Scherhag, Rı: Windstärkeangaben in km/Stunde statt in Beaufort! 171
stehen die von Kuhlbrodt!) auf Grund der „Meteor“-Schätzungen in den höheren
südlichen Breiten für die einzelnen Beaufort-Grade gefundenen Mittelwerte, Man
sieht, daß diese mit den Mittelwerten für die einzelnen Dekaden fast
völlig identisch sind. Die letzte Spalte (6) gibt die Abweichungen an: Sie
erreichen nur einmal 0.4 m/sec und einmal 0.3 m/sec, alle anderen Beträge
liegen noch tiefer, und im Mittel (letzte Zeile) für alle Dekaden von
1 bis 9 beträgt die Differenz 0,0 m/sec,
Tabelle 1. Vergleich der gemessenen Windgeschwindigkeiten mit den Ergebnissen
von E, Kuhlbrodt für die „Meteor“-Schätzungen für höhere Breiten,
Wind- | Wind- ‚ „Meteor“
Dekaden- [geschwindig- | gesehwindig- | Zehn T-
Nr. keit keit Se ng
in km/Std, | in m/see | in m/sece ‘ in m/see
Differenz
„Meteor“. Schätzung
minus Mittelwert
in m/sec
D
1— 10
11— 20
?1— 30
1 40
— W
— 60
bl— TO
.‚— 60
81— 0
91—100
101—110
1711 — 1920
d— 0.1
02— 2,9
3.0— 56
5.7— 84
S85—11.2
11.3—14.0
14.1—165
16.09—19.5
19.6—22.3
22.4—25.1
25.2—27,0
28.0—30,6
7 33414
O
1.8)
4.0
7.5
10.0
12.6
15.4
18.3
21
23
(+02)
—03
+04
Au
0.0
0.0
+01
+0.
2
12.6
- A
8,7
21.0
23.7
26.5
29.3
30 3
WU
L
1
Mittlere Differenz: -+ 0.0
Außerdem stimmt bei der Bezifferung nach Dekaden diese mit
lem Grad der Beaufort-Skala genau überein! Die 9, Dekade des Dezimal-
systems umfaßt die Zahlen 81 bis 90 km/Std., dem Mittelwert 855 km/Std. ent-
spricht 23.7 m/sec, und auf „Meteor“ wurde bei einer Schätzung von Windstärke 9
im Mittel der fast gleiche Wert von 23.5 m/sec gefunden! Ähnlich stimmt die
Dekaden-Nummer der in km/Std, ausgedrückten Windgeschwindigkeiten mit allen
anderen den Beaufort-Graden entsprechenden mittleren Windgeschwindigkeiten
überein, ein Ergebnis, das direkt verblüffend ist.
Uns ermöglicht diese merkwürdige Beziehung aber, ohne weiteres die
yemessenen Windgeschwindigkeiten in den Wettertelegrammen nach der betref-
fenden Dekaden-Nummer zu verschlüsseln und zugleich für die schätzenden
Stationen vorerst die Beaufort-Skala beizubehalten. Beide Skalen sind dann
öhne weiteres miteinander vergleichbar, und der Fehler ist bestimmt noch
geringer als jetzt, wo die Schätzungen nach der Beaufort-Skala ohne jeden Zweifel
zu gering ausfallen. Der kleine Nachteil, daß vielleicht in windruhigen Gebieten
die Schätzung nach Beaufort dann etwas zu hohe Windgeschwindigkeiten vor-
täuschen sollte, ist gegenüber dem jetzigen Zustand viel leichter zu ertragen,
da es vor allem für den Luftverkehr darauf ankommt, daß die herrschende
Windgeschwindigkeit nicht unterschätzt wird.
3. Vorschlag für die Verschlüsselung der Windgeschwindigkeit. Wenn wir uns
jetzt der Frage zuwenden wollen, wie die Verschlüsselung der Windgeschwindig-
keiten im einzelnen durchführbar wäre, so müssen wir beachten, daß der von
H. Seilkopf eingeführte „Zeppelin-Schlüssel“ bereits ganz ähnlich aufgebaut ist:
Eine Windgeschwindigkeit von 0 bis 9 km/Std. wird bier mit 0, 10 bis 19 km
werden mit 1, 40 bis 49 km mit 4 verschlüsselt. Die gleiche Einteilung liegt
der Befiederung der Windpfeile in den im „Tägl. Wetterbericht“ der Deutschen
Seewarte veröffentlichten Höhenwetterkarten zugrunde, die schon vor einigen
Jahren aus dem Grunde so gewählt wurde, weil sie eine gewisse Annäherung
zur Beaufort-Skala, nach der die Windstärken in der Bodenwetterkarte einge-
iragen sind, gewährleistet; man brauchte sich nur zu merken, daß fünf lange
Y a. a. ©, Tabelle 3.