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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

Evjen, S.: Über Stauung von Luft in der freien Atmosphäre usw. 151

Beispiel 2. G werde gleich 2 mb in 100 km gesetzt und möge mit 0.4 mb
in 100 km pro 3 Stunden abnehmen. Unter der Voraussetzung, daß sich diese
Gradientänderung 24 Stunden lang halten wird, läßt sich die in Abb. 3 dargestellte
 Bahn berechnen.
Hier sind 8 Wertepaare
von x und y berechnet
worden, die sämtlich
einen zeitlichen Abstand
von 3 Stunden haben.
Der Gradient zeigt anlänglich
 in Richtung y,
nimmt in 15 Stunden
bis Null ab und weist
dann in Richtung negativer
 y. Wir machen
darauf aufmerksam, daß
die Kurve wegen der
Sinusschwingungen nur
unbedeutende Ausbuchtungen
 zeigt.
Das Beispiel entspricht
 in erster Annäherung
 dem Passieren eines
15. Februar 1936, wenn man die
legt. Die Wetterlagen sind in
Abb. 4 und 5 wiedergegeben, und
die oben gewählten Werte der
Gradientenänderungen sind nach
diesen Wetterkarten gewählt. Mit
Kopenhagen als Anfangspunkt
ist die berechnete Bahn in Abb. 4
angedeutet. Es muß noch bemerkt
 werden, daß in 2 = 60°
gesetzt worden ist. Obgleich sich
der Keil gegen Osten verschiebt,
bewegt sich die Partikel während
der ganzen Zeit nach Westen,
und die kalte Luft auf der Ostseite
 des Keiles kehrt als kalter
Südwind auf die Westseite zurück.
 Es ist ja übrigens eine
praktische Erfahrung, daß man
bei derartigen Wetterlagen keinen
augenblicklichen Temperaturanstieg
 zu erwarten hat, sobald
der höchste Punkt des Keiles
passiert ist. Ähnliches finden
wir natürlich, wenn sich die
Kaltluft auf der Vorderseite
einer sich nähernden Zyklone
befindet: die Kaltluft strömt dem Zyklonenzentrum entgegen, so daß wir anfänglich
 keinen Temperaturanstieg bekommen,
Aus Gleichung (13) geht hervor, daß y bei den gewählten Anfangsbedingungen
 unabhängig vom Anfangsgradienten, jedoch der Gradientänderung direkt
proportional ist, Das wird auch der Fall sein, wenn wir geradlinige Isallobaren
wählen, welche die Isobaren überqueren, statt parallel mit ihnen zu gehen. Wir
sehen indes davon ab, hier die Gleichungen wiederzugeben. Auf ein beliebiges
Isallobarengebiet übertragen besagt dies, daß die größte Ausströmung oder

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