Thorade, H.: Die Stratosphäre und die Troposphäre dies Atlantischen Ozeans, 183
Umgekehrt erblickt Defant in den beiden Streifen ohne Salzgehaltsmaximum
Konvergenzgebiete des Unterstroms, in denen das Wasser nach oben ausweicht,.
Auf dieser Erklärung und auf der berechneten Karte der mittleren Ströme
fußend, entwirft er eine Karte der Unterströme oberhalb der Sprungschicht
(Abb. 14, Tafel 28), der er eine andere der Oberflächenströme, hergeleitet aus
den holländischen Schiffsversetzungen (Abb. 15, Tafel 28), gegenüberstellt. In
dieser erscheinen die Konvergenzen des Unterstroms als Divergenzen des Ober-
stroms und umgekehrt. ‘ So ergibt sich ein einheitliches Gesamtbild, in dem die
»stwestlichen Ströme durchaus vorherrschen. Aber sie werden überlagert von
schwachen Zirkulationsbewegungen in dem Sinne der Abb. 16, Tafel 29, als eines
zusammenfassenden Schemas, mögen diese letzteren auch oft nur das Ergebnis
von unregelmäßigen Austauschvorgängen sein.
Es ist nicht möglich, in einem Berichte, wie dem vorstehenden, mehr als ein
Skelett der neuen Erkenntnisse zu geben, und der Leser muß gebeten werden,
die Arbeiten selbst zu Rate zu ziehen, die in ihrem ausführlichen Tabellenanhang
und im Atlas eine Fülle Einzelheiten bieten. Natürlich fehlt es dabei keineswegs
an solchen, die sich in die entwickelten Anschauungen weniger gut einfügen
(s. z. B. das Aufwallen der Salzgehaltslinien in 35° W-Lg., Abb. 13, Tafel 28) und
als teils erklärbare, teils unerklärte Störungen hingenommen werden müssen, Aber
sie können nicht die Grundzüge des entwickelten Zirkulationsbildes entkräften,
dessen Geschlossenheit für sich spricht,
Schriftenverzeichnis,
Abkürzung: „Meteor“werk = Wissenschaftliche Ergebnisse der Deutschen Atlantischen Expedition auf
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