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Full text: 65, 1937

76 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1937, 
Geraden in 100 gleiche Teile (nach dem Vorgange von J. P. Jacobsen u. a.) 
ergibt sich alsdann für jeden Punkt der Kernschicht ihre prozentuale Zusammen- 
setzung aus dem Zs und seinem Gegenstück, und hieraus wiederum erwächst 
eine Karte der prozentualen Zusammensetzung der Kernschicht im Atlantischen 
Ozean (Abb. 3, Taf. 24); man sieht, daß das Zs sich keineswegs gleichmäßig aus- 
breitet, sondern die Westseite des Ozeans, fast könnte man sagen: die amerikanische 
Küste, bevorzugt, 
ce) Um die Mächtigkeit des Zs zu beurteilen, muß man es gegen die 
darüber und darunter befindlichen Schichten abgrenzen; dies ist jedoch schwierig 
wegen seiner unausgesetzten Vermischung mit ihnen, zumal sich, wie soeben 
dargelegt, der Mischungsvorgang kräftig bis in die Kernschicht hinein fortsetzt. 
Wüst greift daher auf den Sauerstoffgehalt zurück; weist dieser in irgendeiner 
Tiefe ein Minimum auf, so spricht dies dafür, daß dort die Erneuerung des 
Wassers durch anderes, das kürzlich an der Oberfläche war und sich dort mit 
Luft bereicherte, weniger lebhaft ist als in den darüber oder darunter liegenden 
Schichten; man kann daher in derartigen gewissermaßen stagnierenden Wässern 
die Grenzen entgegengesetzter Ausbreitungsbewegungen erbliceken. Von diesem 
Standpunkte betrachtet, lehren die Längsschnitte des Salzgehalts (Abb. 4, Taf. 26) 
und des Sauerstoffs (Abb. 5, Taf. 26) sowie solche der Temperatur und der 
Dichte, wie das Zs sich von seinem Ursprungsgebiete aus, keilförmig sich 
verjüngend, vorschiebt; deutlich ist besonders seine obere Grenze, die zugleich 
die Trennungsfläche gegen die Troposphäre darstellt. Natürlich wechselt die 
Mächtigkeit des Zs weiter seitwärts, wie der neben den Hauptschnitt tretende 
Zentral- und Ostschnitt, sowie zahlreiche Querschnitte Wüsts zeigen; doch 
ist es nicht möglich, hier darauf einzugehen. — Was die Entstehung des den 
Ozean so weithin beherrschenden Zs betrifft, so findet dieser nicht strato- 
sphärische Vorgang im vorliegenden Werke keinen Platz, und es genügt hier, 
den Leser hinzuweisen auf die Erörterungen zwischen H. U. Sverdrup und 
G. E. R. Deacon in dieser Zeitschrift (191), aus denen hervorgeht, daß die 
Frage sich noch nicht endgültig beantworten läßt; Doppelbestimmungen der 
Dichte mittels Titration und mittels des Interferometers [L. Möller (1%s)] weisen 
auf einen beträchtlichen Anteil antarktischen Schmelzwassers in seiner Zusammen- 
setzung hin und würden bei gründlicher Verfolgung vielleicht noch weitere Ver- 
feinerungen aufspüren lassen. 
3. Das obere nordatlantische Tiefenwasser, To. In den unter dem Zs liegenden 
Wassermengen, die man früher als Einheit anzusehen pflegte, unterscheidet Wüst 
auf Grund der „Meteor“-Ergebnisse drei verschiedene Stockwerke, deren oberes, 
das To, durch seinen Salzreichtum zu dem Zs einen Gegensatz bildet. Seine 
Kernschicht, die Fläche des Salzgehalts-Maximums, liegt im Nordatlantischen 
Dzean weithin in etwa 1000 bis 1250 m Tiefe, senkt sich dann äquatorwärts, 
grreicht in 10° bis 20° S-Br. eine Tiefe von 2000 m, auf der Linie Kapstadt— 
Buenos Aires mehr als 2750 m, um alsdann jenseits der Polarfront ziemlich 
schnell auf 500 m anzusteigen, was auch aus dem Hauptschnitte (Abb. 4, 5, Taf. 26) 
zu erkennen ist. Ein Blick auf die Karte des Salzgehalts in dieser Kernschicht 
(Abb. 6, Taf. 24) lehrt, daß die Ausbreitung ganz überwiegend von den spanischen 
Gewässern aus vor sich geht, die infolge des aus der Gibraltarstraße aus- 
Nießenden Mittelmeerwassers hohe Salzgehalte von 36.40°%., und darüber auf- 
weisen; von hier aus dringt es nach allen Seiten, besonders auch quer über den 
Ozean bis an die nordamerikanische Küste vor, Nach Wüst sind die letzten 
Ausläufer des To zu erblicken in der schon von Brennecke festgestellten 
wärmeren Zwischenschicht der Weddellsee, die man früher auf Zufluß aus dem 
Indischen Ozean zurückführte. Indessen hat H. Mosby (1931) dargelegt, daß sie 
einem rechts drehenden Wirbel im atlantischen Teile des Südpolarmeeres ihren 
Ursprung verdankt und daher Tiefenwasser aller Ozeane, vornehmlich also auch 
des atlantischen, enthalten dürfte. Indem Wüst das westlich der Gibraltarstraße 
in 600 bis 700 m Tiefe vorgefundene Wasser von 11.9° und 36.5%. Salzgehalt, 
abkürzend als „Mittelmeerwasser“ bezeichnet — es enthält nach seinen Berech- 
nungen etwa 50% „unverfälschten Mittelmeerwassers“ (13.0°, 38.40 °/) —, und
	        
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