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Full text: 65, 1937

152 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1937. 
Einströmung doch vorkommt, wo der Isallobargradient am größten ist. Denn 
innerhalb eines kleineren Gebietes kann man sowohl Isobaren als Isallobaren als 
Geraden betrachten. 
Die Überlagerung des Isallobarengebietes über das betrachtete Feld bewirkt 
selbstverständlich eine Drehung der Isobaren. Man kann natürlich eben diese 
Drehung als eine Zusatzkraft betrachten. 
Fall f. Änderung in der ablenkenden Kraft durch Variationen von sin g. 
Die größten Änderungen von sin g erfolgen — ceteris paribus — bei reinen 
Nord- oder Südwinden. Wir wählen ein Druckfeld mit parallelen geradlinigen 
aequidistanten Isobaren, ferner mit wachsendem Druck gegen Osten und unter 
Orientierung des Achsenkreuzes wie früher. Ebenso wird Gradientwind im 
Anfangsaugenblick vorausgesetzt. Wenn sich die Partikel nordwärts bewegt, 
wird sing wachsen, Av wird größer als aG, und die Partikel bewegt sich gegen 
den höheren Druck, Für einen kürzeren Zeitraum kann man annehmen, daß £ 
linear mit y wächst, aber selbst bei dieser Vereinfachung erhält man nicht mehr 
die früher gefundenen einfachen 
Lösungen. Wir können uns aber 
in anderer Weise einen oberen 
Grenzwert für die Bewegung 
der Partikel gegen den höheren 
Druck verschaffen, indem wir 
annehmen, daß sich die Partikel 
während ihrer Bewegung sofort 
auf den Gradientwind einstellt. 
Der Gradientwind nimmt nord- 
wärts ab; damit nun die Ge- 
schwindigkeit der Partikelebenso 
schnell abnehmen kann, muß sich 
die Partikel eben gegen den 
höheren Druck bewegen. We- 
nigstens in den ersten 3 Stunden 
können wir damit rechnen, daß 
der in dieser Weise berechnete 
Weg ein höherer Grenzwert ist. 
Beispiel, Wir wählen noch- 
mals G gleich 5 mb in 100 km. 
Mit «=784 und = 60° ent- 
spricht dies einem Gradientwinde 
von 31.03 m/s. In 3 Stunden wird 
sich deshalb die Partikel unge- 
Jähr 335 km nordwärts bewegt 
haben oder von 60 bis 63° N-Br. Bei diesem Überschlag sehen wir von der kleinen 
Abnahme in der Geschwindigkeit wegen der Nordwärtsbewegung ab. Auf 63° 
haben wir einen Gradientwind von 30.15 m/s und « = 784 gesetzt. Wir nehmen 
an, daß die Abnahme der kinetischen Energie zur Arbeit gegen die Gradient- 
kräfte verbraucht worden ist, und erhalten folglich 
331.03? — 330.15? = aGs. 
Hierdurch berechnet sich s zu 6.86 km, ein Wert, der sicher höher als der 
wirkliche ist. Denn das augenblickliche Einstellen auf den Gradienten fordert, 
daß die Partikel keine Trägheit besitzt. 
4. Bemerkungen über krummlinige Isobaren und Zentrifugalkraft, 
Bei solchen Überschlagsrechnungen, wie sie hier behandelt werden, wird 
kaum viel gewonnen werden, wenn man zu Feldern mit gekrümmten Isobaren 
und somit zur Zentrifugalkraft übergeht. Bei der angewandten Stauungsdefinition 
wird die innewohnende kinetische Energie der Partikel zu Arbeit gegen die 
Gradientkräfte benutzt, und auf unseren Breiten ist diese Energie wesentlich 
vom Gradienten abhängig, weniger davon, ob die Isobaren gekrümmt sind. Wir
	        
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