182 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1937,
nach rechts, d. i. nach Norden, drängen (Abb. 11a), und der Äquator würde durch
eine Mulde der Oberfläche bezeichnet sein. Das Spiel der Kräfte würde alsdann
erfordern, daß die Sprungfläche an derselben Stelle einen Rücken hat. Rückt
nun der Kalmengürtel auf die Nordhalbkugel, so kann sich die Mulde nicht
einfach, wie in Abb. 11b, dahin verlagern, da der Wasserspiegel vom Äquator
an nach Norden ansteigen muß. Möglich sind u. a. Fälle wie die der Abb, 11
ce, d; jede Oberflächenform jedoch zieht als Folge der stabilen Lagerung die
zugehörige Gestalt der Sprungfläche nach sich, die gewissermaßen ihr Negativ
ist. Im Kalmengürtel des Atlantischen Ozeans verursacht daher das Gefälle
beider Flächen einen Strom nach Osten, den Gegenstrom, der sonach im
wesentlichen ein Gradientstrom ist! Auf Grund seiner Theorie der stabilen
Lagerung berechnet Defant für die Deckschicht (oberhalb der Sprungfläche)
erhebliche mittlere Geschwindigkeiten (20 bis 30 cm/sec). Nach dieser Auffassung
kommt der Ersatz für die beiden Äquatorialströme hauptsächlich an der Ober-
fläche von Norden und Süden; nur unter dem Guineastrome sind in größeren Tiefen
von mehreren hundert Metern Anzeichen einer entgegengesetzten Ersatzströmung
bemerkbar, die sich auch in den Strommessungen zweier Ankerstationen aussprechen.
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Abb. 11. Verschiedene Lagerung der Sprungfläche und dazugehörige Stromsysteme;
nach Sverdrup. Die großen Buchstaben geben an, wohin der Strom fließt.
a) Symmetrische Verteilung (möglich, aber nicht MM fr nm b) dynamisch unmöglich,
c) und d) dynamisch möglich; €) Atlantischer und Stiller Ozean, d) Indischer Ozean.
8. Salzgehaltsmaximum und Zirkulation, Es leuchtet ein, daß eine dynamische
Berechnung allein auf Grund der Sprungfläche nur Mittelwerte liefern konnte.
Zu näheren Aussagen über die Wasserbewegungen gelangt Defant durch eine
Untersuchung des Salzgehaltsmaximums, das, wie oben erwähnt, mit der Sprung-
fläche nahezu zusammenfällt. Es findet sich über den größten Teil der tropischen
Zone verbreitet, bezeichnenderweise jedoch mit Ausnahme zweier Streifen, die
sich annähernd mit den rückenförmigen Erhebungen der Sprungfläche decken
(Abb, 12, Tafel 27). Ein solches Maximum ist angesichts der ziemlich gleich-
[örmigen Deckschicht zu erklären durch Unterschiebung von den salzreichen
Wasseransammlungen in den Subtropen her, innerhalb deren ein solches Maximum
fehlt. Die Abb. 12, Tafel 27, läßt die bevorzugte Ausbreitung längs gewisser
Richtungen erkennen, z. B, entlang der brasilischen Küste, wo schon A, Merz
(1925) Besonderheiten vermutet hatte. Ein Schnitt (Abb. 13, Tafel 28) zeigt, daß
hier eine Wasserschicht von nur 20 bis 30 m Mächtigkeit auf eine Strecke von
2500 Sm ihren Salzgehalt fast gar nicht ändert! Theoretische Betrachtungen
führen Defant zu der Auffassung, daß der Sprung der Dichte hier groß genug
ist, um (vgl. oben S, 181) turbulente Austauschbewegungen so gut wie ganz zu
unterbinden; Ähnliches gilt von drei anderen Schnitten, die er längs tropischer
Unterströme legt.
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