen, sei angeregt, daß Herr Dr. Stoye sie vielleicht doch einmal an Hand
der von den Hagelversicherungsgesellschaften gebietweise gestaffelten Versiche-
rungstarife nachprüft. Denn diese Gesellschaften haben Erfahrungen, die sich
z. T. bis etwa aufs Jahr 1850 zurückerstrecken, also schon zeitlich etwas bessere
Grundlagen haben. Wenn diese Erfahrungen aber dazu führten, gerade in vielen
Sandgegenden des mittleren und östlichen Deutschlands die niedrigsten Ver-
sicherungsprämiensätze in Anwendung zu bringen, so ist es wenig wahrschein-
lich, daß der Grund für dieses Vorgehen der Gesellschaften in einer größeren
Hagelgefährdung der Sandgebiete zu suchen ist, So viel wirtschaftlichen Selbst-
arhaltungswillen wird man den Versicherungen denn doch nicht absprechen
dürfen. Im übrigen stehen diese mit weiteren Einzelauskünften zwecks Ver-
vollständigung lückenhafter persönlicher Beobachtungen sicher gern zur Ver-
fügung.
8. Es wird behauptet, daß die Ursachen des Schwundeffektes vielfach durch
Netzschwankungen, durch nicht richtige Senderkonstruktion u. a. technische
Mängel vorgetäuscht würden. Gerade auf diese Fragen habe ich selbst hin-
gewiesen, aber zugleich erwähnt, daß es nicht gut denkbar ist, daß solche Mängel